PM 14 | 26.02.2026

Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig: Engpass gefährdet Anbindung

Der dringend benötigte zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig lassen weiter auf sich warten.
Das geht aus der aktuellen Antwort des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz auf eine Kleine Anfrage im Landtag hervor. Demnach soll der Ausbau des Südabschnitts zwischen Geithain und Chemnitz frühestens 2032 beginnen und bis 2035 dauern. Für den Nordabschnitt Richtung Leipzig sind noch nicht einmal Planungsleistungen beauftragt – ein möglicher Baubeginn ist völlig offen.
Die rund 80 Kilometer lange Strecke ist für die Wirtschaftsregion Chemnitz eine essenzielle Lebensader: Sie verbindet Industrie, Forschung und Pendlerinnen und Pendler mit dem Fernverkehrsknoten Leipzig. Doch die Verbindung ist weiterhin nur eingleisig, nicht elektrifiziert und in ihrer Kapazität massiv eingeschränkt, was immer wieder zu Zugausfällen und zu einer untragbaren Verkehrssituation zwischen der größten und drittgrößten Stadt Sachsens führt.
Seit Jahren setzen sich Wirtschaft, Kommunen und Verbände für den Ausbau der Strecke ein. Aus Sicht der IHK Chemnitz droht nun ein erneuter Rückschlag.
„Lachen oder Weinen? Es fällt immer schwerer, diese unfassbaren Rückschläge beim Streckenausbau wegzustecken und dennoch weiter daran zu arbeiten“,
sagt Christoph Neuberg, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz.
„Allein die Planung im Nordabschnitt soll – Stand 2024! – eine Dreiviertelmilliarde Euro kosten. Das mag korrekt errechnet sein, ist aber schlichtweg überfordernd und verständlicherweise nicht mehr leistbar. Wir brauchen dringend eine umfassende Abrüstung im Bereich der Auflagen und Regularien für den Ausbau öffentlicher Infrastrukturen! Letztlich geht es hier nicht um den Turmbau zu Babel, sondern wir beabsichtigen lediglich die Ertüchtigung einer vorhandenen und im Betrieb befindlichen Bahnstrecke!“

Aus Sicht der IHK Chemnitz ist klar: Die Region benötigt endlich klare Zeitpläne, praxistaugliche Planungsstandards und eine verlässliche Finanzierung. Die Ankündigung des Ministeriums, im April mit den Planungen für den Nordabschnitt zu beginnen, sei ein Schritt, aber keineswegs ausreichend.
„Wir reden hier über ein Schlüsselprojekt für die gesamte Industrieregion Südwestsachsen“,
so Neuberg.
„Zeitgemäße Mobilität darf nicht an überbordender Bürokratie und jahrzehntelangen Planungsprozessen scheitern.“