PM 13 | 24.02.2026
Unternehmen nennen Ansatzpunkte für Entlastungen
Die IHK Chemnitz hat unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihrer aktuellen Konjunkturumfrage eine Blitzbefragung zur Senkung der Arbeitskosten durchgeführt.
Insgesamt 90 Unternehmen beteiligten sich an der Zusatzumfrage und machten Angaben zu Maßnahmen, die aus ihrer Sicht die größte Priorität zur Entlastung der betrieblichen Kostenstrukturen besitzen.
Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem sozialversicherungsrechtliche und arbeitsrechtliche Stellschrauben. Die deutliche Mehrheit der Befragten sieht Reformbedarf bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (68 % der Befragten). Ebenfalls häufig genannt wird die Lockerung des Kündigungsschutzes (52 %) sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeitvorschriften (42 %).
Die offenen Kommentare der Unternehmen machen deutlich, dass sich der Reformbedarf weit über einzelne Regelungen hinaus erstreckt. Häufig genannt werden eine stärkere Beitragsgerechtigkeit in den Sozialversicherungssystemen – etwa durch die Einbeziehung aller Berufsgruppen in Renten‑ und Krankenversicherung –, eine spürbare Entlastung bei Lohnnebenkosten sowie eine striktere Trennung zwischen beitragsfinanzierten und steuerfinanzierten Leistungen.
Zudem fordern viele Unternehmen eine Neuordnung des Mindestlohns und eine kritischere Betrachtung gewerkschaftlich geprägter Strukturen, um mehr Spielraum für leistungsorientierte Löhne zu schaffen. Auch Vereinfachungen im Gesundheitswesen, die Reduzierung versicherungsfremder Leistungen und eine effizientere Organisation staatlicher Unterstützungssysteme wurden wiederholt angesprochen. Insgesamt zeigen die Rückmeldungen klar: Die Betriebe wünschen sich strukturelle Reformen, die das Prinzip „Leistung und Beitrag“ stärken und bürokratische Belastungen langfristig reduzieren.
Hauptgeschäftsführer Christoph Neuberg erklärt:
„Die Rückmeldungen aus der regionalen Wirtschaft zeigen klar, unter welchem Druck viele Betriebe stehen. Steigende Arbeitskosten treffen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen spürbar. Unser Ziel ist es, diese Hinweise in den Dialog mit Politik und Verwaltung einzubringen und für verlässliche, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu werben. Dabei geht es nicht um kurzfristige Einschnitte, sondern um eine strukturell tragfähige Ausgestaltung des Sozial- und Arbeitsrechts.“
Die IHK Chemnitz wird die Ergebnisse in die wirtschaftspolitische Arbeit einfließen lassen und weiterhin auf praxistaugliche Rahmenbedingungen für die regionalen Unternehmen hinwirken.