PM 07 | 02.02.2026

Ergebnisse der DIHK-Digitalisierungsumfrage

Sächsische Betriebe haben auf dem Feld der Daten- und Informationssicherheit aufgeholt. Das hat die Digitalisierungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) ergeben, die Ende Januar veröffentlicht wurde.
Knapp 4.700 deutsche Wirtschaftsunternehmen hatten dazu Ende November 2025 Auskunft zur Lage ihres Unternehmens in digitalen Belangen gegeben.
Die Einführung hochwertiger IT-Sicherheitsstandards nahm im Jahresverlauf in Sachsen um 23 Prozentpunkte zu und liegt nun auf einem akzeptableren Niveau von 59 Prozent. Ein Wert, der sich im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (40 Prozent) sehen lassen kann. Die gleiche Tendenz war auch bei der Durchführung regelmäßiger Mitarbeiterschulungen zur Sicherung von Unternehmensinformationen und der Abwehr externer Übergriffe zu beobachten. (Zunahme um 21 Prozentpunkte auf nun 55 Prozent). Gut sieht es auch bei extern durchgeführten Sicherheitstests aus. In allen genannten Facetten liegen sächsische Unternehmen im Jahr 2025 nun deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Wann ergreifen Unternehmen Digitalisierungsmaßnahmen?
74 Prozent der sächsischen (Bundesdurchschnitt: 64 Prozent) betrachten Digitalisierung nach wie vor weniger als Innovationsmotor, sondern als Kostenfaktor, der sich rechnen und zu langfristigen Einsparungen führen muss. Als größte Herausforderung, digitale Transformationsprojekte anzugehen und im Unternehmen zu etablieren erkennen viele Unternehmer dabei rechtliche Unsicherheiten (u.a. Datenschutz, Unklarheiten über Nutzungsansprüche) sowie technische Hemmnisse (fehlende Standards oder fehlende Infrastruktur, Software zur Absicherung oder Auswertung der Daten).
Digitale Kommunikationsbarriere zwischen Unternehmen und Verwaltung
Während die Gesamtheit der Befragten den Digitalisierungsgrad ihres eigenen Unternehmens im Durchschnitt mit der Schulnote 2,7 (Vorjahr: 2,8) bewerten, attestieren sie der öffentlichen Verwaltung mit der Note 4,1 (Vorjahr: 4,3) eine deutlich schlechtere Performance. Die Differenz ist zeigt ein Missverhältnis bei der Digitalisierung zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand.
„Digitalisierung soll ja nicht nur innerbetriebliche Prozesse verschlanken helfen, sondern auch den Austausch zwischen Verwaltung und Betrieben vereinfachen. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Berichtspflichten können alle Seiten nur davon profitieren, sobald ein digitaler Austausch auf Augenhöhe möglich ist“,
kommentiert Martin Witschaß, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Chemnitz, die Ergebnisse.

Künstliche Intelligenz wird vorwiegend im Büro genutzt
KI oder maschinelles Lernen im Unternehmenskontext nutzen mittlerweile 39 Prozent der sächsischen Unternehmen (Bundesdurchschnitt: 35 Prozent). 80 Prozent der sächsischen Betriebe setzen generative KI zur Erzeugung von Texten oder Bildern ein. Die Nutzung von KI im Produktionsbereich oder der Logistik bleibt noch immer die Ausnahme. So setzen lediglich rund 10 Prozent der Befragten Künstliche Intelligenz als Prognoseinstrument zur Absicherung von Ausfallzeiten ihrer Anlagen (Automatische Wartung) ein.

Bedrohung durch Cyberattacken fast unverändert
Die befragten Unternehmen erkennen die Bedrohungslage durch Cyberattacken, sind sich der Gefahren zwar vielfach bewusst und ergreifen bisweilen auch vorausschauende Sicherungsmaßnahmen. Dennoch räumen beachtliche 18 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) der Befragten ein, im Jahr 2025 Opfer eines massiven Cybersicherheitsvorfalls geworden zu sein. Die Art der kriminellen Übergriffe rangiert von Datendiebstahl über Erpressung, Schädigung von Unternehmensservern bis hin zu Spionage sowie Sabotage von Produktionsanlagen.
Veranstaltungsangebot der IHK Chemnitz
Die IHK Chemnitz lädt Anfang September 2026 zum 10. Wirtschaftsschutzforum ein, das sich an alle interessierten Unternehmen der Region richtet. Erfahrene Experten werden dabei den Nutzen vieler der vorgenannten Präventionsmaßnahmen an konkreten Beispielen erläutern.