Elemente des BGM
Arbeitsplatzgestaltung
Ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagement ist die Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen. Dazu zählt insbesondere die ergonomische Einrichtung des Arbeitsplatzes, etwas durch die richtige Höhe von Schreibtisch und Stuhl, eine ausreichende Beleuchtung sowie die Möglichkeit, zwischen Sitz- und Steharbeitsplätzen zu wechseln. Ebenso wichtig ist die Bewegungsfreiheit: Dynamisches Sitzen und regelmäßige Pausen helfen, Muskelverspannungen und Ermüdung vorzubeugen.
Darüber hinaus tragen gesundheitsfördernde Maßnahmen wie betriebliche Fitnessangebote, eine ausgewogene Ernährung und Programme zum Stressmanagement wesentlich zum Wohlbefinden der Beschäftigten bei. Solche Maßnahmen stärken nicht nur die Gesundheit, sondern fördern auch Motivation und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag.
Betriebliches Eingliederungsmanagement
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) dient dem Erhalt und der Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitenden. Es unterstützt Beschäftigte nach längerer oder wiederholter Arbeitsunfähigkeit bei der Rückkehr in den Arbeitsalltag und trägt dazu bei, krankheitsbedingte Kündigungen, Frühverrentung und den Verlust von Fachkräften zu vermeiden. Gleichzeitig leistet das BEM einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels.
- Grundprinzipien des BEM
Das BEM ist ein Angebot des Arbeitgebers, an dem Beschäftigte freiwillig teilnehmen. Es handelt sich um einen verlaufs‑ und ergebnisoffenen Suchprozess, bei dem individuelle Lösungen entwickelt werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Maßnahmen geeignet sind, um die Arbeitsfähigkeit zu stabilisieren, erneuten Erkrankungen vorzubeugen und eine dauerhafte Beschäftigung zu sichern. - Beteiligte im BEM-Verfahren
Am BEM können, je nach Situation und mit Zustimmung der betroffenen Person, verschiedene Akteure beteiligt sein. Dazu zählen insbesondere die Beschäftigten selbst, der Arbeitgeber sowie der Betriebs‑ oder Personalrat. Bei schwerbehinderten Beschäftigten wird zusätzlich die Schwerbehindertenvertretung einbezogen. Darüber hinaus können eine Vertrauensperson, der Betriebs‑ oder Werksarzt sowie Rehabilitationsträger oder das Integrationsamt hinzugezogen werden. - Nutzen des BEM
- Für Unternehmen
Ein gut umgesetztes BEM hilft, Fehlzeiten zu reduzieren und Personalkosten zu senken. Es trägt dazu bei, Erfahrung und Fachwissen im Unternehmen zu halten, krankheitsbedingte Kündigungen zu vermeiden und die Rechtssicherheit im Kündigungsschutz zu stärken. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das BEM zudem ein wichtiges Instrument der Fachkräftesicherung. - Für Beschäftigte
Für Beschäftigte bietet das BEM Unterstützung bei der Rückkehr in eine passende Beschäftigung und schützt vor Arbeitsplatzverlust oder Frühverrentung. Es eröffnet den Zugang zu individuellen Hilfen und Unterstützungsleistungen und stärkt die langfristige Beschäftigungsfähigkeit.
- Für Unternehmen
- BEM und Kündigungsschutz
Die Durchführung eines BEM ist keine formelle Voraussetzung für eine krankheitsbedingte Kündigung. Allerdings erhöht ein unterlassenes BEM das Risiko für Arbeitgeber, einen Kündigungsschutzprozess zu verlieren. In solchen Fällen liegt die Beweislast beim Arbeitgeber, dass auch durch ein BEM keine milderen Mittel als eine Kündigung möglich gewesen wären.
Kommunikation und Information (Sensibilisierung)
Eine wirksame Kommunikation ist entscheidend, um Mitarbeitende für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zu sensibilisieren und zur Teilnahme an gesundheitsfördernden Maßnahmen zu motivieren. Dabei stehen Unternehmen vor der Herausforderung, unterschiedliche Einstellungen, Vorurteile und soziale Hürden zu überwinden.
Besonders wichtig ist es, ein Bewusstsein für Gesundheit zu schaffen, Informationen verständlich zu vermitteln und die Motivation zur Teilnahme gezielt zu fördern. Erfolgreiche Kommunikation im BGM erfolgt idealerweise über eine Kombination aus persönlichem Austausch und digitalen Formaten wie E-Mails, Videokonferenzen, Chats oder Foren. Wichtig sind dabei Klarheit, Transparenz und zeitnahe Rückmeldungen. Führungskräfte sollten als Vorbilder agieren und aktiv in die Kommunikation eingebunden sein.
Digitale Plattformen ermöglichen nicht nur den Austausch, sondern auch die bedarfsgerechte Darstellung von Angeboten. Feedbackmöglichkeiten, Ideenwettbewerbe und eine übersichtliche Strukturierung der Inhalte fördern zusätzlich die Beteiligung.