Kammerpartnerschaft mit Mosambik
Die IHK Chemnitz unterstützt die Câmara de Minas de Moçambique (CMM) im Rahmen einer geförderten Kammer- und Verbandspartnerschaft. Ziel ist es, die Strukturen der mosambikanischen Bergbaukammer zu stärken, ein attraktives Dienstleistungsangebot aufzubauen. Im Fokus steht dabei das Engagement für einen nachhaltigen Bergbau, der Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz berücksichtigt.
Für IHK-Mitgliedsunternehmen eröffnet die Partnerschaft nachhaltige Lieferketten für wichtige (kritische) Rohstoffe sowie die Möglichkeit, sich in einem aufstrebenden Markt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Südafrika zu positionieren. Dafür steht die Kammer als erster Ansprechpartner zum Netzwerk ihrer Mitgliedsunternehmen zur Verfügung.
Sachsen und Mosambik – eine Partnerschaft mit Geschichte und Zukunft
Bereits in den 1970er kamen viele Mosambikaner als Vertragsarbeiter oder für ein Studium in die DDR. Aus dieser Zeit stammt die enge Verbindung nach Mosambik bis heute. Mosambik finanziert die Ausbildung von rund 40 Bachelor- und Masterstudierenden an der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF). Viele TUBAF-Alumni sind in verantwortungsvollen Positionen im Bergbau Mosambiks tätig, sprechen Deutsch und kennen die deutsche Kultur und Gepflogenheiten.
Gemeinsame Vorgängerprojekte im Bergbau
Ab 2016 engagierte sich der Freistaat Sachsen gemeinsam mit dem Sächsischen Oberbergamt in einem Bund-Länder-Projekt in Mosambik. Ziel war die Gründung einer Inspektion im Bergbau, der Aufbau des zentralen Grubenrettungswesens sowie die Ausbildung von Inspektoren. Zur aktuellen Kammerpartnerschaft wurde 2022 in einem Vorprojekt die Grundlage gelegt, indem die mosambikanische Kammer erste Strukturen und Mitglieder aufbaute.
Ein Land reich an Ressourcen
In Mosambik hat der Bergbau eine lange Tradition – historisch vor allem durch den Goldhandel mit arabischen und persischen Händlern. Heute ist das Land bekannt für den Reichtum an sogenannten kritischen Rohstoffen, besonders von Energieträgern wie verflüssigtem Erdgas (LNG) und Mineralien sowie Graphit, Titan, Rubine und Lithium. Die größten Vorkommen befinden sich in den nördlichen und zentralen Regionen des Landes.
Mosambiks Wirtschaft: Ein gemischtes Bild mit Stabilität als Schlüssel
Seit den Wahlen 2024 und den nachfolgenden Unruhen ist Mosambiks makroökonomische Lage geprägt von gebremstem Wachstum bei gleichzeitig nachlassender Inflation. Das Land revidierte die BIP-Prognose 2025 auf ca. 1,9 %. Für 2026 erwartet die Regierung ein Wachstum von 2,8 %.
So zeigt das wirtschaftliche Umfeld Mosambiks im Dezember 2025 ein gemischtes Bild: Die neue Regierung setzt verstärkt auf politischen Dialog und Reformen, um Stabilität und Vertrauen wiederherzustellen. Zugleich intensivierten internationale Partner wie Südafrika und die EU ihr Engagement. Vor diesem Hintergrund bieten sich für deutsche Unternehmen diverse Ansatzpunkte in Mosambik, allerdings gepaart mit einem Bedarf an Risikomanagement und lokaler Vernetzung.
Dabei setzt Mosambik auch auf internationale Standards der Nachhaltigkeit: Das Land ist Mitglied der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI), beteiligt sich am Kimberley-Prozess und hat die Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) unterzeichnet. Diese Maßnahmen schaffen transparente legale Rahmenbedingungen für den Bergbau, die jedoch noch mehr als bisher umgesetzt und überwacht werden müssen.
Weiterführende Informationen:
- Marktstudie Mosambik (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1283 KB) - IHK Chemnitz, 2025
- The Mining sector in Mozambique (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 3416 KB) - November 2025
Die Kammer- und Verbandspartnerschaft seit 2023
Folgende Projektziele stehen bis zum Ende der ersten Projektphase im September 2026 im Fokus:
- Die Strukturen und das Management der CMM sind gestärkt.
Die IHK Chemnitz unterstützt die CMM mit ihrem Know-How in der Mitgliederbetreuung, Interessensvertretung und im Wissensmanagement. Derzeit vertritt die CMM bereits 88 Prozent der legalen Arbeitnehmer im mosambikanischen Bergbau, die großenteils in multinationalen Konzernen und mittelgroßen Unternehmen beschäftigt sind. Doch gerade der Kleinbergbau soll über eine Mitgliedschaft in der CMM noch stärker formalisiert, sicherer und nachhaltiger werden. - Die CMM hat ein Dienstleistungsangebot aufgebaut, das wichtige Bereiche der Bergbausicherheit und des Umwelt- und Arbeits- und Gesundheitsschutzes umfasst.
Mit deutscher Förderung hat die CMM Workshops entwickelt, die gerade im Kleinbergbau mehr Sicherheit und Umweltschutz vermitteln. Dabei setzen die Lehrkräfte bei der Arbeitsschutzkonvention ILO 176 an, die von Mosambik zwar ratifiziert wurde, aber noch nicht genügend umgesetzt und kontrolliert wird. - Die CMM vertritt die Interessen seiner Mitglieder bezüglich eines nachhaltigen Bergbaus in relevanten Gremien.
In zahlreichen öffentlichen Foren, auf der Bergbaumesse MMEC, der Multibranchenmesse FACIM und dem südafrikanischen internationalen Treffpunkt Mining Indaba vertritt die CMM die Interessen ihrer Mitglieder und vermittelt Wissen über nachhaltige Förderung und verantwortungsvolle Lieferketten. Die Kammer ist aktuell aktiv eingebunden in den Gesetzentwurf, der den mosambikanischen Bergbau reformieren, modernisieren und attraktiver für Investoren entlang der gesamten Wertschöpfungskette machen soll.
Das Projekt wird gefördert von der Sequa gGmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel ist die Bekämpfung von Armut durch Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung in den Partnerländern.