Hinweise zur Durchführung und Dokumentation des betrieblichen Auftrages

Der betriebliche Auftrag ist ein zentraler Bestandteil der Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Fachkraft für Veranstaltungstechnik.
Dabei wird ein eigenes Projekt im Ausbildungsbetrieb durchgeführt. Ziel ist es, typische Aufgaben aus dem Berufsalltag eigenständig zu planen, umzusetzen und fachgerecht zu dokumentieren.

Thema festlegen und Antrag stellen

Das Thema wird gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb ausgewählt. Es soll sich um eine reale Aufgabe aus der betrieblichen Praxis handeln.
Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass die eigene Leistung klar erkennbar ist und möglichst viele berufstypische Tätigkeiten enthalten sind.
Der Antrag wird über das Online-Portal der IHK eingereicht. Ergänzend können Skizzen, Zeichnungen oder Fotos als PDF hochgeladen werden.
Mit der Durchführung darf erst begonnen werden, wenn der Prüfungsausschuss das Thema genehmigt hat.

Durchführung des Projekts

Nach der Genehmigung wird der Auftrag eigenständig im Ausbildungsbetrieb durchgeführt. Die maximale Bearbeitungszeit beträgt 35 Stunden.
Es muss sich um einen realen Auftrag oder einen klar abgegrenzten Teilauftrag handeln. Eine reine Planung ohne praktische Umsetzung ist nicht ausreichend.
Das Projekt sollte mehrere Bereiche der Veranstaltungstechnik umfassen, zum Beispiel:
  • Stromversorgung
  • Tontechnik
  • Beleuchtungstechnik
  • Medientechnik
  • Bühnentechnik oder Rigging

Planung und Vorgehen

Eine strukturierte Planung ist ein wesentlicher Bestandteil der Prüfung. Vor Beginn der praktischen Umsetzung sollte eine nachvollziehbare Planung erfolgen. Dabei sind insbesondere Zeitbedarf, Arbeitsabläufe, Materialeinsatz und Abstimmungen zu berücksichtigen.
Während der Durchführung sind Abweichungen von der Planung, auftretende Probleme sowie deren Lösungen zu dokumentieren.

Welche Fähigkeiten werden geprüft?

Im betrieblichen Auftrag wird überprüft, ob berufliche Handlungskompetenz vorliegt. Dazu gehören insbesondere:
  • Analysieren von technischen und inhaltlichen Anforderungen
  • Planen und Umsetzen von Veranstaltungstechnik
  • Einrichten der Stromversorgung unter Beachtung der Sicherheit
  • Organisation und Abstimmung von Arbeitsabläufen
  • Berücksichtigung wirtschaftlicher und rechtlicher Vorgaben
  • Erstellen und Nutzen technischer Unterlagen
Ein besonderer Fokus liegt auf der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften, insbesondere im Bereich der elektrischen und veranstaltungstechnischen Sicherheit.

Dokumentation des Projekts

Zum betrieblichen Auftrag ist eine Dokumentation zu erstellen. Diese wird als PDF im Online-Portal hochgeladen und zusätzlich in gedruckter Form zum Prüfungstermin mitgebracht.
Die Dokumentation enthält in der Regel:
  • Deckblatt mit persönlichen Angaben und Projektthema
  • Inhaltsverzeichnis
  • Beschreibung des Ausgangszustands und des Zielzustands
  • Darstellung von Planung, Durchführung und Ergebnissen
  • Technische Unterlagen wie Pläne, Berechnungen oder Ablaufübersichten
  • Anlagen und Quellenangaben
  • Nachweis über die Durchführung
  • Selbsterstellungserklärung
Der Umfang darf 20 Seiten nicht überschreiten. Eine klare Struktur und fachlich richtige Darstellung sind entscheidend.
Für die Gestaltung des Textes sind folgende Vorgaben zu beachten:
  • Schriftgröße 11 Punkt
  • Zeilenabstand 1 ½ -zeilig
  • Herstellung maschinenschriftlich
  • Format DIN A4
  • Seitennummerierung fortlaufend, beginnend mit Seite 2
Wichtig: Die Dokumentation dient als Grundlage für das Fachgespräch und wird nicht gesondert bewertet.

Fachgespräch

Nach Abschluss des Projekts findet ein auftragsbezogenes Fachgespräch in der IHK statt.
Die Dauer beträgt maximal 30 Minuten. Zu Beginn wird der Auftrag kurz vorgestellt. Anschließend werden Fragen zur Planung, Durchführung und zu den getroffenen Entscheidungen gestellt.
Das Fachgespräch ist als Gespräch unter Fachleuten angelegt. Im Mittelpunkt stehen die eigene Vorgehensweise, das Verständnis für Zusammenhänge sowie die Fähigkeit, Entscheidungen zu begründen.
Im Fachgespräch muss mindestens eine „ausreichende Leistung“ zum Bestehen erreicht werden.

Hinweise zur Vorbereitung

Für eine erfolgreiche Prüfung ist eine gezielte Vorbereitung wichtig.
Das Projekt sollte nachvollziehbar geplant und dokumentiert werden. Die eigene Rolle und Leistung sollten klar erkennbar sein. Sicherheitsaspekte sollten konsequent berücksichtigt und begründet werden.Typische Fragen zum Projekt sollten im Vorfeld durchdacht werden.
Im Fachgespräch wird erwartet, dass die Entscheidungen nachvollziehbar erläutert und alternative Lösungswege aufgezeigt werden können.

Kurzüberblick: Ablauf der Prüfung

  • Thema auswählen und Antrag einreichen
  • Genehmigung durch den Prüfungsausschuss abwarten
  • Projekt im Betrieb durchführen (maximal 35 Stunden)
  • Dokumentation erstellen und hochladen
  • Fachgespräch führen