Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zur EH 55-Standard

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, der die Sicherheit der Energieversorgung bedroht und die Energiepreise in die Höhe treibt, erscheint es wichtig, die Energieabhängigkeit von Russland zu verringern und den Verbrauch durch eine Steigerung der Energieeffizienz zu senken. Die Gesetzesnovelle sieht somit die offizielle Einführung des EH-55-Standards für alle neuen Gebäude vor, der sich bereits seit mehreren Jahren etabliert hat und wie auf europäischer Ebene festgelegt.
Die Einführung des EH-55-Niveaus ist ein erster Schritt hin zu dem für 2025 vorgesehenen Neubaustandard EH-40, der somit auch zur Erreichung des Ziels des Klimaschutzgesetzes beiträgt, bis 2045 Treibhausgasneutralität in der Bundesrepublik Deutschland zu erreichen.
Für die Umsetzung des EH-55-Standards werden im Gebäudeenergiegesetz (GEG) für Nichtwohngebäude folgende Änderungen vorgenommen:
  • Reduzierung der zulässige Primärenergiebedarf des zu errichtenden Gebäudes von bisher 75 % des Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes auf 55 % 
  • Verschärfung der zulässigen mittleren U-Werte der Bauteilgruppen 
  • Um eine bestehende systematische Benachteiligung von Fernwärme aus Großwärmepumpen gegenüber Fernwärme aus KWK-Anlagen oder Wärmeerzeugern mit fossilen Energien zu beheben, wird für Strom zum Betrieb von wärmenetzgebundenen Großwärmepumpen der Primärenergiefaktor für den nicht erneuerbaren Anteil von 1,2 eingeführt (statt 1,8) 
  • Zur Berechnung der abzugsfähigen Strommenge ist der monatliche Ertrag der Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen mit dem tatsächlichen Strombedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Kühlung, Hilfsenergie und für die Beleuchtung zu vergleichen 
Das Gesetz soll am 1. Januar 2023 in Kraft treten.
Info DIHK