Mit ganzer Kraft auch auf künftige Krisen vorbereiten

„Wirtschaft von der Krise in die Krise – was es jetzt braucht“ – unter diesem Motto stand der Vortrag des niedersächsischen Wirtschaftsministers Dr. Bernd Althusmann im Kongresssaal der IHK Braunschweig am Abend des 12. Mai. IHK-Präsident Tobias Hoffmann zeigte sich erfreut darüber, dass nach zweijähriger Coronapause wieder ein Präsenzvortrag möglich war. Dabei machte er auch auf die Herausforderungen der vergangenen Jahre aufmerksam.
Seit mehr als zwei Jahren steht die Wirtschaft vor großen Herausforderungen. Corona, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, unterbrochene Lieferketten und massiv steigende Energiepreise bringen die Unternehmen zum Teil an ihre existenziellen Grenzen.
„Es sind weitere und andere Maßnahmen nötig, um die Wirtschaft zu unterstützen und stark betroffene Unternehmen zu entlasten. Viele stehen buchstäblich mit dem Rücken an der Wand“, so Hoffmann. Weiter forderte der IHK-Präsident, dass es jetzt an vielen Stellen schneller und unbürokratischer gehen müsse.
„Bereits die Pandemie war eine enorme Belastung für unsere Unternehmen. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird unsere Wirtschaft nochmals herausfordern“, sagte Althusmann. „Der Strukturwandel in zahlreichen Branchen wird sich womöglich nochmal beschleunigen. Künstliche Intelligenz und digitaler Fortschritt, Bioökonomie und Life Science werden die Treiber sein. Es gilt, sich jetzt mit ganzer Kraft auch auf künftige Krisen vorzubereiten.“ Mittelfristig gehe es auch darum, globale Handelsbeziehungen, internationale Wertschöpfungsketten und technologische Abhängigkeiten zu hinterfragen. Alles müsse auf den Prüfstand, forderte der Minister: „In dieser Transformation, in der sich die globale Wirtschaft neu sortieren muss, werden in Europa neue Produktionsstandorte für Zukunftsbranchen entstehen und einseitige Abhängigkeiten abgebaut werden müssen. Und wir werden einen Hochlauf von Wasserstoff und erneuerbaren Energien brauchen. Wir müssen energieunabhängiger werden. Es geht nicht darum, sich gegen den freien Handel weltweit zu richten, sondern darum, neue zusätzliche Abhängigkeiten künftig zu vermeiden.“
Mit Blick auf die intensive Diskussion und das „spannende Bündel an Themen“ kündigte IHK-Präsident Hoffmann abschließend an: „Wir werden die Politik nicht von der Schippe lassen, um spürbare Entlastungen für die Wirtschaft zu erreichen.“
Stand: 13.05.2022