PRESSEMITTEILUNG
Metropolraum Berlin-Brandenburg braucht gemeinsamen Kurs
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin sowie die Brandenburger Industrie- und Handelskammern fordern einen neuen Qualitätssprung in der Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg. Auf der heute stattgefundenen Metropolraumkonferenz 2026 wurden zentrale Handlungsschwerpunkte definiert, um Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Lebensqualität langfristig zu sichern.
„Die Hauptstadtregion funktioniert längst als ein Wirtschaftsraum – jetzt muss sie auch so gesteuert werden. Gute Zusammenarbeit darf kein Zufall sein“, betont für die Brandenburger Kammern, Jens Warnken, Präsident der IHK Cottbus. „Berlin und Brandenburg sind faktisch ein gemeinsamer Arbeitsmarkt. Die politischen Strukturen hinken dieser Realität jedoch hinterher. Ohne abgestimmtes Handeln verliert die Region im Wettbewerb um Fachkräfte“, so Warnken.
Die Wirtschaft fordert deshalb eine integrierte Fachkräfte- und Arbeitsmarktstrategie, die über Landesgrenzen hinweg greift und dazu beiträgt, Fachkräfte effizienter zu gewinnen, besser zu vermitteln und langfristig zu binden. Als wichtigste Handlungsfelder werden eine gemeinsame internationale Anwerbestrategie für Fachkräfte, abgestimmte Behördenstrukturen und schnellere Verfahren sowie bessere Rahmenbedingungen durch bezahlbaren Wohnraum und funktionierende Infrastruktur gesehen.
Flächen und Infrastruktur: Wachstum braucht Raum und Energie
Zudem mahnt die Wirtschaft eine gemeinsame, länderübergreifende Flächenpolitik an.
„Gewerbe und Wohnen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen beides – und zwar koordiniert geplant, um Zukunftsinvestitionen gezielt voranzutreiben“, macht Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin deutlich. „Als zentrale Voraussetzung für neue Industrieansiedlungen braucht es gesicherte und entwickelte Gewerbeflächen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren und einen beschleunigten Ausbau der Energieinfrastruktur“, so Stietzel weiter. „Mindestens ebenso wichtig ist eine gemeinsame Internationalisierungsstrategie, denn ausländische Investoren denken nicht über Ländergrenzen nach.“
Ein leistungsfähiger Luftverkehrshub sei dabei wesentliche Voraussetzung für Wachstum.
Großveranstaltungen: Chancen jetzt entschlossen nutzen
Mögliche Großprojekte als Hebel für Investitionen, Innovation und internationale Sichtbarkeit werden von der Wirtschaft ausdrücklich unterstützt. Die Kammern sehen erhebliche Potenziale für Investitionen in Infrastruktur, Tourismus, Fachkräftegewinnung und nachhaltige Stadtentwicklung und für die internationale Luftanbindung.
„Wer global mithalten will, muss Chancen mutig ergreifen, das gilt auch für Großprojekte wie die Expo 2035 oder die Olympischen Spiele“, ergänzt Jens Warnken.
Eindeutige positive politische Signale zu Großvorhaben wie die EXPO werden von der Politik erwartet.
Forderungspapier: Mehr Tempo durch neue Kooperationsstrukturen
Damit große Projekte überhaupt gelingen, braucht es aus Sicht der Wirtschaft verbindlichere und effizientere Formen der Zusammenarbeit zwischen den Ländern. Gefordert werden gemeinsame Steuerungs- und Entscheidungsformate, klare Zuständigkeiten und schnellere Abstimmungsprozesse.
Die Berlin-Brandenburger Wirtschaft ist bereit, die Entwicklung der Metropolregion aktiv mitzugestalten und hat dafür notwendige Rahmenbedingungen und Zukunftsthemen für die Berlin-Brandenburger Politik am 22. Juni in Schönefeld sichtbar und in einem “Forderungspapier Metropolraum Berlin-Brandenburg” festgehalten
„Die Stärke der Metropolregion Berlin-Brandenburg kann sich nur in einem konsequenten Zusammendenken dieses gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraums entfalten – dies muss jetzt politische Realität werden, das wünscht sich die Wirtschaft“, erklärt Sebastian Stietzel.
Die Metropolraumkonferenz bot ausreichend Raum für den Austausch untereinander.
Annett Schmidt, Referentin Stadtentwicklung der IHK Cottbus
Jens Warnken eröffnete die Metropolraumkonferenz.
Die Metropolraumkonferenz stieß auf großes Interesse
Lebendige Diskussionen bei der Metropolraumkonferenz
Die Vertreter der Brandenburger und Berliner Industrie- und Handelskammern, von links Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer IHK Potsdam; Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin; Ina Hänsel, Präsidentin der IHK Potsdam; Martina Klement, Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg; Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin IHK Ostbrandenburg; Manja Schreiber, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin; André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus