13.11.2025 | Fachkräfte & Arbeitsmarkt

Gemeinsam für Fachkräfte: Berlin und Hamburg im Dialog

Am 13. November 2025 wurde die IHK Berlin zum Treffpunkt für Wirtschaft und Politik. In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse Fachkräfte und Arbeitsmarkt der IHK Berlin und der Handelskammer Hamburg standen die drängenden Fragen der Fachkräftesicherung und konkrete Lösungsansätze im Mittelpunkt.

Politische Rahmenbedingungen und neue Wege der Fachkräfteeinwanderung

Nach der Begrüßung durch Stefan Spieker (Vizepräsident der IHK Berlin), Hans-Ulrich Schlender (Ausschussvorsitzender der IHK Berlin) und Sascha Schneider (Vizepräses und Ausschussvorsitzender der Handelskammer Hamburg) wurde deutlich: Die Sicherung von Fachkräften ist ein zentrales Thema für beide Metropolen.
Dr. Stefan Hardege (DIHK) gab einen kompakten Überblick über die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und stellte die wichtigsten Neuerungen vor – von der Absenkung der Gehaltsgrenzen über die Chancenkarte bis hin zur Anerkennungspartnerschaft. Besonders spannend: Die geplante Work-and-Stay-Agentur der Bundesregierung, die als zentrale digitale Plattform die Verfahren zur Erwerbsmigration vereinfachen und beschleunigen soll. Dr. Hardege betonte, wie wichtig klare Strukturen und digitale Prozesse sind, damit Unternehmen und Fachkräfte gleichermaßen profitieren.
Annika Klose (SPD-Bundestagsfraktion) schaltete sich digital aus dem Bundestag dazu und berichtete über den aktuellen Stand zur Umsetzung der Work-and-Stay-Agentur. Sie unterstrich die Ziele der Bundesregierung: One-Stop-Governance, mehr Transparenz und eine konsequente Digitalisierung der Verfahren. Die zentrale Erteilung von Aufenthaltstiteln und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sollen die Prozesse spürbar beschleunigen. Die Finanzierung ist durch den Bund gesichert – mit einer Anschubfinanzierung von 50 Millionen Euro und weiteren 800 Millionen Euro bis 2029.

TalentsBridge Namibia

Ein Highlight der Sitzung war die Vorstellung des Pilotprojekts „TalentsBridge“ durch Julian Algner (IHK Berlin). Das Projekt schafft Ausbildungskooperationen zwischen Berlin und Namibia und eröffnet Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Namibia die Chance auf eine praxisnahe Berufsausbildung in den Bereichen Gastgewerbe, Logistik und Industrie. Berliner Unternehmer und Unternehmerinnen können sich aktiv einbringen – etwa durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen, Stipendien oder die Entsendung von Ausbildern und Ausbilderinnen. Ziel ist es, gemeinsam dem Fachkräftemangel zu begegnen und jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen.

Erfahrungsaustausch und Ausblick

Im weiteren Verlauf tauschten sich die Teilnehmenden über Projekte und Prozesse zur Fachkräftesicherung aus. Die Handelskammer Hamburg stellte ihre Fachkräftestrategie vor, die IHK Berlin präsentierte das Projekt „Work in Berlin – Internationale Fachkräfte“.
Die Diskussion zeigte: Der Austausch zwischen den Regionen und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sind entscheidend, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen.