Positionspapier
Innovativ. Vernetzt. Verantwortungsvoll
Mit dem Positionspapier zum Defence- und Dual-Use-Standort legt die IHK Berlin 25 konkrete Handlungsempfehlungen vor, wie die Hauptstadt ihren Beitrag zu Deutschlands Resilienz und Verteidigungsfähigkeit stärken kann. Das Papier wurde unter Federführung des IHK-Themenausschusses Innovative und Wissensgetriebene Stadt erarbeitet. Zudem haben mehrere Austauschformate mit Industrieunternehmen und Startups aus dem Defence-Bereich stattgefunden, um konkrete Bedarfe und Maßnahmen zu diskutieren
Die wichtigsten Handlungsempfehlungen auf einen Blick
Neue Strukturen für die strategische Kooperation von Bundeswehr und Wirtschaft
- Berlin kann mit einem „TechHub SVI Ost“ eine führende Rolle im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) übernehmen und damit eine notwendige, ostdeutsche Ergänzung zu den Innovationsstrukturen in Bayern und Schleswig-Holstein schaffen. Ein solcher Hub in der Hauptstadt verbindet die unmittelbare Nähe zu Bundesebene, Bundeswehr und internationalen Partnern mit exzellentem Know-how in Schlüsseltechnologien und industrieller Fertigung.
- Für die erfolgreiche Umsetzung des Hubs ist eine enge, länderübergreifende Zusammenarbeit mit Brandenburg und den ostdeutschen Bundesländern entscheidend. Der Senat kann hier jedoch nur dann eine glaubwürdige Vorreiterrolle einnehmen, wenn für den TechHub SVI Ost vom Land selbst signifikante Strukturen, Zuständigkeiten und eigene Ressourcen bereitgestellt werden.
Standort- und Industriepolitik
- Die Themen Sicherheit, Verteidigung und Resilienz müssen im neuen Masterplan Industriestadt Berlin verankert und in entsprechende Projekt-, Förder- und Planungsstrukturen integriert werden. In Berlin selbst und in Zusammenarbeit mit Brandenburg sollten neue Produktions-, Innovations- und Testflächen für Defence- und Dual-Use-Unternehmen entwickelt werden.
- Die Wirtschaftsförderungen müssen mit Verbänden und Senat ein bedarfsorientiertes Unterstützungsportfolio und Clustermanagement zur Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft im SVI-Bereich entwickeln. Zudem müssen durch gezielte Ansiedlungsmaßnahmen Unternehmen und wesentliche SVI-Akteure für den Standort Berlin gewonnen werden.
Innovations- und Startup-Förderung
- Exzellente Forschungsinfrastruktur gepaart mit unternehmerischer Innovations- und Gründungsdynamik in Schlüsseltechnologien sind Berlins große Stärke. Diese gilt es auch im SVI-Bereich stärker zu nutzen, indem SVI, DefTech und Dual-Use-Technologien fester Bestandteil der landeseigenen Innovations- und Forschungsstrategien werden.
- Konkret heißt das, dass Förder- und Finanzierungsinstrumente für Defence-Innovationen geöffnet werden. An Berliner Forschungsinstituten und Hochschulen müssen bestehende Hürden für Sicherheits- und Dual-Use-Forschung abgebaut werden, damit Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden zusammen Innovationen für Resilienz und Sicherheit entwickeln können
Gemeinsam für mehr Resilienz und Sicherheit
- Ein sicheres Umfeld ist ein entscheidendes Kriterium für einen leistungsstarken SVI-Standort. Politik, Wirtschaft und Behörden müssen als Partner für einen robusten Wirtschaftsschutz und eine resiliente, krisenfeste Infrastruktur eintreten: Mit hohen Sicherheitsstandards, klaren Zuständigkeiten und Ansprechstrukturen sowie einem verbesserten Informationsfluss zur Sicherheits- und Bedrohungslage.
Direkt zum Download
Das Positionspapier “Innovativ. Vernetzt. Verantwortungsvoll - Berlins Beitrag zu mehr Resilienz und Verteidigungsfähigkeit” können Sie über diesen Link (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1775 KB)herunterladen.
IHK Konferenz, 27.04.26
Am 27. April 2026 bringt die IHK Berlin Unternehmen, Politik und Bundeswehr im Ludwig-Erhard-Haus zusammen. Bei der Veranstaltung wird diskutiert, wie die Hauptstadt ihre technologische Stärke noch gezielter für Resilienz und Verteidigungsfähigkeit einsetzen kann. Weitere Informationen finden Sie hier.