Standortpolitik
Zentrale Handlungsmöglichkeiten
Studie: Strategie für eine starke Wirtschaftsmetropole
- Ergebnisübersicht
- Erhöhung der Deep-Tech-Venture-Capital-Investitionen in Berlin von rund 461 Mio. Euro (2025) auf das Pariser Niveau von 2,7 Mrd. Euro.
- Anschlussorientierung und berufliche Ausbildung verbessern
- Verbesserung der Matching-Effizienz am Berliner Arbeitsmarkt, sodass sich die durchschnittliche Vakanzzeit um 10 % reduziert
- Internationale Mobilität von Arbeitskräften
- Schaffung zusätzlichen Wohnraums
- Halbierung von Stauzeiten im Wirtschaftsverkehr
- Sieben zusätzliche Langstreckenverbindungen am BER einrichten
- Landesseitig verursachte Bürokratiekosten werden um 50 % reduziert
Acht Zielzustände und ihre Bedeutung für Berlin
Die zugrundeliegende Studie untersucht, welche wirtschaftlichen Effekte entstehen könnten, wenn Berlin zentrale Standortengpässe abbaut. Dazu werden acht klar definierte Zielzustände untersucht. Für jedes Szenario werden auf Basis statistischer Daten und empirischer Literatur geeignete Impulse für ein regionales Handels- und Gleichgewichtsmodell abgeleitet. Quantifiziert werden die langfristigen Auswirkungen auf Beschäftigung und Bruttowertschöpfung in Berlin.
Ergebnisübersicht
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Szenario und Zielzustand
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zusätzliche jährliche Bruttowertschöpfung und zusätzliche Beschäftigung
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Realistischer Zeithorizont
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Deep Tech VC: Anstieg von 461 Mio. auf 2,7 Mrd. Euro
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ca. 6 Mrd. Euro / +3,2 %,
ca. 49.000 Beschäftigte |
langfristig (> 10 Jahre)
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Anschlussorientierung: Halbierung der Schüler, im Übergangsbereich
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ca. 0,9 Mrd. Euro/ +0,5 %,
ca. 21.600 Beschäftigte |
Teilziele bis 2 Jahre, sonst langfristig (>10 Jahre)
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Arbeitsmarktfriktionen: Verringern der Vakanzzeit um 10 %
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ca. 4,1 Mrd. Euro / +2,2 %,
ca. 43.000 Beschäftigte |
mittel- bis langfristig (5-10 Jahre)
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Zuwanderung: 39.000 zusätzliche internationale Fachkräfte
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ca. 1,86 Mrd. Euro / +1,0 %,
ca. 46.000 Beschäftigte |
mittel- bis langfristig (5-10 Jahre)
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Wohnraum: 20.000 zusätzliche Wohnungen
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ca. 1,30 Mrd. Euro / +0,69 %,
ca. 11.500 Beschäftigte |
mittel- bis langfristig (5-10 Jahre)
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Stauzeiten: Halbierung der zusätzlichen Verzögerung
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ca. 1,33 Mrd. Euro / +0,71 %,
ca. 12.100 Beschäftigte |
mittel- bis langfristig (5-10 Jahre)
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Langstreckenverbindungen: sieben zusätzliche Direktverbindungen
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ca. 3,2 Mrd. Euro / 1,7 %,
ca. 21.200 Beschäftigte |
mittelfristig (2-5 Jahre)
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Bürokratie: Halbierung der von Berlin beeinflussbaren Belastung
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Ca. 0,9 Mrd. Euro / +0,5%
ca. 3.000 Beschäftigte |
mittel- bis langfristig (5-10 Jahre)
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Die Szenarien beschreiben Zielzustände und keine vollständig ausgearbeiteten politischen Programme. Die Ergebnisse sind daher weder punktgenaue Prognosen noch vollständige Kosten-Nutzen-Analysen, sondern Abschätzungen wirtschaftlicher Größenordnungen. Da die Szenarien jeweils separat modelliert werden und teilweise über ähnliche Wirkungskanäle oder dieselben knappen Ressourcen wirken, dürfen ihre Ergebnisse nicht mechanisch addiert werden.
Erhöhung der Deep-Tech-Venture-Capital-Investitionen in Berlin von rund 461 Mio. Euro (2025) auf das Pariser Niveau von 2,7 Mrd. Euro.
Das Szenario untersucht, welche Auswirkungen ein Deep-Tech-VC-Volumen in der Größenordnung von Paris in Höhe von 2,7 Mrd. Euro in der Hauptstadt hat. Bezogen auf das Berliner Ausgangsniveau von 2025 (rund 461 Mio. Euro) entspricht dies einer Erhöhung um den Faktor 5,85.
Ergebnis: Wertschöpfung +3,2 % (6,05 Mrd. Euro), Beschäftigung +49.000 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten:
- Lab-to-Market-Pipeline ausbauen: Berlins Forschung liefert IP, deren ökonomische Verwertung besser als bisher gelingen muss. Mit dem Berliner IP-Modell wurde ein dafür wichtiges Instrument geschaffen, doch es bedarf weitere Schritte:
- An den Lehrstühlen und Hochschulverwaltungen muss der Transfer- und Gründungsgedanke eine prominente Rolle einnehmen, dafür anreizende Strukturen – finanzielle Kompensation, Gründungssemester, Gründungsaktivität als Kriterium für Berufungen – müssen in die neu zu verhandelnden Hochschulverträge aufgenommen werden.
- Die Validierungsphase ist zentral, um IP in ein investitionsfähiges Asset weiterzuentwickeln. Das hier in Berlin vorgehaltene Angebot an Förderung an dafür nutzbarer wissenschaftlicher Infrastruktur ist auszubauen und zu finanzieren.
- Hochschulen müssen sich für private Investoren öffnen; diese bringen nicht allein Kapital, vor allem unternehmerisches Wissen und Erfahrung an den Campus. Sie unterstützen Gründungen bereits in sehr frühen Phasen in Richtung Markt- und Kundenentwicklung.
- Für VC-Investoren sind Startups interessant, deren Gründungsteams ein gut strukturiertes Geschäftsmodell pitchen und deren Produkte validiert ist. Gründerteams aus der Wissenschaft sollten daher entsprechend gecoacht, die Programme zu Produktvalidierung ausgeweitet werden.
- Investitionsmöglichkeiten schaffen: B#, der Pre-Seed-Investitionsfonds der IBB Venture, sollte weiter ausgebaut werden; ein Co-Finanzierungsvehikel für akkreditierte Investoren nach der Logik der Säule II der Coronahilfe sollte als Instrument zu Mobilisierung privaten Kapitals geprüfte werden.
Anschlussorientierung und berufliche Ausbildung verbessern
Ein starkes Bildungs- und Ausbildungssystem ist eine zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins. Das Szenario „Anschlussorientierung und berufliche Ausbildung“ fokussiert auf die Aufgabe, den Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine berufliche Ausbildung zu verbessern. Kurzfristig werden dadurch unproduktive „Warteschleifen“ zwischen Schule und Ausbildung vermieden. Auf längere Sicht vermindert sich der Anteil der jungen Menschen, die ohne eine berufliche Ausbildung bleiben. Die Analyse setzt insofern an unterschiedlichen Zielgrößen an: erstens eine Halbierung der Anzahl der Jugendlichen im sogenannten Übergangsbereich unterschiedlicher berufsvorbereitender Maßnahmen, zweitens eine höhere Erwerbstätigkeit infolge einer Zunahme der Anzahl der beruflich qualifizierten Arbeitskräfte, die drittens zu einer Zunahme der durchschnittlichen Produktivität aller Beschäftigten führt.
Ergebnis: Wertschöpfung +0,5 % (0,9 Mrd. Euro), Beschäftigung +20.400 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten:
- Praxisnahe berufliche Orientierung flächendeckend umsetzen: Alle Schülerinnen und Schüler müssen die Vielfalt beruflicher Karrierewege kennen. Praxisnahe berufliche Orientierung muss an allen Schulformen, auch in der gymnasialen Oberstufe, umgesetzt werden.
- Übergangssystem grundlegend reformieren: Das Berliner Übergangssystem sollte auf nachweislich wirksame Maßnahmen reduziert werden und sich auf junge Menschen mit tatsächlichem Unterstützungsbedarf konzentrieren. Ineffiziente Strukturen und Doppelzuständigkeiten sind abzubauen.
- 11. Pflichtschuljahr weiterentwickeln und Übergänge in Ausbildung priorisieren: Ausbildungsreife Jugendliche dürfen nicht mehr ins Übergangssystem einmünden. Der Übergangsprozess im Rahmen des 11. Pflichtschuljahres sollte daher prioritär direkte Anschlüsse in die duale Ausbildung fördern. Die Vermittlung in Ausbildung muss Vorrang gegenüber schulischen Alternativangeboten haben.
- Jugendberufsagentur stärken: Die Jugendberufsagentur sollte zur zentralen Anlaufstelle für den Übergang Schule-Beruf weiterentwickelt werden. Insbesondere schuldistanzierte Jugendliche müssen durch aufsuchende Beratungsangebote früher erreicht und begleitet werden, um Orientierungsverluste zu vermeiden und direkte Übergänge in Ausbildung oder Beruf zu erleichtern. Die Steuerung der Jugendberufsagentur sollte sich künftig stärker an messbaren Erfolgsindikatoren orientieren.
Verbesserung der Matching-Effizienz am Berliner Arbeitsmarkt, sodass sich die durchschnittliche Vakanzzeit um 10 % reduziert
Das Szenario untersucht, welches wirtschaftliche Potenzial eine verbesserte Vermittlungseffizienz am Arbeitsmarkt entfalten könnte. Gemessen wird die Verbesserung an einer Verkürzung der Vakanzzeiten offener Stellen. Der Berliner Arbeitsmarkt weist im Bundesländervergleich eine relativ kurze Vakanzzeit auf. Zugleich hat sich die Besetzungsdauer offener Stellen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht, und in einzelnen Berufssegmenten zeigen sich ausgeprägte Fachkräfteengpässe.
Ergebnis: Wertschöpfung +2,2 % (4,1 Mrd. Euro), Beschäftigung +43.000 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten
- Arbeitsvermittlung stärker an den Bedarfen der Wirtschaft ausrichten und Vermittlungserfolge an nachhaltiger Beschäftigung in Engpassberufen messen.
- Förderinstrumente für Weiterbildung und Qualifizierung vereinfachen, stärker auf Zukunftskompetenzen ausrichten und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang erleichtern.
- Anerkennungs-, Visa- und Einstellungsverfahren beschleunigen, damit internationale Fachkräfte schneller produktiv eingesetzt werden können.
- Erwerbspotenziale im Inland heben, insbesondere durch bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege sowie durch eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen, Älteren und Menschen mit Behinderungen.
- Digitale Matching- und Vermittlungsprozesse ausbauen, damit Unternehmen und Fachkräfte schneller und passgenauer zusammenfinden.
Internationale Mobilität von Arbeitskräften
Untersucht wird ein Zielzustand, in dem die Zahl internationaler Fachkräfte in Berlin um 20 Prozent über den ansonsten zu erwartenden Entwicklungspfad hinaus steigt. Als Referenz dienen die rund 194.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit und anerkanntem beruflichem oder akademischem Ab-schluss im September 2025. Der unterstellte Zuwachs entspricht damit rund 39.000 zusätzlichen Fachkräften. Bezogen auf den gesamten Berliner Fachkräftebestand erhöht sich das qualifizierte Arbeitsangebot um etwa 3,1 Prozent.
Ergebnis: Wertschöpfung +1,0 % (1,86 Mrd. Euro), Beschäftigung +46.000 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten
- Verfahren beschleunigen und verlässlich machen: Einreise-, Aufenthalts- und Anerkennungsverfahren müssen schnell, digital und fristgebunden ablaufen, damit internationale Fachkräfte tatsächlich zügig in Berliner Unternehmen ankommen. Hierzu muss auch die auf Bundesebene geplante Work-and-Stay-Agentur zügig umgesetzt und mit den landesseitigen Strukturen eng verzahnt werden.
- Willkommensstrukturen bündeln: Berlin sollte die bislang weit verzweigten Beratungs- und Verwaltungsangebote im Ankommensprozess stärker örtlich bündeln und zu einer zentralen Anlaufstruktur weiterentwickeln. Ziel ist ein System „aus einem Guss“, das internationale Fachkräfte bei Aufenthalt, Anerkennung, Sprache, Wohnen und Familienfragen verlässlich begleitet. Ziel muss sein, Berlin zur Willkommensstadt auszubauen.
- Gezielte Kooperationen mit Herkunftsländern ausbauen: Kooperationen mit Herkunftsländern sind ein wichtiger Schlüssel, um internationale Fachkräfte frühzeitig zu gewinnen, vorzubereiten und nach Berlin zu begleiten. Die IHK Berlin geht mit TalentsBridge in Namibia bereits neue Wege bei Rekrutierung und Qualifizierung im Ausland.
Schaffung zusätzlichen Wohnraums
Das Szenario untersucht die längerfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen von 20.000 zusätzlichen Wohnungen innerhalb Berlins. Zusätzlich bedeutet dabei, dass Wohnungen jenseits des normalen (erwarteten, geplanten) Zuwachses durch Neubau- oder Renovierungsmaßnahmen hinzukommen. Die Modellierung konzentriert sich auf die Wirkung des zusätzlich verfügbaren Gebäudebestands auf die wirtschaftlichen Aktivitäten, also etwa die Beschäftigung und die Wertschöpfung, innerhalb Berlins. Die vorübergehenden Nachfrage- und Beschäftigungseffekte während der Bauphase werden nicht als eigener Investitionsimpuls modelliert. Sie sind von den dauerhaften Wirkungen des vergrößerten Wohnungsbestands zu unterscheiden.
Ergebnis: Wertschöpfung +0,69 % (1,3 Mrd. Euro), Beschäftigung +11.500 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten:
- Planungs- und Genehmigungsverfahren konsequent beschleunigen, bestehende Hemmnisse abbauen und die im Schneller- und Einfacher-Bauen-Gesetz geschaffenen Spielräume in der Verwaltung konsequent anwenden.
- Flächenpotenziale ergebnisoffen prüfen und aktivieren, einschließlich einer verantwortungsvollen Randbebauung des Tempelhofer Feldes.
- Hürden im Natur- und Artenschutz abbauen: Natur- und Artenschutzregelungen praxistauglich gestaltet, damit Bauvorhaben nicht durch komplexe und langwierige Verfahren verzögert werden. Klare Leitlinien, einheitliche Standards in allen Bezirken und eine Novellierung des Berliner Naturschutzgesetzes schaffen Rechtssicherheit und vereinfachen Verfahren.
- Investitionen schützen: Verlässliche Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau sichern und Vergesellschaftung ablehnen, da sie Eigentumssicherheit untergräbt, Investitionen abschreckt und den Landeshaushalt erheblich belastet.
Halbierung von Stauzeiten im Wirtschaftsverkehr
Das Szenario untersucht die Folgen einer Halbierung der durch Stau verursachten zusätzlichen Fahrzeiten im Berliner Wirtschaftsverkehr. Gemeint ist nicht eine Halbierung der gesamten Fahrzeit, sondern eine Halbierung der Verzögerung gegenüber einer Fahrt unter störungsfreien Verkehrsbedingungen. Städtische Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliche Aktivität. Im Unterschied zu vielen privaten Wegen ist Fahrzeit in großen Teilen des Wirtschaftsverkehrs unmittelbar Bestandteil des Produktionsprozesses. Steht beispielsweise ein Bauunternehmen, ein Lieferdienst oder ein ambulanter Pflegedienst im Stau, sind nicht nur Fahrzeug und Fahrpersonal gebunden. Es hat auch zur Folge, dass innerhalb einer gegebenen Arbeitszeit weniger Aufträge, Lieferungen oder Kundenkontakte erbracht werden können.
Ergebnis: Wertschöpfung +0,71 % (1,33 Mrd. Euro), Beschäftigung +12.100 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten:
- Baustellen im Straßenraum koordinieren und zwar lang-, mittel- und kurzfristig (also aufeinander abstimmen), nächste Bauabschnitte schnell genehmigen und die Einhaltung der genehmigten Flächen überwachen. Nötige Prozessschritte wurden lange untersucht. Jetzt bitte umsetzen.
- Angemessene Gebühren für das Bewohnerparken einführen, damit Innenstadtbewohner ohne dringenden Privat-Kfz-Bedarf auf den ÖPNV umsteigen, der mit diesen Gebühren ergänzt wird. Diese vergleichsweise schnell möglichen Änderung der Gebührenordnung schafft auch Platz für Lieferflächen. Das behindernde Liefern in 2. Reihe wird so verringert und Stau abgebaut.
- Transparente und effektive Prozesse bei der Berliner Verkehrslenkung umsetzen
- Verkehrsinformationszentrale (VIZ) weiterentwickeln und damit mit Vorlauf über Baustellen informieren.
- Lichtsignalanlagen koordinieren und an Bauabläufe anpassen
Sieben zusätzliche Langstreckenverbindungen am BER einrichten
Untersucht wird ein Zielzustand, in dem am Flughafen Berlin Brandenburg sieben zusätzliche Langstreckenverbindungen eingerichtet werden. Die internationale Anbindung über den Luftverkehr ist ein zentraler Standortfaktor für offene Volkswirtschaften und insbesondere für global vernetzte Metropolregionen. Direktflugverbindungen – vor allem im Langstreckenbereich – spielen dabei eine besondere Rolle, da sie Reisezeiten reduzieren, die Erreichbarkeit verbessern und persönliche Kontakte zwischen Unternehmen und Märkten erleichtern. Dadurch können sie maßgeblich zur Intensivierung internationaler Handelsbeziehungen und wirtschaftlicher Aktivitäten beitragen.
Ergebnis: Wertschöpfung +1,7 % (3,2 Mrd. Euro), Beschäftigung +21.200 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten:
- Destination- und Standortmarketing für Berlin an Flugzielorten aus Haushaltsmitteln verstärken, denn die Förderung von Konnektivität ist Wirtschaftsförderung.
- Verlässlichkeit des BER erhöhen: Verspätete Linienflüge müssen verlässlich am BER abgewickelt werden können. Um eine praxistaugliche Handhabung im Rahmen der bestehenden Regelungen zu finden, müssen mögliche operative Spielräume geprüft werden.
- Die staatlich induzierten Standortkosten am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) müssen sinken. Die Luftverkehrsteuer sollte abgeschafft oder deutlich reduziert werden.
- Luftverkehrsabkommen auf bilateraler, multilateraler und europäischer Ebene sollten die Mobilitäts- und Wirtschaftsinteressen der Hauptstadtregion stärker berücksichtigen. Dafür braucht es eine weitere Liberalisierung von Verkehrsrechten für Langstreckenverbindungen zu wichtigen Wirtschafts- und Wachstumsregionen, etwa nach China und in den Mittleren Osten.
- Bürokratie und regulatorische Vorgaben für Luftverkehr in Deutschland abbauen und an europäischen Standards orientieren – kein „gold-plating“.
- Der Flughafen Berlin Brandenburg muss auch aus erweitertem Einzugsgebiet besser erreichbar werden. Der Senat sollte gemeinsam mit dem Bund darauf hinwirken, den BER stärker in den Fernverkehr der Bahn einzubinden. Dazu gehört ein regulärer Halt von ICE und IC-Zügen am Flughafen. Darüber hinaus sollten die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen ausgebaut und beschleunigt werden, insbesondere zwischen Berlin und den Städten Stettin (Szczecin), Breslau (Wrocław) und Landsberg a.d.W. (Gorzów Wielkopolski).
Landesseitig verursachte Bürokratiekosten werden um 50 % reduziert
Untersucht wird ein Zielzustand, in dem die durch Berliner Regelungen beziehungsweise deren landesrechtliche Ausgestaltung verursachten Bürokratiekosten der Unternehmen um 50 % reduziert werden. Das Szenario untersucht, welche gesamtwirtschaftlichen Wirkungen entstehen, wenn komplexe Regelungen vereinfacht, überflüssige Auflagen abgeschafft, vermeidbare Verfahrensschritte reduziert und digitale Verfahren eingeführt werden. Im Mittelpunkt steht eine Entlastung bei Regelungen auf der Ebene des Bundeslandes Berlin, die den Aufwand für Berichtspflichten und andere Belastungen bei den Unternehmen um 50 % reduziert.
Ergebnis: Wertschöpfung +0,49 % (0,9 Mrd. Euro), Beschäftigung +3.000 Personen
Zentrale Handlungsmöglichkeiten
- Genehmigungspflichten zu reinen Anzeigepflichten machen – außer die Verwaltung begründet explizit, warum das nicht geht.
- Schriftformerfordernisse durch Textform ersetzen! Schriftformerfordernisse in landesrechtlich geregelten Verwaltungsverfahren werden grundsätzlich durch Textform oder elektronische Form ersetzt, soweit keine zwingenden rechtlichen Vorgaben entgegenstehen. Digitale Identifizierungsverfahren werden verbindlich anerkannt, sofern sie die landesrechtlich festgelegten Sicherheitsanforderungen erfüllen.
- Bürokratiewucher verhindern! Bürokratieabbau hilft nicht, wenn sofort die nächste Überregulierung nachwächst. Hier braucht auch das Parlament eine Schlüsselrolle. Ein eigener AGH-Ausschuss Bürokratieabbau muss nach der Wahl eingerichtet werden.
- Normenkontrollrat Berlin einrichten! Ein unabhängiger Landesnormenkontrollrat prüft Gesetzes- und Verordnungsentwürfe auf ihre bürokratischen Auswirkungen und Vollzugstauglichkeit. Er macht Vorschläge zu schlanker, praxisnaher Gesetzgebung und schafft Transparenz über Kosten bzw. Erfüllungsaufwand für Wirtschaft und Verwaltung. Im Bund und in zahlreichen Bundesländern unterstützen Normenkontrollräte bei Bürokratieabbau und -vermeidung
- Goldplating auf der Berliner Landesebene beenden! Siehe öffentliche Beschaffung: Nur in Berlin wird sie zu einem vorrangig sozial- und umweltpolitischen Instrument gemacht, das Investitionen und Wettbewerb verhindert, statt zu fördern.