Dezember 2025: Fachkräftesicherung muss im Wahljahr zur Top-Priorität werden
Das Wahljahr darf kein Jahr des Stillstands sein. Eine hohe Arbeitslosigkeit trifft in Berlin auf einen massiven Fachkräftebedarf und lange Vakanzzeiten – ein Widerspruch, der Wachstum und Chancen blockiert. Deshalb muss die Fachkräftestrategie zügig beschlossen und konsequent umgesetzt werden.
2025 war der Berliner Arbeitsmarkt von starken Widersprüchen geprägt: Während in vielen Branchen Fachkräfte fehlten und Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, nahm die Arbeitslosigkeit deutlich zu. Zeitweise waren über 223.000 Menschen arbeitslos, die Langzeitarbeitslosigkeit erreichte mit mehr als 70.000 Betroffenen einen neuen Höchststand. Gleichzeitig blieben laut IHK-Fachkräftemonitor rund 59.000 Stellen unbesetzt. Die durchschnittliche Vakanzzeit lag bei 125 Tagen.
Herausforderungen für den Arbeitsmarkt bleiben bestehen
Der strukturelle Mismatch am Arbeitsmarkt bleibt bestehen. Laut dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung gab es im Durschnitt für 22 Prozent der offenen Stellen keine passend qualifizierten Bewerber. Besonders betroffen sind Fachkräfte und Experten – unter anderem in der Gesundheits- und Krankenpflege, der technischen Gebäudeausrüstung, der Elektrotechnik und der öffentlichen Verwaltung. Lange Vakanzzeiten bleiben ein Geschäftsrisiko für Unternehmen durch Produktivitäts- und Innovationsverluste, steigende Kosten und eine höhere Belastung der Belegschaft.
Weichen stellen für einen zukunftsfesten Arbeitsmarkt
Für die Belebung des Arbeitsmarktes braucht Berlin eine langfristige Fach- und Arbeitsmarktstrategie, die Bildung, Qualifizierung, Zuwanderung und die bessere Nutzung vorhandener Potenziale systematisch verbindet. Neben Qualifizierung und passgenauer Vermittlung sind internationale Fachkräfte unverzichtbar. Schlanke Verfahren, schnelle Anerkennungen und gezielte Sprachförderung sind unerlässlich für eine schnelle Erwerbsmigration. Parallel müssen inländische Potenziale besser erschlossen werden – durch verlässliche Kinderbetreuung, Weiterbildung, Inklusion und Integration. Fachkräftesicherung gelingt nur mit bezahlbarem Wohnraum. Beschäftigten- und Azubiwohnen müssen Teil einer vorausschauenden Standortpolitik sein. Berlin braucht stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Zusätzliche Belastungen und Standortunsicherheiten durch die Ausbildungsplatzabgabe oder eine fortgesetzte Vergesellschaftungsdebatte würden den Wirtschaftsstandort nachhaltig schwächen.
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Zahlen im Überblick
Dezember 25
November 25
Zahl der Arbeitslosen in Berlin
216.327
217.967
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat
11.601
12.832
Arbeitslosenquote in Prozent
10,1
10,2
Jugendliche Arbeitslose (15 bis unter 25 Jahre)
16.998
17.153
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat
731
784
Arbeitslosenquote in Prozent
9,2
9,3
Ältere Arbeitslose (55 bis unter 65 Jahre)
41.062
41.163
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat
2.382
2.650
Arbeitslosenquote in Prozent
9,5
9,5
Langzeitarbeitslose (1 Jahr und länger arbeitslos)
69.276
69.950
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat
7.922
8.040
Anteil an gesamter Arbeitslosigkeit in Prozent
32
32,1
Arbeitslose Ausländer
91.356
92.349
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat
4.733
5.248
Arbeitslosenquote in Prozent
17,3
17,5
Gemeldete Arbeitsstellen, Zugang
4.288
4.278
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat in Prozent
-6
-16,5
Gemeldete Arbeitsstellen, Zugang seit Jahresbeginn
56.267
51.979
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat in Prozent
-11,4
-11,8
Im Oktober 2025 waren 1.690.400 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 6.500 Personen weniger als im Oktober 2024. Mit diesem Rückgang von 0,4 Prozent liegt die Region 0,4 Prozentpunkte unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.