Abgeleitet aus dem Positionspapier zu Innenstadtentwicklung und Einzelhandel hat die Bergische IHK Anfang 2026 die erste Bergische Innenstadtkonferenz veranstaltet.
In den von der IHK-Vollversammlung und dem IHK-Einzelhandelsausschuss beschlossenen Positionen wird unter anderem ein Mehr an Kommunikation und Kooperation eingefordert. Um dieses Mehr nicht nur von anderen zu fordern, wurde mit diesem Auftakt der Raum für diese Kommunikation und Kooperation im Rahmen der Konferenz geschaffen. Ziel ist es die bergische Zusammenarbeit zu fördern und einen gemeinsamen Blick über den städtischen und bergischen Tellerrand zu werfen. Dieser Blick sollte in die Zukunft gerichtet sein, damit alle in unseren Innenstädten handelnden Akteure sich und ihre Arbeit an unseren Innenstädten auf eine veränderte Zukunft ausrichten können.
Die Konferenz
Fast 80 geladene Innenstadt-Akteure aus dem Bergischen Städtedreieck haben sich durch interessante Key-Notes, Best Practices und einen Workshopteil inspirieren lassen. Darunter die drei Stadtspitzen Miriam Scherff, Daniel Flemm und Sven Wolf, Vertreter der Wirtschaftsförderungen, Verwaltungen, des Handels, der Wirtschaftsjunioren sowie weitere Innenstadt-Akteure.
Keynote zur Inspiration
Andreas Reiter vom ZTB Zukunftsbüro aus Wien hielt einen motivierenden Vortrag über die Zukunft der Innenstädte, die man zwar nicht vorhersehen, aber gestalten könne. Städte werde es immer geben, sagte er. Durch ihre Dichte an Talenten und Möglichkeiten, gebe es viel Potenzial, das es zu entfalten gelte. Dabei müssten moderne Veränderungen wie Digitalisierung und neues Nutzungsverhalten ebenso berücksichtigt werden wie soziale Parameter. Aber mit Blick auf junge Menschen, lokale Identitäten und Traditionen, verschiedene Quartiere und die mutige Nutzung von Schlüsselimmobilien gebe es gute Chancen. Wenn man mutig, langfristig und gemeinsam plane und arbeite.
Best Practices für Komplizen
Kristine Todt von der Hanau Marketing GmbH und Frank Achenbach von der IHK Offenbach am Main stellten ihre Aktivitäten zur Entwicklung ihrer Innenstädte als Best Practice Beispiele vor. Beide Städte haben mit Netzwerken, Haltung und dem Mut zum Probieren viel in ihren Innenstädten bewegt. Und eben auch mit dem Mut zu Investitionen. Kristine Todt: “Wir haben Immobilien gekauft, weil wir wollten, dass die Stadt schön bleibt.“ Und man habe sich bewusst „Komplizen“ außerhalb der bestehenden Netzwerke gesucht und so für Ideen und Akzeptanz gesorgt. Frank Achenbach hat mit der IHK in Offenbach die Entwicklung des Innenstadtkonzepts angestoßen und begleitet dessen Umsetzung seit zehn Jahren. Das Konzept dient der Politik zur Orientierung und hat auch in Offenbach dazu geführt, dass Immobilien gekauft wurden. „Es darf nicht so sein, dass der eine auf den anderen zeigt, wenn es um die Probleme und Lösungen geht“, sagte er. „Es geht nur gemeinsam!”
Blick der Stadtoberhäupter in die Zukunft
Die Oberbürgermeister erläuterten in einem durch die IHK-Vizepräsidentinnen Bärbel Beck und Katrin Becker moderierten Interview ihre Visionen für die Innenstädte 2035. Alle drei berichteten, dass die Frage nach Schlüsselimmobilien in ihren Städten von Bedeutung sei, um Einfluss auf Entwicklungen zu nehmen. Sie hoben zudem hervor, die bergische Zusammenarbeit weiter ausbauen zu wollen; allen voran im Bereich Tourismus, um voneinander zu profitieren und gemeinsam stärker zu sein.
Vision der Teilnehmenden für 2035
Im Rahmen der Anmeldung zur Bergischen Innenstadtkonferenz wurde von den Teilnehmenden die jeweilige Vorstellung einer zukunftsfähigen Innenstadt des Jahres 2035 abgefragt. Die Antworten hierzu finden sich in der unten abgebildeten Wortwolke. Vor allem wurden die Begriffe Aufenthaltsqualität und Nutzungsmix mitsamt den jeweiligen Ausprägungen genannt. Immer wieder wurde die Bedeutung von Grün in der Innenstadt hervorgehoben und die Wichtigkeit der Begegnungsmöglichkeit für die Breite der Gesellschaft.
Wie eine Innenstadt, die aus diesen Vorstellungen besteht, aussehen kann, zeigt das mit einem Augenzwinkern zu betrachtende Bild, welches mittels KI generierte wurde. Der Radweg sollte vielleicht nicht abrupt vor spielenden Kindern enden. 😉
Workshops - Montagmorgen starten!
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden unter Moderation von Gottfried Engendahl (DEEPWOOD GmbH) in Einzelarbeit Projekte gesammelt, die zeitnah im Bergischen Städtedreieck funktionieren könnten. Danach wurden diese in acht Kleingruppen diskutiert. Jede Gruppe einigte sich auf eine Idee, die im Anschluss dem Plenum vorgestellt wurde und eine Bewertung der Projekte vornahm. Die Workshop-Phase und -Ergebnisse sind hier nochmal dargestellt sowie in den Download rechts zu finden.
Ausblick
Die drei am besten bewerteten Projektideen sollen unter einer Schirmherrschaft der IHK weiterverfolgt werden. Außerdem herrschte Einigkeit, dass der Austausch über die Stadtgrenzen hinweg fortgeführt werden soll.