International
Freihandelsabkommen EU - Australien: Verhandlungsdurchbruch
Die Europäische Union und Australien haben die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen erfolgreich abgeschlossen.
Verhandlungsdurchbruch: EU und Australien schließen Freihandelsabkommen ab
Die Europäische Union und Australien haben am 24. März 2026 ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen erfolgreich abgeschlossen. Das Abkommen gilt als wichtiger Meilenstein und verspricht deutliche wirtschaftliche Impulse für beide Seiten.
Entlastung für Exporteure
Kern des Abkommens ist der Abbau von über 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte nach Australien. Die Europäische Kommission rechnet mit jährlichen Einsparungen von bis zu einer Milliarde Euro. Gleichzeitig könnten die EU-Exporte im kommenden Jahrzehnt um rund 33 Prozent steigen.
Besonders profitieren Branchen wie Maschinenbau, Automobilindustrie und Chemie: Für diese Güter entfallen die Zölle bereits ab Inkrafttreten vollständig.
Besserer Marktzugang für Dienstleistungen
Auch im Dienstleistungssektor verbessert sich der Zugang erheblich. EU-Unternehmen erhalten neue Chancen in Bereichen wie freiberufliche und unternehmensbezogene Dienstleistungen, Seeverkehr und Finanzdienstleistungen.
Landwirtschaft zwischen Öffnung und Schutz
EU-Landwirte profitieren von neuen Exportmöglichkeiten, da Australien Zölle auf Produkte wie Käse, Wein, Schokolade sowie Backwaren abschafft.
Gleichzeitig bleiben sensible Bereiche geschützt: Für Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch, Zucker, Reis und bestimmte Milchprodukte gelten weiterhin Mengenbegrenzungen. Ein Schutzmechanismus ermöglicht es der EU, bei Marktstörungen schnell zu reagieren.
Schutz geografischer Herkunftsangaben
Das Abkommen sichert 165 Agrar- und Lebensmittelprodukte sowie 231 Spirituosen rechtlich ab. Bezeichnungen wie „Nürnberger Bratwürste“ oder „Schwarzwälder Schinken“ bleiben damit geschützt. Zusätzlich werden mehr als 1.600 geografische Herkunftsangaben europäischer Weine anerkannt.
Rohstoffe und Ausblick
Australien ist ein wichtiger Produzent von Aluminium, Lithium und Mangan. Das Abkommen reduziert oder beseitigt Zölle auf diese Rohstoffe und stärkt damit die Versorgung der EU-Industrie.
Die Verhandlungen laufen seit Juli 2018. Nach der Ratifizierung könnte das Abkommen 2027 in Kraft treten.
Quelle: The EU-Australia trade agreement – European Commission
