Warnung vor höheren Alkoholsteuern – Belastung für Sektwirtschaft, Weinbau und Tourismus
Die Bundesregierung diskutiert Erhöhungen der Schaumweinsteuer sowie der Alkoholsteuer auf Spirituosen. Das sieht die IHK Wiesbaden mit großer Sorge: Die Pläne würden zentrale Wirtschaftsbereiche in Wiesbaden und im Rheingau erheblich belasten und die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe schwächen.
17. Juli 2026 - „Gerade in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation, steigender Kosten und großer Unsicherheiten benötigen die Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen und keine zusätzlichen Belastungen“, erklärt Sabine Meder, Hauptgeschäftsführerin der IHK Wiesbaden.
Eine Anhebung der Schaumweinsteuer hätte weitreichende Folgen für die Weinwirtschaft im Rheingau. Zahlreiche Weingüter haben in den vergangenen Jahren gezielt in die Produktion hochwertiger Sekte investiert, um neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Eine höhere Besteuerung würde ausgerechnet diesen wichtigen Zukunftsbereich treffen.
Im Fokus der Steuererhöhung stünden zwei für die Region bedeutende Branchen: die traditionsreiche Sektwirtschaft am Standort Wiesbaden sowie die vom Weinbau geprägte Wirtschaft im Rheingau. Wiesbaden gilt mit seinen international erfolgreichen Sektproduzenten seit vielen Jahren als deutsche Sekthauptstadt. Die geplanten Steuererhöhungen würden Unternehmen treffen, die weit über die Region hinaus zur Wertschöpfung, Beschäftigung und internationalen Sichtbarkeit beitragen.
Gesamte Wertschöpfungskette betroffen
Die Auswirkungen würden sich dabei nicht auf Winzer und Sekt- und Spirituosenhersteller beschränken. Insbesondere im Rheingau hängen zahlreiche Arbeitsplätze direkt oder indirekt von Weinbau und Weintourismus ab.
Das bestätigt auch Dr. Andreas Brokemper, CEO von Henkell Freixenet: „Die geplante Steuererhöhung träfe weit mehr als einzelne Unternehmen – sie belastet eine gesamte Wertschöpfungskette von uns als Herstellern über den Handel bis zur Gastronomie. Zugleich würde sie Produkte deutlich verteuern, die Teil unserer Kultur sind, besondere Momente bewusst zu feiern, während der fiskalische Nutzen der Maßnahme keineswegs garantiert ist.“
Tatsächlich ist zu bezweifeln, dass die erwarteten Steuermehreinnahmen tatsächlich im prognostizierten Umfang erzielt werden können. Die betroffenen Märkte reagieren erfahrungsgemäß sensibel auf Preissteigerungen. Höhere Steuern könnten daher zu rückläufigen Absätzen führen und die erhofften Mehreinnahmen wieder aufzehren. Gleichzeitig würden sinkende Umsätze und Gewinne auch die Einnahmen aus anderen Steuerarten verringern. Darüber hinaus könnten Städte und Gemeinden mit rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen konfrontiert werden.
Aus Sicht der IHK Wiesbaden würden die geplanten Steuererhöhungen damit nicht nur Unternehmen, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung und die kommunalen Haushalte in Wiesbaden und dem Rheingau belasten. Die IHK appelliert deshalb an die Bundesregierung, die Folgen für die regionalen Wirtschaftsstrukturen sorgfältig zu prüfen und auf zusätzliche Belastungen für die betroffenen Branchen zu verzichten.
