Konjunkturbericht Herbst 2026
Die regionale Wirtschaft hat sich vom schwachen Frühsommer etwas erholt. Von einem nachhaltigen Aufschwung kann jedoch keine Rede sein. Der Geschäftsklimaindex der IHK Wiesbaden steigt im Herbst 2026 von 87 auf 98 Punkte. Besonders am Arbeitsmarkt kommt die leichte Erholung bislang nicht an: Die Unternehmen bleiben bei Neueinstellungen zurückhaltend, obwohl vielerorts weiterhin qualifizierte Fachkräfte fehlen. Zugleich erhöhen die Arbeitskosten den Druck auf die Betriebe.
13. Oktober 2026 - Der Beschäftigungssaldo verbessert sich zwar auf minus 7 Punkte, bleibt aber negativ. Nur 13 Prozent der Unternehmen rechnen mit steigender Beschäftigung, während 20 Prozent einen Personalabbau erwarten. In sämtlichen untersuchten Branchen liegen die Beschäftigungserwartungen weiterhin im Minus. Neueinstellungen bleiben damit die Ausnahme.
Gleichzeitig bleibt die Suche nach qualifiziertem Personal schwierig. 30 Prozent der Unternehmen können offene Stellen länger als zwei Monate nicht besetzen. Gesucht werden insbesondere Fachkräfte mit Weiterbildungsabschlüssen wie Meister oder Fachwirte (48 Prozent), mit Hochschulabschluss (45 Prozent) oder dualer Berufsausbildung (40 Prozent). Die Unternehmen halten sich damit bei Neueinstellungen zurück, obwohl vielerorts qualifiziertes Personal fehlt.
„Die leichte konjunkturelle Erholung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie bislang nicht am Arbeitsmarkt ankommt. Wenn Betriebe trotz Fachkräftebedarfs bei Neueinstellungen zurückhaltend bleiben, ist das ein deutliches Warnsignal für den Standort. Die Unternehmen brauchen wieder mehr Planungssicherheit und spürbare Entlastungen bei Kosten und Bürokratie“, sagt Jörg Brömer, Präsident der IHK Wiesbaden.
Arbeitskosten als Geschäftsrisiko
Mittlerweile nennt jedes zweite Unternehmen die Arbeitskosten als Geschäftsrisiko. Damit gehören sie neben den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (69 Prozent), der schwachen Inlandsnachfrage (61 Prozent) sowie den Energie- und Rohstoffpreisen (54 Prozent) zu den größten Belastungsfaktoren. Auch der Fachkräftemangel gewinnt wieder an Bedeutung und wird von 37 Prozent der Betriebe als Risiko genannt.
„Der Fachkräftemangel ist nicht verschwunden. Gleichzeitig führt die schwache wirtschaftliche Dynamik dazu, dass viele Betriebe derzeit keine zusätzlichen Stellen schaffen. Diese Kombination aus Fachkräfteengpässen, hohen Arbeitskosten und zurückhaltender Personalplanung macht die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt besonders schwierig“, erklärt Fabian Lauer, Leiter Wirtschaftspolitik der IHK Wiesbaden.
KI erhöht Qualifizierungsbedarf
Während die Unternehmen kurzfristig kaum neue Stellen schaffen, verändert Künstliche Intelligenz (KI) zugleich die Anforderungen an die Beschäftigten. 42 Prozent der Unternehmen erwarten einen steigenden Weiterbildungsbedarf und 39 Prozent veränderte Tätigkeitsprofile. 31 Prozent rechnen mit einem sinkenden Personalbestand durch Automatisierung und Rationalisierung, lediglich 7 Prozent erwarten zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten. KI wird damit aus Sicht der Unternehmen vor allem zu einer Qualifizierungsaufgabe.
Zum Konjunkturbericht der IHK Wiesbaden
Der IHK-Konjunkturbericht enthält umfassende Analysen und grafische Darstellungen zur konjunkturellen Lage im Wirtschaftsraum der IHK Wiesbaden. Kostenfrei abrufbar ist er unter www.ihk.de/wiesbaden/konjunkturbericht. Regionale Unternehmen finden dort zudem die Möglichkeit, sich für die dreimal im Jahr stattfindende Befragung anzumelden.
Der IHK-Konjunkturbericht enthält umfassende Analysen und grafische Darstellungen zur konjunkturellen Lage im Wirtschaftsraum der IHK Wiesbaden. Kostenfrei abrufbar ist er unter www.ihk.de/wiesbaden/konjunkturbericht. Regionale Unternehmen finden dort zudem die Möglichkeit, sich für die dreimal im Jahr stattfindende Befragung anzumelden.
IHK-Ansprechpersonen für fachliche Fragen
Fabian Lauer
Stv. Geschäftsführer und Leiter Wirtschaftspolitik
+49 611 1500-126
f.lauer@wiesbaden.ihk.de
Pia-Luise Lütsch
Referentin Standort, Konjunktur
+49 611 1500-167
l.luetsch@wiesbaden.ihk.de
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