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Qualifizierte Fachkräfte sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und ein wichtiger Vorteil im globalen Wettbewerb. Den größten Anteil an allen Beschäftigten machen die beruflich ausgebildeten Fachkräfte aus. In einer Kombination zwischen Theorie und Praxis werden die Auszubildenden an den beiden Lernorten „Berufsschule“ und „Betrieb“ an die Arbeitswelt herangeführt. In den Ausbildungsbereichen Industrie und Handel, Landwirtschaft, Öffentlicher Dienst, Freie Berufe und Hauswirtschaft befanden sich 2025 über 172.000 Menschen in Baden-Württemberg in Ausbildung.
Auszubildende in Baden-Württemberg nach Ausbildungsbereichen
Ausbildungsbereich
2013
2015
2020
2021
2022
2023
2024
2025
Industrie und Handel
122.348
118.190
101.466
106.860
112.391
102.576
103.204
100.939
Handwerk
53.036
46.980
44.310
46.022
46.844
43.366
43.749
45.260
Landwirtschaft
3.932
3.700
3.622
3.740
3.648
3.554
3.510
3.449
Öffentlicher Dienst
5.836
5.425
5.778
5.860
6.011
5.591
6.086
6.194
Freie Berufe
14.417
14.613
15.367
15.324
15.275
15.572
15.564
15.942
Hauswirtschaft
1.482
1.074
691
841
929
598
548
540
Insgesamt
201.051
189.931
189.982
192.442
190.376
190.960
190.236
171.234
Abgesehen vom Nachholeffekt nach der Corona-Pandemie gehen die Auszubildendenzahlen in der vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. Das liegt nicht vorrangig an einem zu geringen Bedarf in den Unternehmen, sondern an der schrumpfenden Zahl von Jugendlichen sowie einer steigenden Tendenz in der Berufswahl hin zu rein schulischen und universitären Ausbildungsgängen.
Das gilt auch für IHK-Region Ulm. Die Zahl der Ausbildungsstellenbewerber ist laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zwischen 2008 und 2020 kontinuierlich zurückgegangen. Danach schwanken die Zahlen vor allem, weil die Corona-Pandemie das Ausbildungsplatzangebot in den besonders von der Pandemie betroffenen Branchen eingeschränkt hatte. Nach Corona ist es dann teilweise zu Nachholeffekten gekommen, bei den Bewerbern und dem Ausbildungsplatzangebot.
Die Zahl der Auszubildenden war in der IHK-Region Ulm zwischen 2013 und 2019 relativ konstant, im Durchschnitt befanden sich 2430 Personen in der Ausbildung in IHK-Berufen. Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab 2020 konnte viele Betriebe, insbesondere im Gastgewerbe, im Handel und einigen personenbezogenen Dienstleistungsbereichen, nicht mehr durchgeführt werden, so dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge und in der Folge entsprechend auch die Zahl der Auszubildenen merklich zurückgegangen ist. Im Anschluss haben sich die Ausbildungszahlen wieder etwas erholt, aber die nachfolgenden Krisen (Ukraine-Krieg, Energiekrise, Gaza-Krieg, Zollkrise) haben die regionale Wirtschaft stagnieren lassen, was eine erneute Ausweitung der betrieblichen Ausbildung erschwert hat.
Von allen neuen Ausbildungsverträgen entfällt nicht ganz die Hälfte aktuell auch gewerblich, technische Berufe, die andere Hälfte auf kaufmännische Berufe. Damit haben die gewerblich, technischen Berufe in den letzten zehn Jahren relativ an Bedeutung gewonnen. Davor lag ihr Anteil bei knapp über 40 Prozent.