Aktueller Gewerbeflächenbericht der Metropolregion Hamburg zeigt Potenziale für Westmecklenburg
Wie entwickelt sich das Angebot an verfügbaren Industrie- und Gewerbeflächen in der Metropolregion Hamburg? Das aktuelle Gewerbeflächenmonitoring zeigt: Westmecklenburg verfügt derzeit über attraktive Industrie- und Gewerbeflächen für zukünftige Neuansiedlungen oder Produktionserweiterungen. Land, Klimaschutzmaßnahmen und Erneuerbare Energien führen allerdings vermehrt zu Flächennutzungskonkurrenzen.
Die Metropolregion Hamburg hat im Dezember 2025 ihren aktuellen Bericht zum Gewerbeflächenmonitoring vorgelegt. Während Gewerbeflächen gerade im unmittelbaren Hamburger Umland knapp sind, verfügen Ludwigslust-Parchim und Schwerin zusammen über 450 Hektar freie Industrie- und Gewerbeflächen und stehen damit MRH-weit auf den ersten beiden Plätzen. Allein Schwerin bietet für Investoren mit 200 Hektar sofort verfügbaren Industrieflächen im Industriepark gute Ansiedlungsperspektiven. Damit finden sich in Westmecklenburg gute Voraussetzungen, um ein Entwicklungsschwerpunkt der Metropolregion Hamburg zu werden. Insbesondere mit dem Bau der festen Fehmarnbeltquerung können Verkehrs- und Warenströme von Nord- nach Mittel- und Südeuropa zukünftig effektiv am Engpass Hamburg vorbeigeleitet werden und unsere Region damit für Investitionen zwischen den Metropolen Hamburg, Berlin und Stettin noch interessanter werden. Vor diesem Hintergrund stärken der Bau des neuen Autobahnzubringers in Schwerin, die Fertigstellung der A14 sowie der Ausbau der Bahnstrecke Bad Kleinen-Lübeck die Attraktivität der Region und ihrer Gewerbeflächen.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass das Angebot an verfügbaren Flächen in Westmecklenburg zwischen 2022 und 2023 619,9 Hektar auf 567,8 zurückgegangen ist. Und deutlich wird auch, wie wichtig Industrie- und Gewerbeflächen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sind. In Ludwigslust-Parchim arbeiten 36,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in gewerbeflächenabhängigen Branchen -. In Nordwestmecklenburg sind es immerhin 34,2 Prozent.
Der Bericht hebt aber auch einen zunehmenden Flächendruck für Industrie- und Gewerbegebiete insgesamt hervor, der sich nicht zuletzt durch die wachsende Nutzungskonkurrenz von Erneuerbaren Energien, Landwirtschaft und Klimaschutz immer stärker bemerkbar macht. Dies betrifft nicht nur den Bedarf an Flächen für Windkraft- und Photovoltaikanlagen, sondern auch für neue Batteriespeicher, Umspannwerke und Leitungen. Das bundesweite Ziel zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme und die entsprechenden Klimaanpassungsmaßnahmen erfordert dabei in vielen Kommunen Maßnahmen zur Innenentwicklung oder zum verstärkten Flächenrecycling, z.B. durch Brownfieldprojekte, also der Reaktivierung brachliegender Altindustrieflächen. Auch gewinnen Maßnahmen zur Flächeneffizienz und die interkommunale Zusammenarbeit (wie z.B. aktuell die Gewerbegebiete Kritzowburg-Hornstorf sowie Grevesmühlen-Upahl in Nordwestmecklenburg) zunehmend an Bedeutung. Eine vorausschauende Landes- und Regionalplanung sollte diese Faktoren für die zukünftige Entwicklung berücksichtigen und entsprechende Vorsorge treffen.
