Das IHK-Magazin WIKO
Nr. 6745556
4 min Lesezeit
Prof. Dr. jur. Bodo Wiegand-Hoffmeister

Leuchtturm für ange­wandte Wissen­schaften

Weltkulturerbe, Hafenstadt, Industriestandort und ... Platz zum Studieren, Forschen sowie Zukunft gestalten. Die Hansestadt Wismar profitiert von ihrer Hochschule, die angewandte Wissenschaften in den Bereichen Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften sowie Gestaltung vereint. Sie zählt knapp 7.400 Studierende. Die überwiegend aus der Region stammenden jungen Leute kommen nicht nur wegen des Charmes der liebenswerten Stadt und der Nähe zum Ostseestrand. Sie schätzen Praxisbezug und Forschungsdrang, Präsenz- und Online-Studium, hochwertige Ausstattung auf dem Campus und in Laboren, zertifizierte Familienfreundlichkeit und flache Hierarchien, Unternehmergeist und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Die "University of Applied Sciences – Technology, Business and Design“ ist die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Drei starke Fakultäten, allesamt mit eigener Historie, verfolgen einen hohen wissenschaftlichen Anspruch. "Letztlich ging die heutige Lehreinrichtung aus der technischen Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht hervor“, erklärt Rektor Prof. Dr. jur. Bodo Wiegand-Hoffmeister, seit 2014 im Amt. "Daraus leiten wir ein gewisses Selbstverständnis ab: Wir arbeiten sehr forschungsorientiert.“
Bodo Wiegand-Hoffmeister, der sich in Kürze erneut der Wahl zur Hochschulleitung stellt, möchte die Stärke der Hochschule erhalten und, wenn möglich, weiter ausbauen. "Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, den Kurs zu halten und für ausreichend Wind in den Segeln zu sorgen. Nur so gelingt es, die wissenschaftliche Weiterentwicklung zu gewährleisten“, sagt der Rektor mit Blick auf die wohl schwächer werdende Finanzausstattung des Landes und damit wahrscheinliche Einsparungsoptionen.

Gut aufgestellt

Die Hochschule mit 135 Professuren präsentiert sich aktuell sehr gut aufgestellt. Sie bietet 80 Studienprogramme – sowohl im Präsenzstudium an den Standorten Wismar, Warnemünde und Malchow/Poel als auch im Fern- und Onlinestudium über das Tochterunternehme WINGS. Zahlreiche Studiengänge haben deutschlandweit, manche auch internatrional einen besonderen Ruf. Dazu zählen neben vielen anderen Architectural Lighting Design, International Management in Wismar sowie Nautik und Schiffsbetriebstechnik/Anlagentechnik und Versorgungstechnik in Warnemünde. Eine eigene Forschungsgesellschaft rundet das Portfolio ab. Als Rektor freut sich Bodo Wiegand-Hoffmeister, dass Forschung und Transfer in Wismar sehr groß geschrieben werden. "Wir gehören zu den Hochschulen mit ausgesprochen hohem Drittmittelaufkommen. Das versetzt uns in die Lage, viele Projekte durchzuführen, die dem Land oder der Region zugutekommen“. Die Entwicklung der akademischen Angebote erfolge grundsätzlich über die Fakultäten. "Allerdings befinden wir uns ja nicht im luftleeren Raum. Sobald wir sehen, dass im Rahmen regionaler Bedarfe ein Schwerpunkt entsteht, dann reagieren wir.“ Erträge aus dem Fern- und Onlinestudium ermöglichen in einem gewissen Rahmen zusätzliche Stellen zu finanzieren und somit eine schnelle Anpassung auf Bedarfe - beispielsweise im Bereich Wirtschaftspsychologie.

Praxisorientierung

Auch zur wissenschaftlichen Begleitung technologischer Entwicklungen ist die Hochschule prädestiniert. Neben der Forschungs-GmbH Wismar zählen der InnovationPort im Hafen und die StartupYard auf dem Campus zu den Ideenschmieden für neue wirtschaftliche Aktivitäten. Davon dürfe es gern noch mehr geben. "Wir begrüßen die Weiterentwicklungen im Rahmen der Metropolregion Hamburg. Vorhaben wie der Innovationspark Wismar lassen uns noch enger mit regionalen Wirtschaftspartnern wie der IHK zusammenarbeiten“, so Bodo Wiegand-Hoffmeister. Der 58-Jährige wünscht sich, dass gemeinsame Aktivitäten von Kammer und Hochschule deutlich mehr Unternehmen aufzeigen, welches Potenzial vor der eigenen Haustür genutzt werden kann. Dabei geht es nicht nur um das duale Studium.
Auch Forschungsprojekte, eine wissenschaftliche Beratung oder das Zusammenwirken bei Abschluss arbeiten sind gewinnbringende Aspekte. Die Intensivierung des Wissens- und Technologietransfers in die Region Mecklenburg-Vorpommern wird an der Hochschule Wismar durch den Technologie- und Innovationsberater organisiert. Er gilt gleichermaßen als Ansprechpartner, Kontaktvermittler von Unternehmen zu Professorinnen und Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Studierenden. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten planen, Erfindungen schützen oder ihre Innovationen auf den Markt bringen wollen.
Mit den "Großen“ verschiedener Branchen sind Kooperationen etabliert: beispielsweise mit dem Wismarer Holzcluster/ EGGER Holzwerkstoffe, Dr. Oetker im Lebensmittelbereich oder AIDA im Segment Logistik oder Seefahrt. Mit Spannung erwartet wird die Übernahme der benachbarten Werft durch die Thyssen Krupp Marine Systems GmbH, die einen milliardenschweren Auftrag zum Baueines Forschungsschiffes erhalten hat. "Für mögliche gemeinsame Projekte im Rüstungsbereich sind wir offen, werden aber die damit verbundenen ethischen Fragen sorgfältig innerhalb der Hochschule bewerten". Wer sich einen Überblick über die umfangreiche Forschung an der Hochschule verschaffen möchte, kann dies in der Forschungsdatenbank tun. Sie informiert über die Forschungsaktivitäten und präsentiert die Hochschule als forschungsstarke Hochschule für angewandte Wissenschaften. Die Datenbank ist webbasiert und so gestaltet, dass sie nicht nur Nutzerinnen und Nutzer aus der Wissenschaft anzieht, sondern auch für die breite Öffentlichkeit eine attraktive Möglichkeit darstellt, sich über die Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Hochschule zu informieren. Es geht aber auch ein Stück weit kleiner. Die Erweiterung von Gewerbeflächen in der Hansestadt ruft die Hochschule nämlich auch auf den Plan. "Wir sehen selbst hier unsere Zuständigkeit, so viele Fachkräfte für die Region auszubilden wie möglich. Auf hohem wissenschaftlichen Niveau und mit großer Praxisorientierung.“ Ein gutes Marketing soll dazu beitragen, wie der mehr Studieninteressierte nach Wismar zu führen. Zu Spitzenzeiten waren es deutlich über 8.000 Studierende. Das Potenzial dafür ist da. Die Türen zu moderner Lehre stehen offen.
Industrie- und Handelskammer zu Schwerin
Ludwig-Bölkow-Haus
Graf-Schack-Allee 12
19053 Schwerin
Tel.: 0385 5103-0
Fax: 0385 5103-999
info@schwerin.ihk.de
Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag: 07:30 - 18:00 Uhr
Freitag: 07:30 - 15:00 Uhr