22. Januar 2026
Neujahrsempfang Lindau 2026
Warum Unternehmen ein Bild der nächsten Ära benötigen und welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt, erläuterte Prof. Dr. Pero Mićić beim IHK-Neujahrsempfang der Lindauer Wirtschaft im Forum am See.
Annalena Richter (IHK Schwaben) und Rolf Thomann (Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Lindau-Bodensee) von links
Reinhold Braun (Präsident der IHK Schwaben)
Annalena Richter (Regionalgeschäftsführerin IHK Schwaben) im Talk mit Dorothee Buhmann (Stellv. Präsidentin der IHK Schwaben), Rolf Thomann (Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Lindau-Bodensee) und Reinhold Braun (Präsident der IHK Schwaben) von links
IHK Neujahrsempfang der Lindauer Wirtschaft 2026
Prof. Dr. Pero Mićić (Speaker)
Prof. Dr. Pero Mićić (Speaker)
Michele Clark (Show-Act)
Dorothee Buhmann (Stellv. Präsidentin der IHK Schwaben), Rolf Thomann (Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Lindau-Bodensee), Reinholf Braun (Präsident der IHK Schwaben), Annalena Richter (Regionalgeschäftsführerin IHK Schwaben), Dr. Marc Lucassen (Hauptgeschäftsführer IHK Schwaben) von links
Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Ehrenamt und Politik verfolgten den Vortrag des international renommierten Zukunftsmanagers. Die weltpolitischen Rahmenbedingungen skizzierte Mićić bewusst pointiert. Gründe für Pessimismus gebe es viele, sagte er – und zitierte mit Blick auf die globale Lage: „Wir haben 2,5 Verrückte, die die Welt dominieren.“ Doch statt Zukunftsängste in den Mittelpunkt zu stellen, sprach Mićić über Zukunftsfreude.
Anlass für Optimismus sieht er vor allem in der technologischen Entwicklung. Die Elektrifizierung der Wirtschaft schreite rasant voran, erneuerbar erzeugter Strom werde zunehmend günstiger. Daraus entstehe eine Welle in Erzeugung, Verbrauch und Speicherung von Energie. Wachstum sei dabei kein Widerspruch, sondern notwendig – insbesondere bei Stromspeichern. Spätestens bis 2060 rechnet Mićić mit einer weitgehend regenerativen Energieversorgung.
Zentral für Unternehmen sei es, eine klare Zukunftsvision zu entwickeln. Diese erwarte auch der berufliche Nachwuchs. Junge Menschen wollten wissen, welchen Beitrag ein Unternehmen für Gesellschaft und Lebensqualität leistet. Veränderungen seien dabei kein Ausnahmefall, sondern Normalität. Am Beispiel der Musikindustrie zeigte Mićić, wie sich Produkte mehrfach gewandelt haben – von Vinyl über CD und MP3 bis zum heutigen Streaming. Entscheidend sei nicht das jeweilige Produkt, sondern die emotionale Wirkung. Daraus ergebe sich eine konstante Grundaufgabe des Unternehmens, die Orientierung gebe. Wichtig sei zudem, dass Mitarbeitende verstehen, welchen Anteil ihr Unternehmen an der Welt hat.
Getrieben werde die nächste Wachstumswelle nach Einschätzung von Mićić durch Künstliche Intelligenz. Sie entwickle sich rasant, übernehme immer mehr Tätigkeiten und steigere die Produktivität deutlich. Entscheidend bleibe jedoch: Ohne ein Zukunftsbild sei Führung nicht möglich.
Diese Einschätzung griffen auch die Vertreter der regionalen Wirtschaft in der anschließenden Diskussion auf. Vorsitzender der IHK-Regionalkonferenz Lindau-Bodensee Rolf Thomann, und IHK-Präsident Reinhold Braun betonten die Chancen von Innovation und Tempo für die Unternehmen in der Region. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass Bürokratieabbau und wettbewerbsfähige Arbeitskosten zentrale Voraussetzungen für Wachstum seien. Thomann hob zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik hervor: Die neue Berufsschule ist besonders wichtig“ und aus seiner Sicht ein „guter Schulterschluss“ von Politik und Unternehmen.
Stellvertretende IHK-Präsidentin Dorothee Buhmann unterstrich, dass Künstliche Intelligenz in den Betrieben bald ebenso selbstverständlich sein werde wie Industrie 4.0. Für das Frühjahr kündigte sie ein KI-Projekt für Auszubildende an, das auch kleineren Unternehmen den Zugang zu neuen Technologien erleichtern soll. Damit wird das IHK-Arbeitsprogramm „Wirtschaft beginnt mit WIR“ weiter mit Leben gefüllt.
