19. Februar 2026

Konjunkturgespräch 2026

Beim 52. Augsburger Konjunkturgespräch diskutierte Prof. Dr. Clemens Fuest die Rolle der Industriepolitik für langfristiges Wachstum, Innovationskraft und Wohlstand.
IHK-Präsident Reinhold Braun stellte zu Beginn die zentrale Frage: „Wollen wir in Zukunft Produktionsstandort sein?“ Denn die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Hohe Arbeitskosten, steigende Energiepreise und bürokratische Belastungen wie umfangreiche Dokumentationspflichten beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit bayerisch-schwäbischer Unternehmen.
„Die Weltwirtschaft wächst, unser Export nicht“, analysierte Fuest. Seine klare Diagnose lautete: „Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig.“ Gleichzeitig dürfe man nicht tatenlos zusehen, wie industrielle Wertschöpfung schrittweise verloren gehe.
Für IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Marc Lucassen steht eine echte Wirtschaftswende weiterhin aus. „Seit 2020 sind über 260.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen.“ Deshalb brauche es spätestens 2026 einen Herbst der Reformen. Industriepolitik müsse – so Fuest – auf sorgfältiger Analyse beruhen und klar definierte Ziele verfolgen.
Moderiert wurde der Abend von der ARD-Wirtschaftsjournalistin Melanie Böff. Das 52. Augsburger Konjunkturgespräch wird von der IHK Schwaben in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, insbesondere Industrieökonomik, von Prof. Dr. Peter Welzel an der Universität Augsburg organisiert.
Sehen Sie sich hier die Highlights der Veranstaltung an: