4. November 2026

US-Markt nach den Midterms: Wind bleibt für heimische Exportindustrie eisig

Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen und dem Mehrheitswechsel in beiden Kammern des Kongresses hofft die IHK Schwaben auf eine Stabilisierung der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Mit einer kurzfristigen Entspannung in der Zollpolitik rechnet IHK-Präsident Reinhold Braun allerdings nicht. „Die neuen Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress können dazu beitragen, die amerikanische Handelspolitik wieder stärker auf Berechenbarkeit auszurichten. Das wäre ein wichtiges Signal für unsere exportorientierte Industrie. Allerdings sollten wir uns keinen Illusionen hingeben: Die Zollpolitik liegt weiterhin maßgeblich in den Händen der Trump-Regierung. Für unsere Unternehmen bleibt der Wind auf dem amerikanischen Markt eisig“, erklärt Braun.
Die USA sind für die bayerisch-schwäbische Wirtschaft einer der wichtigsten Auslandsmärkte. Rund 600 Unternehmen aus der Region unterhalten Geschäftsbeziehungen in die Vereinigten Staaten, etwa 160 sind dort mit eigenen Standorten vertreten. Besonders für den Maschinen- und Anlagenbau, die Automatisierungstechnik und industrielle Zulieferer bietet der amerikanische Markt weiterhin große Absatzchancen.

Dialog statt Konfrontation

„Unsere Unternehmen brauchen keine neuen Handelsbarrieren, sondern verlässliche Spielregeln. Zölle verteuern unsere Produkte, erschweren die Kalkulation und erhöhen den Druck, direkt in den USA zu investieren. Gerade für mittelständische Unternehmen ist das ein enormer Kraftakt. Wir hoffen, dass die neuen Mehrheiten im Kongress dazu beitragen, weitere handelspolitische Eskalationen zu verhindern und den Dialog mit Europa zu stärken“, so Braun.

Investitionen brauchen Vertrauen

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zeigt sich die bayerisch-schwäbische Wirtschaft zuversichtlich. In der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Schwaben rechnen 39 Prozent der befragten Unternehmen mit steigenden Exporten nach Nordamerika. Lediglich 15 Prozent erwarten Rückgänge. „Diese Zahlen zeigen, wie wettbewerbsfähig unsere Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen sind. Der US-Markt bleibt für uns von zentraler Bedeutung. Entscheidend ist jetzt, dass mehr Planungssicherheit zurückkehrt. Denn Investitionen brauchen Vertrauen, keine ständig wechselnden Zollandrohungen“, betont Braun abschließend.