17. September 2026
Als einen Grund für die vergleichsweise robuste Entwicklung sieht die IHK die heterogene Wirtschaftsstruktur Bayerisch-Schwabens. Die Region ist von einem breiten Mix unterschiedlicher Branchen geprägt. Schwächephasen einzelner Wirtschaftszweige können dadurch zumindest teilweise abgefedert werden. „Gerade in einer Phase, in der beispielsweise Teile der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer erheblich unter Druck stehen, macht sich die breite Aufstellung unserer Wirtschaft positiv bemerkbar“, sagt Gouverneur. „Hinzu kommt eine stark mittelständisch und vielfach familienunternehmerisch geprägte Unternehmensstruktur. Diese Betriebe denken häufig langfristig und versuchen auch schwierige Phasen aus eigener Kraft zu überbrücken.“ Bereits im Gesamtjahr 2025 waren die Unternehmensinsolvenzen in Bayerisch-Schwaben gestiegen: 414 Verfahren bedeuteten ein Plus von 10,7 Prozent gegenüber 2024. Gleichzeitig lag die Zahl damit weiterhin unter früheren Höchstständen – 2009 wurden in der Region beispielsweise 587 Unternehmensinsolvenzen registriert.
Eine weitere Erklärung liefert die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage. Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben entwickelt sich insgesamt seitwärts und bleibt deutlich von einem kräftigen Aufschwung entfernt. Der IHK-Konjunkturindex liegt im Frühjahr 2026 bei 102 Punkten. 29 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 19 Prozent als schlecht. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen wieder eingetrübt: 18 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 24 Prozent mit einer Verschlechterung ihrer Geschäfte. Eine ergänzende Auswertung der IHK-Konjunkturumfrage zeigt zugleich, dass eine existenzbedrohende Liquiditätssituation derzeit nur von einem sehr kleinen Teil der regionalen Unternehmen gemeldet wird. „Die Zahlen zeigen eine Wirtschaft unter Druck“, ordnet Gouverneur ein. „Viele Unternehmen verfügen weiterhin über die Substanz, schwierige Phasen zu bewältigen. Je länger jedoch schwache Nachfrage, hohe Kosten sowie strukturelle Standortprobleme anhalten, desto stärker wird diese Substanz aufgezehrt.“
Unternehmen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, unterstützt die IHK Schwaben mit Informationen und persönlicher Beratung. Das Angebot reicht von FAQs, Checklisten und Erklärvideos rund um Insolvenz, Sanierung und Umstrukturierung bis hin zu einer persönlichen und vertraulichen Insolvenzsprechstunde. Ziel ist es, betroffenen Unternehmen frühzeitig Orientierung zu geben und Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Deutschlandweit bleibt die Situation angespannt. Nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer erreichten die Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 den höchsten Halbjahresstand seit 13 Jahren. Die DIHK führt die Entwicklung unter anderem auf die schwache Binnenkonjunktur sowie hohe Energie- und Arbeitskosten zurück. „Bayerisch-Schwaben kann sich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht abkoppeln“, sagt Gouverneur. „Die vergleichsweise moderate Entwicklung bei den Insolvenzen zeigt aber, dass unsere Wirtschaftsstruktur Stabilität schafft. Entscheidend ist jetzt, dass aus dieser Widerstandsfähigkeit wieder Wachstum entsteht und die Unternehmen ihre Reserven nicht dauerhaft für die Bewältigung der Krise aufzehren müssen.“
Unternehmensinsolvenzen: Bayerisch-Schwaben zeigt sich vergleichsweise robust
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt weiter - allerdings in Bayerisch-Schwaben deutlich schwächer als im gesamten Freistaat. Nach aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik nahmen die Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 um lediglich 1,4 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr des Vorjahres zu. Bayernweit betrug der Anstieg 8,1 Prozent auf insgesamt 1.779 Unternehmensinsolvenzen. „Die Entwicklung in Bayerisch-Schwaben zeigt, wie widerstandsfähig unsere regionale Wirtschaft trotz des schwierigen Umfelds ist. Sie ist aber ausdrücklich kein Grund zur Entwarnung“, sagt Niklas Gouverneur, Abteilungsleiter Wirtschaftsforschung und Politik bei der IHK Schwaben. „Die Zahl der Insolvenzen steigt auch bei uns. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen unter erheblichem Kosten- und Wettbewerbsdruck.“
Breite Wirtschaftsstruktur stabilisiert die Region
Als einen Grund für die vergleichsweise robuste Entwicklung sieht die IHK die heterogene Wirtschaftsstruktur Bayerisch-Schwabens. Die Region ist von einem breiten Mix unterschiedlicher Branchen geprägt. Schwächephasen einzelner Wirtschaftszweige können dadurch zumindest teilweise abgefedert werden. „Gerade in einer Phase, in der beispielsweise Teile der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer erheblich unter Druck stehen, macht sich die breite Aufstellung unserer Wirtschaft positiv bemerkbar“, sagt Gouverneur. „Hinzu kommt eine stark mittelständisch und vielfach familienunternehmerisch geprägte Unternehmensstruktur. Diese Betriebe denken häufig langfristig und versuchen auch schwierige Phasen aus eigener Kraft zu überbrücken.“ Bereits im Gesamtjahr 2025 waren die Unternehmensinsolvenzen in Bayerisch-Schwaben gestiegen: 414 Verfahren bedeuteten ein Plus von 10,7 Prozent gegenüber 2024. Gleichzeitig lag die Zahl damit weiterhin unter früheren Höchstständen – 2009 wurden in der Region beispielsweise 587 Unternehmensinsolvenzen registriert.
Konjunktur bleibt angespannt
Eine weitere Erklärung liefert die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage. Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben entwickelt sich insgesamt seitwärts und bleibt deutlich von einem kräftigen Aufschwung entfernt. Der IHK-Konjunkturindex liegt im Frühjahr 2026 bei 102 Punkten. 29 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 19 Prozent als schlecht. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen wieder eingetrübt: 18 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 24 Prozent mit einer Verschlechterung ihrer Geschäfte. Eine ergänzende Auswertung der IHK-Konjunkturumfrage zeigt zugleich, dass eine existenzbedrohende Liquiditätssituation derzeit nur von einem sehr kleinen Teil der regionalen Unternehmen gemeldet wird. „Die Zahlen zeigen eine Wirtschaft unter Druck“, ordnet Gouverneur ein. „Viele Unternehmen verfügen weiterhin über die Substanz, schwierige Phasen zu bewältigen. Je länger jedoch schwache Nachfrage, hohe Kosten sowie strukturelle Standortprobleme anhalten, desto stärker wird diese Substanz aufgezehrt.“
IHK unterstützt Unternehmen in Krisensituationen
Unternehmen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, unterstützt die IHK Schwaben mit Informationen und persönlicher Beratung. Das Angebot reicht von FAQs, Checklisten und Erklärvideos rund um Insolvenz, Sanierung und Umstrukturierung bis hin zu einer persönlichen und vertraulichen Insolvenzsprechstunde. Ziel ist es, betroffenen Unternehmen frühzeitig Orientierung zu geben und Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Bundesweite Entwicklung bleibt Warnsignal
Deutschlandweit bleibt die Situation angespannt. Nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer erreichten die Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 den höchsten Halbjahresstand seit 13 Jahren. Die DIHK führt die Entwicklung unter anderem auf die schwache Binnenkonjunktur sowie hohe Energie- und Arbeitskosten zurück. „Bayerisch-Schwaben kann sich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht abkoppeln“, sagt Gouverneur. „Die vergleichsweise moderate Entwicklung bei den Insolvenzen zeigt aber, dass unsere Wirtschaftsstruktur Stabilität schafft. Entscheidend ist jetzt, dass aus dieser Widerstandsfähigkeit wieder Wachstum entsteht und die Unternehmen ihre Reserven nicht dauerhaft für die Bewältigung der Krise aufzehren müssen.“
