10. September 2026
Die Konjunkturumfrage der IHK Schwaben vom Frühjahr 2026 zeigt die Schwäche des China-Geschäfts: Beim aktuellen Auftragsvolumen aus China lag der Saldo der positiven und negativen Rückmeldungen bei minus 33 Punkten. Auch für das zweite Halbjahr 2026 überwogen die pessimistischen Einschätzungen der heimischen Industrie deutlich; der Erwartungssaldo lag bei minus 28 Punkten. Damit gehörte China unter den abgefragten Auslandsmärkten zu den besonders schwach bewerteten Regionen.
„China bleibt für viele Unternehmen ein wichtiger Markt. Gleichzeitig ist das Land längst nicht mehr nur Absatz-, Beschaffungs- oder Produktionsstandort, sondern immer stärker Wettbewerber – in China selbst, in Europa und auf den Weltmärkten“, sagt Jana Lovell, Leiterin International und Zoll bei der IHK Schwaben. „Gerade für die exportorientierte Industrie in Bayerisch-Schwaben kommt es deshalb darauf an, die eigene Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Dazu gehören aber auch Rahmenbedingungen, unter denen unsere Unternehmen international zu fairen Bedingungen konkurrieren können.“
Besonders ausgeprägt ist der Wettbewerbsdruck im produzierenden Gewerbe. Deutschlandweit berichten 83 Prozent der befragten Unternehmen von einer wachsenden Konkurrenz durch chinesische Anbieter, die Hälfte nimmt diese stark oder sehr stark wahr. Der Wettbewerb beschränkt sich dabei längst nicht auf den chinesischen Markt: Die betroffenen Unternehmen spüren ihn auch im Inland, im europäischen Binnenmarkt und auf Drittmärkten. Die Unternehmen reagieren darauf vor allem mit eigenen Anstrengungen. 60 Prozent der Betriebe, die wachsenden Wettbewerb aus China wahrnehmen, setzen auf Produktinnovationen. 50 Prozent arbeiten an Kostensenkungen, 39 Prozent suchen verstärkt nach neuen Absatzmärkten. Ein Rückzug aus dem bisherigen Geschäftsfeld kommt dagegen nur für zwölf Prozent infrage.
Maximilian Offermann, persönlich haftender Gesellschafter der BWF Group, erklärt zum verschärften internationalen Wettbewerb: „Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Stillstand. Unternehmen müssen ihre Produkte und Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln, schneller werden und effizient arbeiten. Innovation ist deshalb ein zentraler Hebel, um sich dauerhaft im internationalen Wettbewerb zu behaupten.“
Neben der eigenen Innovationskraft richten die Unternehmen klare Erwartungen an die europäische Wirtschaftspolitik. 67 Prozent der Befragten sprechen sich für ein gemeinsames und koordiniertes außenwirtschaftliches Auftreten der EU gegenüber China aus, 60 Prozent wollen strategische Abhängigkeiten reduzieren. Einen stärker beschränkten Zugang chinesischer Anbieter zum EU-Binnenmarkt befürworten dagegen nur 36 Prozent. Zugleich unterstützt eine Mehrheit gezielte handelspolitische Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen: 55 Prozent stimmen solchen Maßnahmen zu oder eher zu, selbst wenn daraus Nachteile wie höhere Kosten, Zölle, Gegenmaßnahmen oder Lieferengpässe für das eigene Unternehmen entstehen könnten. 37 Prozent lehnen dies eher oder vollständig ab. Die Ergebnisse sprechen damit für ein handlungsfähiges und geschlossenes Europa, das Wettbewerbsverzerrungen begegnet, ohne sich pauschal abzuschotten. Auch die bayerischen IHKs hatten sich dafür ausgesprochen, auf faire Wettbewerbsbedingungen zu pochen und bestehende Regeln konsequent durchzusetzen, statt auf allgemeine Abschottung zu setzen.
Zur Umfrage: Grundlage der Ergebnisse ist eine Befragung der DIHK und der regionalen Industrie- und Handelskammern unter ihren Ausschussmitgliedern. Vom 20. Juli bis 10. August 2026 beteiligten sich bundesweit 1.325 Unternehmen. Mehr dazu unter dihk.de/de/newsroom
China wird vom Markt zum Wettbewerber
Der Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter wächst – und er trifft Bayerisch-Schwaben in einer wirtschaftlich angespannten Phase. Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) spüren 78 Prozent der in Bayern befragten Unternehmen eine zunehmende Konkurrenz aus China, bundesweit sind es 67 Prozent. Für Bayerisch-Schwaben wiegt diese Entwicklung schwer: Die Region ist stark von ihrer exportorientierten Industrie geprägt, weit mehr als 500 IHK-Mitgliedsunternehmen unterhalten China-Geschäft. Zugleich sind die China-Aufträge der regionalen Industrie zuletzt zurückgegangen.
Die Konjunkturumfrage der IHK Schwaben vom Frühjahr 2026 zeigt die Schwäche des China-Geschäfts: Beim aktuellen Auftragsvolumen aus China lag der Saldo der positiven und negativen Rückmeldungen bei minus 33 Punkten. Auch für das zweite Halbjahr 2026 überwogen die pessimistischen Einschätzungen der heimischen Industrie deutlich; der Erwartungssaldo lag bei minus 28 Punkten. Damit gehörte China unter den abgefragten Auslandsmärkten zu den besonders schwach bewerteten Regionen.
„China bleibt für viele Unternehmen ein wichtiger Markt. Gleichzeitig ist das Land längst nicht mehr nur Absatz-, Beschaffungs- oder Produktionsstandort, sondern immer stärker Wettbewerber – in China selbst, in Europa und auf den Weltmärkten“, sagt Jana Lovell, Leiterin International und Zoll bei der IHK Schwaben. „Gerade für die exportorientierte Industrie in Bayerisch-Schwaben kommt es deshalb darauf an, die eigene Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Dazu gehören aber auch Rahmenbedingungen, unter denen unsere Unternehmen international zu fairen Bedingungen konkurrieren können.“
Innovation statt Rückzug
Besonders ausgeprägt ist der Wettbewerbsdruck im produzierenden Gewerbe. Deutschlandweit berichten 83 Prozent der befragten Unternehmen von einer wachsenden Konkurrenz durch chinesische Anbieter, die Hälfte nimmt diese stark oder sehr stark wahr. Der Wettbewerb beschränkt sich dabei längst nicht auf den chinesischen Markt: Die betroffenen Unternehmen spüren ihn auch im Inland, im europäischen Binnenmarkt und auf Drittmärkten. Die Unternehmen reagieren darauf vor allem mit eigenen Anstrengungen. 60 Prozent der Betriebe, die wachsenden Wettbewerb aus China wahrnehmen, setzen auf Produktinnovationen. 50 Prozent arbeiten an Kostensenkungen, 39 Prozent suchen verstärkt nach neuen Absatzmärkten. Ein Rückzug aus dem bisherigen Geschäftsfeld kommt dagegen nur für zwölf Prozent infrage.
Maximilian Offermann, persönlich haftender Gesellschafter der BWF Group, erklärt zum verschärften internationalen Wettbewerb: „Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Stillstand. Unternehmen müssen ihre Produkte und Prozesse kontinuierlich weiterentwickeln, schneller werden und effizient arbeiten. Innovation ist deshalb ein zentraler Hebel, um sich dauerhaft im internationalen Wettbewerb zu behaupten.“
Europa soll geschlossen auftreten
Neben der eigenen Innovationskraft richten die Unternehmen klare Erwartungen an die europäische Wirtschaftspolitik. 67 Prozent der Befragten sprechen sich für ein gemeinsames und koordiniertes außenwirtschaftliches Auftreten der EU gegenüber China aus, 60 Prozent wollen strategische Abhängigkeiten reduzieren. Einen stärker beschränkten Zugang chinesischer Anbieter zum EU-Binnenmarkt befürworten dagegen nur 36 Prozent. Zugleich unterstützt eine Mehrheit gezielte handelspolitische Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen: 55 Prozent stimmen solchen Maßnahmen zu oder eher zu, selbst wenn daraus Nachteile wie höhere Kosten, Zölle, Gegenmaßnahmen oder Lieferengpässe für das eigene Unternehmen entstehen könnten. 37 Prozent lehnen dies eher oder vollständig ab. Die Ergebnisse sprechen damit für ein handlungsfähiges und geschlossenes Europa, das Wettbewerbsverzerrungen begegnet, ohne sich pauschal abzuschotten. Auch die bayerischen IHKs hatten sich dafür ausgesprochen, auf faire Wettbewerbsbedingungen zu pochen und bestehende Regeln konsequent durchzusetzen, statt auf allgemeine Abschottung zu setzen.
Zur Umfrage: Grundlage der Ergebnisse ist eine Befragung der DIHK und der regionalen Industrie- und Handelskammern unter ihren Ausschussmitgliedern. Vom 20. Juli bis 10. August 2026 beteiligten sich bundesweit 1.325 Unternehmen. Mehr dazu unter dihk.de/de/newsroom
