Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Ihr Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Deutschland und Europa ist ein hochdynamisches Feld mit zunehmender Relevanz – politisch, wirtschaftlich und technologisch. Für Unternehmen, insbesondere aus dem zivilen Technologiesektor, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur Beteiligung. Der Einstieg ist allerdings komplex, da spezifische Marktmechanismen, Vergabeverfahren und sicherheitsbezogene Anforderungen zu beachten sind.

1. Marktzugang & Strategischer Rahmen

Der Zugang zur Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft unterscheidet sich grundlegend vom zivilen Markt. Vergabeentscheidungen orientieren sich häufig an sicherheitspolitischen Notwendigkeiten, strategischen Partnerschaften sowie EU- oder NATO-Programmen. Ein zentraler Bestandteil für Unternehmen ist daher das Verständnis des politischen und organisatorischen Rahmens.
NEU: Vernetzungsplattform für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI)
Interessierte Zulieferunternehmen können ihre Fähigkeiten und Angebote auf der Plattform einstellen. Unternehmen der SVI können diese Einträge einsehen und bei Interesse Kontakt aufnehmen. Die Matching-Funktion ist seit dem 1. Januar 2026 in Betrieb. Die Registrierung auf der Plattform ist jederzeit möglich unter: www.svi-connect.com
Die Plattform haben der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) und der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) gemeinsam konzipiert.
Empfehlung für den Einstieg:
Im IHK-Video „Business to Military" teilt Experte Götz Witzel von der Beratungsfirma WIMCOM seine langjährige Erfahrung zum Einstieg in das Militär-Business. Anhand praktischer Beispiele beschreibt er Herausforderungen, Strategien und Erfolgsfaktoren für Unternehmen, die erstmals mit der militärischen Beschaffungslogik in Berührung kommen.
© IHK Schwaben

2. Vergabestrukturen und Ausschreibungen

Die Bundeswehr sowie nachgeordnete Organisationen schreiben regelmäßig Projekte aus. Unternehmen sollten sich mit den Ausschreibungsprozessen vertraut machen und relevante Anlaufstellen kennen.
Amt / Unternehmen Hauptaufgaben / Beschaffungsportfolio
Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) Ausrüstung und Gerät, Dienstleistungen, komplexe Dienstleistungen (Systeminstandhaltung)
Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) Bau (In/Ausland), Umwelt-/Arbeitsschutz, allgemeine Dienstleistungsaufgaben
Bundeswehr-Dienstleistungszentren (BwDLZ) & Verpflegungsamt (VpflABw) Unterbehörden des BAIUDBw, allgemeine Dienstleistungsaufgaben
Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL GmbH) Instandsetzungsleistungen, Ersatzteile, IT-Leistungen, Beratung
BWI GmbH (IT-Systemhaus der Bundeswehr) IT-Geräte, Hardware, Software-Lizenzen, Projekte, IT-Services
BwFuhrparkService GmbH Teilmilitarisierte Fahrzeuge, Flottenmanagement, Rechts-/Beratung, Instandhaltung
Bundeswehr-Bekleidungsmanagement GmbH (BwBM) Kampfanzüge, Uniformen, Sportbekleidung, Beratung
BWConsulting GmbH Coaching, Ausbildung, Beratung, Inhouse-Consulting
Nützliche Ressourcen:
  • Vergabe-Roadmap der BWI (2024–2029):
    Diese Roadmap liefert eine detaillierte Übersicht geplanter IT-Vergaben der kommenden Jahre, inklusive Zeitachsen, Projektgrößen und Ausschreibungsart.
    PDF-Download der BWI-Vergabe-Roadmap
  • Broschüre “Auftraggeber Bundeswehr”
    Die Publikation erläutert die Organisationsstruktur der Bundeswehr als öffentlicher Auftraggeber, die einschlägigen Beschaffungs- und Vergabeverfahren sowie die Gestaltung von Verträgen und bietet praktische Hinweise für den Einstieg in das Geschäft mit der Bundeswehr.
    broschuere-auftraggeber-bundeswehr-data.pdf

3. Krisenvorsorgeplan: Wie Sie Ihr Unternehmen in unsicheren Zeiten schützen

Der Krisenvorsorgeplan zeigt, wie Unternehmen ihre Resilienz gegen geopolitische Spannungen, Cyberrisiken oder Lieferkettenprobleme systematisch stärken und auch in außergewöhnlichen Lagen handlungsfähig bleiben können.
Dieser Leitfaden enthält praxisnahe Maßnahmen und Checklisten zur Risikoidentifikation, operativen Vorbereitung und Sicherstellung zentraler Geschäftsprozesse.

4. Innovation, Startups & Förderangebote: Der TechHub SVI

Der TechHub SVI (Sicherheits- und Verteidigungsindustrie) ist eine zentrale Innovationsplattform unter dem Dach von Bayern Innovativ. Ziel ist es, innovative KMU, Startups und Forschungseinrichtungen mit sicherheitsrelevanten Bedarfsträgern und Großunternehmen zu vernetzen. Der TechHub bietet Zugang zu Förderprojekten, Kooperationsformaten und Matching-Angeboten.
Besonders hervorzuheben ist die interaktive MAP, welche einen Überblick über Akteure, Themenfelder und Projekte bietet.

5. Unterstützung für Unternehmen bei öffentlichen Vergaben

Das Auftragsberatungszentrum Bayern e.V. unterstützt Sie kostenfrei bei vergaberechtlichen Fragestellungen im öffentlichen Auftragswesen im Liefer- und Dienstleistungsbereich. Melden Sie sich dort gerne direkt mit Ihrem spezifischen Anliegen.

6. Verbesserung Ihrer Sicherheit | Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Schwaben Nord

In Kooperation mit dem Polizeipräsidium Schwaben Nord bietet die IHK Schwaben Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gezielte Unterstützung im Bereich Unternehmensschutz an. Ziel ist es, potenziell gefährdete Betriebe frühzeitig über aktuelle Bedrohungslagen zu informieren und gemeinsam präventive Maßnahmen zu entwickeln. Das Polizeipräsidium stellt hierfür individuelle Präventions- und Beratungsangebote bereit – von der Risikoanalyse über Schulungen bis hin zur Benennung eines festen Ansprechpartners. Interessierte Betriebe können sich gerne bei Anna Kilger (anna.kilger@schwaben.ihk.de oder 0821/3162-406) melden.

7. ResilienzCheck – Selbsttest zur organisationalen Widerstandsfähigkeit

Als ergänzendes Instrument zur Stärkung Ihrer Unternehmensstruktur bietet sich der ResilienzCheck an. Hierbei handelt es sich um einen kostenfreien, anonym nutzbaren Online-Selbsttest, mit dem Sie die Resilienz Ihrer Organisation – also deren Fähigkeit, auf Krisen, Störungen oder unerwartete Herausforderungen stabil, flexibel und handlungsfähig zu reagieren – in etwa 15 Minuten bewerten können. Der Test beinhaltet 58 gezielte Fragen in 10 zentralen Resilienz-Bereichen wie Kommunikation, Cyber-Sicherheit, Governance oder Lieferketten-Resilienz und liefert sofort eine Auswertung mit konkreten, praxisnahen Empfehlungen zur Verbesserung Ihrer organisatorischen Widerstandsfähigkeit. Durch diese systematische Analyse erkennen Sie sowohl Stärken als auch Schwachstellen Ihres Unternehmens-Resilienzprofils, was besonders im Kontext der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie – mit ihren komplexen Anforderungen an Krisenvorsorge und Risikomanagement – von strategischem Vorteil sein kann.

8. Veranstaltungsübersicht

1.-2. Juli 2026, Lautrach
Business Continuity Management - Strategien zur Sicherstellung kritischer Geschäftsprozesse
events.schwaben.ihk.de/b?p=bcm

12.-13. November 2026, Lautrach
Business to Military - Markteintritt in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
events.schwaben.ihk.de/b?p=businesstomilitary