Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2026
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Wirtschaftswende auf Raten – Kommunalwahl soll neue Wachstumsimpulse vor Ort bringen
Die wirtschaftliche Lage im Landkreis Unterallgäu und in der Stadt Memmingen zeigt sich zu Jahresbeginn 2026 stabiler als noch im Herbst. Der IHK-Konjunkturindex, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen abbildet, steigt um 5 Punkte auf 104 und signalisiert damit eine kurzfristige Beruhigung der Lage.
„Diese Stabilisierung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns weiterhin in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld bewegen“, betont Andrea Thoma-Böck, Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu. „Unsere Region steht derzeit vergleichsweise solide da – sie ist aber keine Insel. Ohne strukturelle Reformen und verlässliche Rahmenbedingungen wird sich auch diese Stabilität nicht dauerhaft halten lassen. Eine Wende auf Raten reicht nicht. Nach einem Jahr ohne substanzielle Reformen müssen jetzt die Weichen für nachhaltiges Wachstum gestellt werden“, stellt Thoma-Böck mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage und den bayerischen Kommunalwahlen im März fest.
„Diese Stabilisierung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns weiterhin in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld bewegen“, betont Andrea Thoma-Böck, Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu. „Unsere Region steht derzeit vergleichsweise solide da – sie ist aber keine Insel. Ohne strukturelle Reformen und verlässliche Rahmenbedingungen wird sich auch diese Stabilität nicht dauerhaft halten lassen. Eine Wende auf Raten reicht nicht. Nach einem Jahr ohne substanzielle Reformen müssen jetzt die Weichen für nachhaltiges Wachstum gestellt werden“, stellt Thoma-Böck mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage und den bayerischen Kommunalwahlen im März fest.
Vom 5. bis 16. Januar 2026 hat die IHK Schwaben einen auch regional repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zu aktueller Lage, Erwartungen und den größten konjunkturellen Risiken befragt. Bereits im Herbst 2025 hat die IHK-Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu, die 15.260 Unternehmen im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen vertritt, die Positionen der regionalen Wirtschaft zur Kommunalwahl 2026 beschlossen.
Stimmung hellt sich etwas auf
Mit 104 Punkten liegt der IHK-Konjunkturindex für den Landkreis Unterallgäu und Memmingen zwar oberhalb der „Wachstumsschwelle“ von 100 Punkten, allerdings unverändert unterhalb seines 10-jährigen Durchschnitts. Zum Vergleich: In Bayerisch-Schwaben erreicht der IHK-Konjunkturindex einen Wert von 108 Punkten, im Allgäu liegt er bei 111 Punkten. „Unser Standort profitiert weiterhin von seiner breiten, mittelständisch geprägten und damit in Summe krisenerprobten Wirtschaftsstruktur“, stellt IHK-Regionalgeschäftsführerin Annalena Richter bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse fest. Doch auch sie warnt: „Ohne eine echte Wirtschaftswende, wird das stabilste wirtschaftliche Fundament eines Tages brüchig.“
Geschäftslage und Erwartungen verändern sich
Im Vergleich zur letzten Umfrage im Herbst 2025 haben sich sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungen verändert. Als „gut“ bewerten weiterhin 21 Prozent ihre aktuelle Geschäftslage, als „schlecht“ 15 Prozent. Die verbleibenden 64 Prozent beurteilen diese als „befriedigend“. Der Erwartungen auf das kommende halbe Jahr sind im Vergleich dazu traditionell etwas verhaltener. 23 Prozent erwarten eine „verbesserte“, 21 Prozent eine „verschlechterte“ und 56 Prozent eine „nicht veränderte“ Geschäftslage.
Branchenentwicklung in Bayerisch-Schwaben nähert sich an
Die Stimmung in den betrachteten Branchen nähert sich an. Der Trend ist mit Ausnahme des Einzelhandels (Index bei 96 Punkten) bei allen Branchen leicht positiv. Über der Wachstumsschwelle liegen damit die unternehmensbezogenen Dienstleistungen (116 Punkte), das Baugewerbe (112 Punkte), das Transportgewerbe (109 Punkte), das Reise- und Gastgewerbe (103 Punkte) sowie die Industrie (102 Punkte). „Angesichts zunehmend schlechter Nachrichten aus verschiedenen Unternehmen ist es besonders erfreulich, dass es einen leichten Aufwärtstrend in der für unsere Region besonders wichtigen Industrie sowie dem krisengeschüttelten Baugewerbe gibt“, so IHK-Regionalgeschäftsführerin Annalena Richter.
Viele Risiken belasten die Investitions- und Beschäftigungspläne
Die regionale Wirtschaft hat mit vielen Risiken gleichzeitig zu kämpfen. Im Vergleich zum Herbst 2025 hat deren Intensität sogar noch weiter zugenommen. Die fünf größten konjunkturellen Risiken sind: wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (65 Prozent, +2), Inlandsnachfrage (63 Prozent, +1), Arbeitskosten (60 Prozent, +5 entspricht Allzeit-Hoch), Energie- und Rohstoffpreise (44 Prozent, -2) sowie Arbeits- und Fachkräftemangel (39 Prozent, -3). Andrea Thoma-Böck: „Die Vielzahl gleichzeitiger Risiken belastet trotz der kurzfristig besseren Stimmung die Investitions- und Beschäftigungspläne erheblich. Umso dringlicher sind Reformen, die Planungssicherheit schaffen, Investitionen ermöglichen und Leistung wieder stärker belohnen. Dazu gehört ein Steuersystem, das Erträge auf international wettbewerbsfähigem Niveau besteuert, sowie ein Erbschaftsteuerrecht, das Unternehmensnachfolgen fördert und Betriebsvermögen für Investitionen und Arbeitsplätze schont. Darüber hinaus muss das Arbeitsvolumen in Deutschland steigen, beispielsweise indem Vollzeit nicht nur zeitlich möglich, sondern auch steuerlich attraktiv ist.“
Regionale Wirtschaft und die Kommunalpolitik müssen Partner sein
„Wachstumsfördernde Rahmenbedingungen entstehen aber nicht nur in München, Berlin und Brüssel. Sie entstehen genauso hier, vor Ort – in unseren Rathäusern und Landratsämtern“, betont die IHK-Regionalvorsitzende. Daher hat die IHK-Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu in den Bereichen Standortfaktoren, Moderne Verwaltung, Finanzen und Steuern, Bildung und Fachkräftesicherung sowie Innenstadt und Ortskerne konkrete Handlungsfelder herausgearbeitet und selbst Vorschläge unterbreitet. Thoma-Böck abschließend: „Kommunen und Landkreise machen Wirtschaftspolitik – jeden Tag, ganz unmittelbar. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen regionaler Wirtschaft und Kommunalpolitik ist entscheidend. Wir brauchen kommunale Entscheiderinnen und Entscheider, die die wirtschaftliche Perspektive verstehen und gemeinsam mit uns handeln.“
