Konjunkturlage in Bayerisch-Schwaben – Herbst 2026

Konjunkturlage im Transportgewerbe

Koju-Verlauf - Transportgewerbe

Voll ausgelastet, aber skeptisch – Transportgewerbe legt kräftig zu, Energiepreise und Arbeitskosten bremsen

Geschäftslage: Deutlicher Sprung nach oben.

Die Transportunternehmen in Bayerisch-Schwaben bewerten ihre Lage im Herbst 2026 spürbar besser als noch im Frühjahr. 44 Prozent der Betriebe sprechen von einer guten Geschäftslage, das sind 17 Prozentpunkte mehr als in der Vorumfrage. Nur noch 14 Prozent berichten von einer schlechten Lage (minus 4 Prozentpunkte), 42 Prozent bewerten sie als befriedigend. Der Saldo steigt damit um 21 Punkte auf 30 Punkte. Die Gesamtwirtschaft kommt auf einen Saldo von 12 Punkten, das Transportgewerbe liegt also deutlich vor dem regionalen Durchschnitt.

Auslastung und Umsatz: Die Betriebe sind deutlich besser ausgelastet.

Treiber der besseren Lage ist die gestiegene Auslastung. 50 Prozent der Unternehmen waren in den vergangenen sechs Monaten voll ausgelastet, im Frühjahr waren es 28 Prozent. Nicht ausreichend ausgelastet sind nur noch 15 Prozent (minus 10 Prozentpunkte). Der Auslastungssaldo klettert um 32 Punkte auf 35 Punkte. Auch der Inlandsumsatz hat angezogen. 32 Prozent der Betriebe melden steigende Umsätze, 15 Prozent sinkende. Im Frühjahr hatten noch 35 Prozent einen Rückgang verzeichnet. Der Umsatzsaldo dreht damit von minus 17 auf plus 17 Punkte.

Erwartungen: Weniger Pessimisten, aber keine Zuversicht.

Der Blick nach vorn fällt deutlich zurückhaltender aus als die Bewertung der Gegenwart. 9 Prozent der Unternehmen erwarten eine bessere Geschäftslage, 23 Prozent eine schlechtere. Der Erwartungssaldo verharrt mit minus 14 Punkten praktisch auf dem Niveau des Frühjahrs (minus 15 Punkte) und liegt klar unter der Gesamtwirtschaft mit minus 3 Punkten. Dahinter steht weniger ein Anstieg der Optimisten als ein leichter Rückgang der Pessimisten. Etwas freundlicher sind die Einschätzungen zu Auslastung und Inlandsumsatz. Der erwartete Auslastungssaldo verbessert sich um 14 Punkte auf minus 4 Punkte, beim erwarteten Inlandsumsatz steigt der Saldo um 14 Punkte auf minus 5 Punkte. Beide bleiben im negativen Bereich.

Investitionen und Beschäftigung: Investiert wird, Personal kaum aufgebaut.

Die Investitionsabsichten im Inland haben sich weiter aufgehellt. 22 Prozent der Unternehmen wollen am Standort mehr investieren, 8 Prozent weniger, ein Rückgang um 10 Prozentpunkte. Der Saldo steigt um 5 Punkte auf 14 Punkte und liegt damit 12 Punkte über der Gesamtwirtschaft mit 2 Punkten. Die Verbesserung speist sich allerdings aus weniger Kürzungsplänen, denn der Anteil der Betriebe mit höheren Investitionen sinkt um 5 Prozentpunkte. Bei der Beschäftigung bleibt der Saldo mit minus 3 Punkten unverändert. 12 Prozent planen einen Stellenaufbau, 15 Prozent einen Abbau, 73 Prozent wollen ihren Personalstand halten. Das ist im regionalen Vergleich ein stabiles Bild, denn die Gesamtwirtschaft liegt bei einem Beschäftigungssaldo von minus 10 Punkten.

Preise und Risiken: Energie und Arbeitskosten wiegen schwer.

Die Kostenlast schlägt sich in den Preisplänen nieder. 67 Prozent der Transportunternehmen wollen ihre Preise erhöhen, nur 4 Prozent senken. Der Preissaldo bleibt bei 63 Punkten und liegt damit weit über der Gesamtwirtschaft mit 44 Punkten. Nur im Großhandel wollen mit 74 Prozent noch mehr Betriebe ihre Preise anheben. Als größtes Risiko nennen 87 Prozent der Betriebe die Energie- und Rohstoffpreise, 2 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr und 22 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt aller Branchen. Die Arbeitskosten sehen 71 Prozent als Belastung, ein Plus von 10 Prozentpunkten (Gesamtwirtschaft 57 Prozent). Die Inlandsnachfrage nennen 51 Prozent, 4 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen stehen bei 45 Prozent der Befragten auf der Risikoliste und damit 10 Prozentpunkte niedriger als in der Vorumfrage. Der Arbeits- und Fachkräftemangel wird von 42 Prozent als Risiko bewertet und liegt damit 8 Prozentpunkte über der Gesamtwirtschaft.

Konjunkturindex: Zweitstärkster Zuwachs, Durchschnitt noch nicht erreicht.

Der IHK-Konjunkturindex für das Transportgewerbe steigt um 9 Punkte auf 106 Punkte. Das ist nach dem Großhandel der zweitstärkste Zuwachs aller Branchen und ein Wert knapp über dem Gesamtindex von 105 Punkten. Der zehnjährige Durchschnitt der Branche von 110 Punkten ist damit allerdings noch nicht wieder erreicht. Die Erholung ruht auf der besseren Auslastung, die Erwartungen tragen sie nicht. Entscheidend für die weitere Entwicklung sind aus Sicht der Betriebe spürbare Fortschritte bei Energiepreisen und Arbeitskosten.