Konjunkturlage in Bayerisch-Schwaben – Herbst 2026
Koju-Verlauf - Dienstleistungen
Konjunkturlage bei den unternehmensnahen Dienstleistungen
Motor ohne volle Drehzahl – Erwartungen hellen sich auf, Wirtschaftspolitik bleibt größte Last
Geschäftslage: Leichter Dämpfer, Vorsprung zur Gesamtwirtschaft bleibt.
Die unternehmensnahen Dienstleister bewerten ihre derzeitige Geschäftslage im Herbst 2026 etwas schwächer als im Frühjahr. Der Saldo sinkt um 7 Punkte auf 18 Punkte. 33 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten Lage, 3 Prozentpunkte weniger als zuletzt, und der Anteil schlechter Bewertungen steigt um 4 Prozentpunkte auf 15 Prozent. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft, die bei einem Saldo von 12 Punkten notiert, behaupten die Dienstleister damit weiterhin einen Vorsprung von 6 Punkten. Die Branche stützt die regionale Konjunktur also nach wie vor, kann ihre Lagebewertung aber nicht weiter verbessern.
Umsatz und Auslastung: Ausland legt zu, Inland bleibt im Minus.
Beim Umsatz zeigt sich ein gespaltenes Bild. Im Ausland berichten 40 Prozent der Unternehmen von gestiegenen Umsätzen, ein Plus von 9 Prozentpunkten. Gleichzeitig melden 29 Prozent sinkende Auslandsumsätze, 8 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr. Der Saldo steigt dadurch nur um 1 Punkt auf 11 Punkte, weil der Anteil der Betriebe mit unverändertem Auslandsumsatz um 17 Prozentpunkte auf 31 Prozent schrumpft. Im Inland bleibt der Umsatzsaldo mit -4 Punkten negativ und verschlechtert sich um 3 Punkte. Dies spiegelt die schwache Inlandsnachfrage wider, die für die Branche eines der größten Risiken darstellt. Besser fällt die Auslastung aus. Der Saldo steigt um 6 Punkte auf 12 Punkte, und 35 Prozent der Unternehmen sind voll ausgelastet.
Erwartungen: Mehr Optimisten, weniger Pessimisten.
Die Erwartungen für die kommenden Monate hellen sich merklich auf. Der Saldo der erwarteten Geschäftslage steigt um 7 Punkte auf 12 Punkte, während die Gesamtwirtschaft mit -3 Punkten weiterhin im negativen Bereich liegt. 29 Prozent der Dienstleister rechnen mit einer Verbesserung, 4 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr, und nur noch 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung, ein Rückgang um 3 Prozentpunkte. Es gibt also zugleich mehr Optimisten und weniger Pessimisten. Zurückhaltender fallen die Umsatzerwartungen aus. Im Inland liegt der Saldo bei 1 Punkt und sinkt um 1 Punkt, im Ausland steigt er um 2 Punkte auf 5 Punkte. Bei der erwarteten Auslastung dreht der Saldo um 5 Punkte auf 4 Punkte ins Positive.
Investitionen und Beschäftigung: Vorsichtiger geplant, aber über der Gesamtwirtschaft.
Bei den Investitionen und der Beschäftigung planen die Dienstleister vorsichtiger, bleiben aber über dem Niveau der Gesamtwirtschaft. Der Saldo der Inlandsinvestitionen sinkt um 2 Punkte auf 9 Punkte und liegt damit weit über dem Wert von 2 Punkten für alle Branchen. 18 Prozent der Unternehmen wollen weniger investieren, ein Anstieg um 3 Prozentpunkte. Bei den Beschäftigungsplänen geht der Saldo um 4 Punkte auf 3 Punkte zurück. Nur noch 16 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen, und 13 Prozent wollen Stellen abbauen. Die Dienstleister sind damit die einzige Branche mit positivem Beschäftigungssaldo, während die Gesamtwirtschaft bei -10 Punkten liegt, auch wenn der Spielraum für zusätzliche Stellen schmaler wird.
Preise und Risiken: Wirtschaftspolitik bleibt die größte Last. Die Verkaufspreise steigen in der Branche weiter, allerdings weniger stark als im Frühjahr. Der Preissaldo fällt um 10 Punkte auf 27 Punkte und liegt damit deutlich unter dem Wert der Gesamtwirtschaft von 44 Punkten. 36 Prozent der Unternehmen planen höhere Preise, 9 Prozentpunkte weniger als zuletzt. Bei den Risiken stehen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 66 Prozent unverändert an der Spitze, zwei von drei Unternehmen nennen sie. Es folgt die Inlandsnachfrage mit 64 Prozent, ein Rückgang um 1 Prozentpunkt. Sie könnte sich in den kommenden Monaten weiter zuspitzen, da infolge des Iran-Krieges ein Anstieg der Inflation erwartet wird. Arbeitskosten nennen 43 Prozent, 4 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr, Energie- und Rohstoffpreise 40 Prozent, ein Minus von 3 Prozentpunkten. Beide Risiken fallen damit deutlich geringer aus als in der Gesamtwirtschaft, wo 57 beziehungsweise 65 Prozent sie nennen.
Konjunkturindex: Plus von einem Punkt, Abstand zum Zehnjahresdurchschnitt bleibt.
Der IHK-Konjunkturindex der Dienstleistungen für Unternehmen steigt um 1 Punkt auf 115 Punkte. Er liegt damit klar über der Wachstumsschwelle von 100 Punkten und 10 Punkte über dem Gesamtindex von 105 Punkten, bleibt aber 10 Punkte unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 125 Punkten. Die unternehmensnahen Dienstleister bleiben damit der konjunkturelle Motor Bayerisch-Schwabens, laufen aber nicht auf voller Drehzahl. Damit sie diese Rolle behalten können, braucht es verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und spürbare Fortschritte beim Bürokratieabbau.
