Arbeitsmarkt

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Schwaben ist ein starker Produktionsstandort

Die schwäbische Wirtschaft zeichnet sich durch eine starke Produktions- und Technologieorientierung aus. Rund 36 Prozent der schwäbischen Beschäftigten arbeiten im Produzierenden Gewerbe, in manchen Landkreisen ist die Zahl noch deutlich höher. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Konzentration auf hochwertige Industrie sich für Schwaben absolut auszahlt. Weitere Schwerpunkte sind der Dienstleistungsbereich in den städtischen Räumen, Tourismus- und Gastgewerbe im Allgäu sowie auch Schwerpunkte im Bereich Gesundheitswesen.
2025 Beschäftigte
am Arbeitsort
Anteil Beschäftigter in
ausgewählten Wirtschaftszweigen:
Pendler-
saldo
2025
**
Produzie-
rendes
Gewerbe
Handel,
Gastgewerbe,
Verkehr
Sonstige
Dienst-
leistungen
*
Kreisfreie Städte
Augsburg 152.547 33.356 27.465 91.586 20.842
Kaufbeuren 19.202 4.846 3.573 10.764 -579
Kempten 39.519 7.705 12.364 19.379 8.314
Memmingen 30.791 12.075 7.021 11.606 10.523
Landkreise
Aichach-Friedberg 39.586 14.722 9.774 14.461 -19.855
Augsburg 83.660 28.800 25.424 29.006 -28.615
Dillingen 34.356 14.111 6.843 12.892 -9.891
Donau-Ries 65.677 29.844 12.920 22.178 3.500
Günzburg 56.868 21.352 10.345 24.881 -3.305
Lindau 33.147 15.133 6.156 11.498 -1.122
Neu-Ulm 64.927 23.155 17.927 23.468 -17.679
Oberallgäu 58.554 20.996 15.631 21.631 -8.897
Ostallgäu 53.232 25.188 11.656 15.791 -9.194
Unterallgäu 58.938 30.858 12.090 15.359 -8.999
Schwaben 791.004 282.141 179.189 324.500 -64.957
Bayern 5.967.395 1.814.708 1.270.365 2.847.316 75.442
*Kredit- und Versicherungsgewerbe, Grundstückswesen, Dienstleistungen für Unternehmen, Öffentliche Verwaltung und Gebietskörperschaften
** Pendlersaldo = Einpendler abzüglich Auspendler
Stichtag: 30.06.2025
Datenquelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: Zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen alle Arbeitnehmer (Arbeiter und Angestellte) einschließlich der Auszubildenden, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung oder für die von den Arbeitgebern Beitragsanteile nach dem Recht der Arbeitsförderung zu entrichten sind.

Pendlerstatistik

Analyse der regionalen Pendlerverflechtungen

Die jüngste Auswertung der Pendlerdaten zum Stichtag 30. Juni 2025 liefert ein präzises Bild zur räumlichen Verteilung von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit unterschiedlichem Wohn- und Arbeitsort. Im Mittelpunkt stehen dabei Ein- und Auspendelbewegungen in ausgewählten bayerischen Gemeinden sowie deren jeweilige Pendlersalden.
Die Stadt Augsburg nimmt im regionalen Pendlernetz eine zentrale Stellung ein. Mit 78.810 Einpendlern gegenüber 57.970 Auspendlern ergibt sich ein positiver Pendlersaldo von 20.840. Die größten Einpendlergruppen stammen aus den benachbarten Städten Königsbrunn (4.470), Neusäß (4.350), Friedberg (4.300) und Gersthofen (4.120). Auch aus München pendeln 2.120 Personen nach Augsburg. Zugleich weist Augsburg starke Auspendelströme in dieselben Orte auf sowie nach München (11.030). Die hohen beidseitigen Bewegungen unterstreichen die enge wirtschaftliche Verflechtung innerhalb der Region.
Die Stadt Neu-Ulm verzeichnet mit 22.260 Einpendlern und 20.430 Auspendlern ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis. Der stärkste Pendelstrom besteht mit der benachbarten Stadt Ulm, in die 11.120 Personen aus Neu-Ulm zur Arbeit pendeln, während umgekehrt 5.600 Personen von dort nach Neu-Ulm einpendeln. Weitere relevante Verbindungen bestehen mit Senden (1.720 Einpendler nach Neu-Ulm sowie 600 Auspendler in Gegenrichtung).
Gersthofen weist mit 15.180 Einpendlern bei nur 7.970 Auspendlern einen positiven Saldo von 7.210 auf. Der bedeutendste Austausch findet mit Augsburg statt – sowohl in Ein- als auch Auspendelrichtung mit jeweils 5.690 bzw. 4.120 Personen. Die starke bidirektionale Bewegung deutet auf eine hohe Integration beider Arbeitsmärkte hin.
Memmingen und Kempten (Allgäu) sind ebenfalls durch ein Übergewicht an Einpendlern geprägt. Memmingen registriert 19.120 Einpendler und einen Saldo von 10.520, während Kempten 22.890 Einpendler bei einem Saldo von 8.310 aufweist. Die bedeutendste Verbindung besteht in Kempten mit Immenstadt im Allgäu (1.920 Einpendler von Kempten sowie 720 Auspendler in Gegenrichtung).
Negativsalden zeigen sich vor allem in Städten, die vorwiegend als Wohnorte fungieren. Königsbrunn verzeichnet einen Saldo von -4.420, Senden -4.320, Mering -3.690 und Nersingen -2.700. In diesen Gemeinden übersteigt die Zahl der Auspendler deutlich die der Einpendler, was auf eine geringe Arbeitsplatzdichte im Gemeindegebiet hindeutet.
Die dargestellten Zahlen belegen die funktionale Vernetzung innerhalb der betrachteten Region. Zentren wie Augsburg, Neu-Ulm oder Memmingen fungieren als Arbeitsplatzmagneten, während das Umland überwiegend Ausgangspunkt von Pendelbewegungen ist.
Die Karte zeigt die Pendlersalden im Jahr 2025 auf Ebene der Gemeinden. Grün eingefärbte Gemeinden verzeichnen einen positiven Pendlersaldo, das heißt, sie ziehen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zur Arbeit an, als von dort täglich auspendeln. In rot markierten Gemeinden übersteigt die Zahl der Auspendler die der Einpendler. Auffällig ist der flächenhafte Anteil negativ bilanzierender Gemeinden, insbesondere im ländlichen Raum. Dies lässt auf eine Konzentration von Arbeitsplätzen in wenigen städtischen Zentren schließen, während zahlreiche kleinere Gemeinden primär Wohnfunktionen erfüllen. Die dargestellten Pendlerbewegungen verdeutlichen die starke Verflechtung innerhalb der Region.
Pendlersaldo