Aus- & Weiterbildung

Steuerliche Förderung

Der Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen kann bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden. Grundsätzlich ist dabei zu unterscheiden zwischen Fort- oder Weiterbildungskosten und Ausbildungskosten. Im Einzelnen sind hier folgende Vorschriften von Bedeutung.

Fort- oder Weiterbildungskosten

Fort- oder Weiterbildungskosten sind alle "Aufwendungen, die ein Arbeitnehmer leistet, um seine Kenntnisse und Fertigkeiten im ausgeübten Beruf zu erhalten, zu erweitern oder den sich ändernden Anforderungen anzupassen". Dies dürfte regelmäßig für alle unsere Veranstaltungen zutreffen. Zu den Fort- oder Weiterbildungskosten gehören grundsätzlich auch die durch den Besuch der Veranstaltung veranlassten Fahrtkosten. Bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit können bei Nutzung eines eigenen Pkw grundsätzlich 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer angesetzt werden. Bei einem Vollzeitstudium oder einer vollzeitigen Bildungsmaßnahme kann die Bildungseinrichtung dagegen als erste Tätigkeitsstätte gelten; in diesem Fall ist grundsätzlich die Entfernungspauschale anzusetzen.
Erhalten Sie von Dritten einen Zuschuss zu Ihren Fort- oder Weiterbildungskosten (zum Beispiel Arbeitsamt oder von Ihrem Arbeitgeber), so reduzieren sich dadurch die steuerlich absetzbaren Aufwendungen.
Fort- oder Weiterbildungskosten sind in dem Jahr steuerlich geltend zu machen, in dem sie tatsächlich gezahlt werden. Das gleiche gilt für erhaltene Zuschüsse.
Fort- oder Weiterbildungskosten sind steuerlich Werbungskosten und können damit bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (= Arbeitslohn) abgezogen werden. Zu beachten ist allerdings, dass bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit bereits ein Werbungskostenpauschbetrag von 1.230 Euro pro Jahr vom Finanzamt angesetzt wird. Die Fort- und Weiterbildungskosten wirken sich damit nur dann in voller Höhe steuermindernd aus, wenn bereits anderweitige Werbungskosten von mindestens 1.230 Euro anfallen. (zum Beispiel durch Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte).

Ausbildungskosten

Ausbildungskosten liegen dagegen vor, wenn Veranstaltungen besucht werden, um Kenntnisse zu erwerben, die als Grundlage für eine Berufsausübung notwendig sind. Sofern es sich um eine erstmalige Berufsausbildung handelt, sind die Aufwendungen bis zur Höhe von 6.000 Euro als Sonderausgabe abzugsfähig. Die Kosten für weitere Berufsausbildungen stellen hingegen in voller Höhe Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit dar.

Höhe der Steuerersparnis

Die tatsächliche Steuerersparnis hängt insbesondere von der Höhe des zu versteuernden Einkommens, dem persönlichen Steuersatz, den übrigen Werbungskosten und den individuellen steuerlichen Verhältnissen ab. Entsprechend Ihren persönlichen Verhältnissen reduziert sich zusätzlich gegebenenfalls noch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren steuerlichen Berater.