Maritime Wirtschaft

Maritimer Tourismus in Schleswig-Holstein

Der maritime Tourismus ist ein zentraler Bestandteil der Wirtschafts- und Lebenswelt Schleswig-Holsteins. Mit mehr als 10,3 Milliarden Euro Umsatz ist der Tourismus ein Schwergewicht – und er lebt besonders an, auf und mit dem Meer. Beim 7. Maritimen Parlamentarischen Abend bringt die IHK Schleswig-Holstein Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch mit dem Ziel: Schleswig-Holstein als nachhaltige und zukunftsfähige maritime Tourismusregion zu stärken.
Der maritime Tourismus lebt von intakter Natur. Gleichzeitig nutzen viele Branchen die Küstenräume wirtschaftlich. Das neue Positionspapier der IHK Schleswig-Holstein plädiert für ein stärkeres Zusammendenken dieser Interessen und konkrete, realisierbare Maßnahmen im Umwelt- und Küstenschutz. Knud Hansen, Präsident der IHK zu Kiel und Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein: "Unser Land lebt vom Wasser: wirtschaftlich, kulturell und emotional. Die Nord- und Ostsee sind keine Postkartenkulisse, sondern ökonomische Lebensadern, die wir mit Verantwortung nutzen müssen." Unternehmen und Tourismusakteure verschließen sich dem Umwelt- und Meeresschutz nicht. Im Gegenteil: Viele befürworten eine saubere Ostsee, aber klare Regeln und Anreize sind wirksamer als pauschale Verbote."
Die Ostseeflut 2023 hat gezeigt, wie verletzlich unsere Infrastruktur ist. Naturereignisse werden künftig häufiger auftreten. Hansen: "Wir brauchen praktikable Lösungen für nicht vermeidbare Schäden und klare, einheitliche Regelungen für Nord- und Ostsee." Die IHK fordert, dass Projekte zur Anpassung an den Klimawandel gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft gestaltet, evaluiert und umgesetzt werden. "Viele Zielsetzungen brauchen Zeit, aber mit einem verbindlichen Dialog, mit Plan und Verantwortung schaffen wir Vertrauen."

Marinas, Erreichbarkeit und Infrastruktur

Schleswig-Holsteins touristische Infrastruktur ist attraktiv, aber vielerorts unter Druck. Verschlickung, bürokratische Hürden und fehlende nautische Zugänglichkeit hemmen die Entwicklung. Für die Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Tourismus müssen Wasserstraßen, Marinas und Hinterlandanbindungen zukunftsfest aufgestellt werden. "Wir brauchen keine Leuchtturmprojekte, die nur auf dem Papier glänzen, sondern funktionierende Grundlagen: saubere Zugänge, digitale Systeme und verlässliche nautische Bedingungen. Gerade in den Marinas in den Städten und Gemeinden entscheidet sich, ob Gäste wiederkommen", sagt Hansen.

Sport, Olympia und Events als Treiber

Sportliche Großveranstaltungen sind mehr als Entertainment. Sie sind wirtschaftlicher Motor, Imagefaktor und Impulsgeber für Infrastruktur. Die mögliche Bewerbung um die Olympischen Spiele ab dem Jahr 2036 bietet Schleswig-Holstein die Chance, wieder Austragungsort maritimer Wettbewerbe zu werden. Hansen: "1972 war Kiel Gastgeber der olympischen Segelwettbewerbe. Warum nicht 2036, 2030 oder 2044 wieder? Olympia ist nicht nur ein Sportereignis, sondern ein Entwicklungsschub. Öffentliche Investitionen von etwa einer Milliarde Euro haben bei den Olympischen Spielen in London 2012 zusätzliche private Investitionen von sieben bis neun Milliarden Euro hervorgerufen." Wir können zeigen, dass Meeresschutz und Großevents kein Widerspruch sind, sondern Hand in Hand gehen."
Auch Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen betont: "Der maritime Tourismus ist ein zentraler Standortfaktor für Schleswig-Holstein. Unser Land ist aber nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch ein bedeutendes Zentrum der Maritimen Wirtschaft und Wissenschaft. Zahlreiche innovative Projekte wie die Kampagne Meermachen, digitale Besucherlenkung, das Zentrum MUNIMAR sowie die Förderung resilienter Hafeninfrastruktur und Landstromausbau zeigen, wie diese Branchen voneinander profitieren. So betreiben wir Küsten- und Naturschutz, während wir zugleich wirtschaftliche Stärke sichern und unsere Zukunft nachhaltig gestalten."
Eine nachhaltig gestaltete Zukunft für den maritimen Tourismus steht ebenso für Verena Platt-Till, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), im Mittelpunkt: "Der maritime Tourismus lebt von der Schönheit und Gesundheit unserer Meere und trägt gleichzeitig Verantwortung für ihren Erhalt. Touristische Entwicklung darf nicht zulasten sensibler Ökosysteme gehen. Gerade für Schleswig-Holstein, wo der maritime Tourismus eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielt, wird deutlich: Meeresschutz ist keine Wachstumsbremse, sondern Voraussetzung für zukunftsfähigen Tourismus. Nur im Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft können wir gemeinsam dazu beitragen, eine intakte und lebendige Ostsee wiederherzustellen."
Für einen nachhaltig gestalteten Tourismus plädiert auch Frank Ketter, Geschäftsführer Nordsee Tourismus Service GmbH: "Die Nordsee Schleswig-Holstein ist mit dem Nationalpark und dem Weltnaturerbe Wattenmeer einer der bedeutendsten Naturräume Deutschlands und verleiht der Region eine überragende tourismuswirtschaftliche Qualität. Der Tourismus ist mit 19 Millionen Übernachtungen und 13 Millionen Tagesgästen im Jahr 2023 einer der regionalwirtschaftlich bedeutsamsten ökonomischen Sektoren. Die Kooperation zwischen Naturschutz und Tourismus ist eine wichtige Grundlage um das gemeinsame Potenzial auszuschöpfen und einen Handlungsrahmen als Grundlage für eine wertschöpfungsorientierte Tourismusentwicklung zu bilden."
Da im maritimen Tourismus vor allem der Wassersport eine zentrale Rolle spielt, macht Philipp Mühlenhardt, Geschäftsführer der Sporthafen Kiel GmbH, klar: "Der maritime Tourismus an Schleswig-Holsteins Küsten ist ohne intakte Nord- und Ostsee undenkbar und in seiner Existenz gefährdet. Maritimer Wassersporttourismus auch und gerade im Hinblick auf Küsten- und Ostseeschutz muss aber zwingend integrativ gedacht werden. Wir brauchen abgestimmte Konzepte über die deutschen Seegrenzen hinaus. Maritimer Tourismus in den Gewässern vor unserer Haustür ist für Schleswig-Holstein ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, kann ökonomisch und ökologisch aber nur mit allen Anrainern gemeinsam erfolgreich gedacht und vermarktet werden."

Zentrale Forderungen der IHK Schleswig-Holstein auf einen Blick

  • Anerkennung des maritimen Tourismus als eigenständiger Wirtschaftsfaktor mit systemischer Bedeutung
  • Ausbau der maritimen Infrastruktur, insbesondere nautische Erreichbarkeit, Marinas, Querungsmöglichkeiten
  • Stärkere Einbindung der Wirtschaft in Fragen des Küsten- und Meeresschutzes
  • Bürokratieabbau bei Planungs- und Genehmigungsverfahren
  • Offensive für Fachkräftesicherung durch praxisnahe Ausbildung, Wohnraumförderung und Anerkennung ausländischer Qualifikationen
  • Entwicklung neuer Angebotsformate zur Saisonverlängerung und Steigerung der touristischen Vielfalt
  • Förderung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit in allen Bereichen des maritimen Tourismus
  • Interregionale Zusammenarbeit im Ostsee- und Nordseeraum, unter anderem mit Dänemark und Südschweden

Positionen der IHK Schleswig-Holstein zum maritimen Tourismus

Die IHK Schleswig-Holstein versteht sich als starke Stimme der maritimen Wirtschaft im Land zwischen den Meeren. Mit dem aktuellen Positionspapier zum maritimen Tourismus bündelt sie die Anliegen und Perspektiven von Unternehmen, Verbänden und Institutionen entlang der Küsten und Wasserwege. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Beitrag des maritimen Tourismus sichtbar zu machen und zukunftsfähige Rahmenbedingungen einzufordern.

NEUER TEXT

Sportboote, Surfboards, Fähren, Kreuzfahrschiffe, Fischbrötchen und vieles mehr: Kein Bundesland ist vom maritimen Tourismus so geprägt wie Schleswig-Holstein. An Nord- und Ostseeküste genießen jährlich Millionen Einheimische und Gäste das maritime Flair, die Gastronomie, nutzen Marinas oder die Fähren, gehen auf Kreuzfahrt oder besuchen eines der vielfältigen maritimen Events.
Viele der Themen des maritimen Tourismus nehmen eine positive Entwicklung, aber es gibt auch Herausforderungen, wie beispielsweise den Meeres- und Küstenschutz, denen in den nächsten Jahren begegnet werden muss.
Dieses Papier ist gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und maritimen sowie Tourismusinstitutionen entstanden. Neben den thematischen Schwerpunkten wurden vor allem Chancen und Herausforderungen für Unternehmen sowie die Besonderheiten der Regionen diskutiert. Gute Rahmenbedingungen und Planungsgrundlagen sind auch zukünftig essenziell für den maritimen Tourismus in Schleswig-Holstein, damit sich Gäste und Einheimische im Land wohlfühlen und der Tourismus weiterhin eine positive Entwicklung nehmen kann.
Jetzt wollen wir in den Dialog treten – mit Politik, Verwaltung, Verbänden, Unternehmen, Wissenschaft und weiteren Interessierten. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft gestalten, lassen Sie uns gemeinsam Meermachen!
Die IHK Schleswig-Holstein verfolgt mit der Bearbeitung des Themas verschiedene Ziele:
  • Interessenvertretung der Unternehmen am, auf und im Meer stärken
  • Verbesserung der Standortbedingungen in Schleswig-Holstein
  • Arbeits- und Fachkräfte stärker auf die Themen aufmerksam machen (auch küstenfern)
  • Wissen um die wirtschaftliche Bedeutung des maritimen Tourismus stärken
Adressaten dieser Ziele sind die folgenden Zielgruppen:
  • Bundespolitik
  • Landespolitik und Landesverwaltung
  • Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung
  • Unternehmen
  • Wissenschaft

Schleswig-Holstein – Land zwischen zwei Meeren

Der maritime Tourismus umfasst die Tourismusangebote entlang der Küsten von Nord- und Ostsee, der Tideelbe und ihrer Nebenflüsse, des Elbe-Lübeck-Kanals und des Nord-Ostsee-Kanals.
Entlang der 1.190 Kilometer langen Küste gibt es unzählige Strände, Steilküsten sowie über 60 Sportboothäfen und Marinas mit ungefähr 30.000 Liegeplätzen. An den Küsten von Nord- und Ostsee finden Gäste und Einheimische Häfen mit Fischkutterliegeplätzen, die Angler zu ihren Angelgründen fahren, in Lübeck und Kiel große Fähren im internationalen Linienverkehr sowie große Kreuzfahrtschiffe in Kiel. An der Nordsee prägen die Häfen nicht nur das maritime Bild, sondern stellen auch die Daseinsvorsorge für die Inseln und Halligen sicher. Vorbeiziehende Schiffe, Segelboote und das Meer führen zu einem besonderen Ambiente. Weitere Informationen zu den Häfen gibt es hier: www.ihk.de/sh/zukunfthafen. Auf dem Nord-Ostsee-Kanal fahren neben großen Seeschiffen auch circa 12.000 Sportboote im Jahr. Der Elbe-Lübeck-Kanal ist neben seiner Bedeutung für die Binnenschifffahrt vor allem bei Wassersportlerinnen und -sportlern beliebt.
Die besondere Bedeutung des Tourismus im Bereich Near- und Offshore hatte die IHK Schleswig-Holstein bereits 2024 im Rahmen der maritimen Raumordnung aufgezeigt. Die Details dazu gibt es hier: www.ihk.de/sh/nearundoffshore. Die planerischen Voraussetzungen für den maritimen Tourismus in den Küstenbereichen schaffen sowohl die Landes- und Regionalplanung als auch die Kommunen über die Bauleitplanung.
Auch an den Binnenseen, zum Beispiel Großer Plöner See, Ratzeburger See, Selenter See und Wittensee, oder der Eider gibt es Wassertourismus. Hinzu kommen die Stadtgewässer in Lübeck, Kiel und Flensburg mit leistungsfähigen Unternehmen, zum Beispiel der Personen- und Ausflugsschifffahrt. Die Bedingungen und Herausforderungen sind aber teilweise andere als an der Küste.
Ein paar Zahlen:
  • Küstenlänge Nordsee Schleswig-Holstein: 569 Kilometer
  • Küstenlänge Ostsee Schleswig-Holstein: 541 Kilometer
  • Binnenland: circa 300 Seen und circa 30.000 Kilometer Flüsse und Bäche

Herausforderungen

Der maritime Tourismus gehört zu Schleswig-Holstein. Die Herausforderungen der Branche in den nächsten Jahren sind jedoch vielfältig, so zum Beispiel bei der Fachkräftesicherung oder der Zusammenführung mit dem Küsten- und Meeresschutz.
Um Ziele wie die Weiterentwicklung des Angebotes, die Bindung der Gäste an die Region oder die Verlängerung der Saison zu erreichen und die Chancen umzusetzen, sind diese Herausforderungen zu bearbeiten beziehungsweise zu lösen:

Im Bereich Interessenvertretung

  • Sensibilisierung für den maritimen Tourismus und Anerkennung seines Stellenwertes im Land, auch als Teil des maritimen Selbstverständnisses von Schleswig-Holstein
  • Der hohe Anteil der Wertschöpfung des Tourismus im Land sollte einen gewissen "Rückfluss" der Mittel in die Branche bedingen
  • Verbesserung der Standortbedingungen:
    • Infrastrukturausbau (Bahn und Straße) bei den Hinterlandanbindungen von Häfen, Marinas und Stränden sowie Querungsmöglichkeiten stabil ermöglichen bei der Schlei, den Förden und Kanälen
    • Konzepte entwickeln und umsetzen, dass die letzte Meile auch ohne Auto komfortabel überwunden werden kann
    • Nachhaltige Lösungen bei der Verschlickung von Hafenzufahrten und Flüssen zur Verbesserung der nautischen Erreichbarkeit entwickeln und umsetzen, dies schließt auch Sedimententnahme in Schutzgebieten ein; eine ortsnahe Sedimentverbringung
      sollte ermöglicht werden
    • Vorhandene Infrastrukturen wie Kaikanten, Anleger etc. erhalten und ggf. sanieren
    • Maritime Segelinfrastruktur weiter ausbauen, zum Beispiel Ankerbojen
    • Immer alle Schiffsklassen, -typen und -geschwindigkeiten mitdenken
  • Aktive Einbindung der Branche in das Thema Küstenschutz:
    • An Nord- und Ostsee sollte es einheitliche Regelungen zum Küstenschutz geben, dies ist vor allem auch mit Blick auf den steigenden Meeresspiegel zu beschleunigen
    • Auflösung der Konkurrenzsituation: Dem Küstenschutz ist bei Abwägungen ein Vorrang gegenüber dem Naturschutz einzuräumen, eventuell erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfungen sollten auf ein Mindestmaß reduziert werden
    • Küstenschutz sollte grundsätzlich an der gesamten Küste ermöglicht werden
    • Alternative Küstenschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Seegraswiesen oder Riffe, sollten ermöglicht werden
    • Naturereignisse wie Sturmfluten wird es immer wieder geben, dabei können nicht alle Infrastrukturen, wie beispielsweise die Marinas, umfassend geschützt werden, hierzu sollten gemeinsam mit den Betreibern/betroffenen Unternehmen und unter Beteiligung von Meteorologen/Meereswissenschaftlern Konzepte, auch unter Berücksichtigung mobiler Systeme, erarbeitet werden, um Schäden so gering wie möglich zu halten
    • Mit den Erfahrungen aus der Ostseeflut 2023 sollte für die Behebung nicht vermeidbarer Schäden gemeinsam mit allen Beteiligten eine möglichst unbürokratische und zeitnah umsetzbare Lösung für zukünftige Ereignisse erarbeitet werden
    • Private Betreiber von Küstenanlagen, zum Beispiel von Marinas oder Kaikanten, sollten bei der Sanierung und Instandsetzung der Anlagen, zum Beispiel Spundwänden, unterstützt werden, wenn diese auch dem Küstenschutz dienen
    • Gemeinsam mit den Unternehmen sollten Strategien zur Anpassung des touristischen Angebots an den Klimawandel aufgesetzt werden
  • Aktive Einbindung der Branche in das Thema Meeresschutz
    • Der Schutz von Nord- und Ostsee rückt immer stärker in den Fokus, saubere Meere sind eine Grundvoraussetzung, dass Gäste und Einheimische sich am, auf und im Wasser wohl und sicher fühlen
    • An der Nordsee ist durch den Nationalpark Wattenmeer ein umfangreiches Schutzgebiet geschaffen, welches einerseits Nutzungen reguliert und andererseits auch speziell interessierte Gäste anzieht, die Unternehmen werden bereits mitgenommen und sollten auch zukünftig eingebunden werden
    • An der Ostsee ist die Diskussion zu einem Nationalpark Ostsee aktuell vom Tisch, zum besseren Schutz der Ostsee hat die Landesregierung den Aktionsplan Ostseeschutz 2030 aufgestellt, in dem 16 Punkte für eine Verbesserung der Situation aufgeführt sind (unter anderem Beantragung einer Befahrensverordnung für drei geplante Naturschutzgebiete, Schaffung von Riffstrukturen, Seegraswiesen und Muschelbänken, Auf- und Ausbau von Bildungs- und Informationsangeboten,
      Zielvereinbarungen mit der Landwirtschaft, Bergung von Munitionsaltlasten, Einbindung der Beteiligten durch ein Partnerprogramm), zur Ausgestaltung, Evaluierung und Akzeptanz des Aktionsplans sollten in jedem Fall die betroffenen
      Unternehmen angehört und eingebunden werden; Ziel muss es sein, einen Ausgleich zwischen den berechtigten Anforderungen des Meeresschutzes und der wirtschaftlichen Nutzung zu erreichen. Das "Erlebnis Meer" ist in seiner Vielfältigkeit eine der Hauptattraktionen für den Tourismus im Lande, die es zu sichern gilt.
    • Die Ostseestrategie 2100 sollte zeitnah fortgeschrieben werden.
  • Die Fachkräfteeinwanderung muss erleichtert und bürokratische Hürden für Fachkräfte abgebaut werden
  • Stärkere Reduzierung der bürokratischen Hürden bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, pragmatischere Ausnahmegenehmigungen und Erleichterung von Berufszugängen, zum Beispiel bei der Berufsschifffahrt
  • Unterstützung der Branche bei den Bemühungen zur Saisonverlängerung – auch mit Blick auf die Fachkräftesicherung
  • Tourismusbewusstsein und -akzeptanz fördern, zum Beispiel durch die Einbindung von Einheimischen in Entscheidungsprozesse und eine positive Stimmung aller am Tourismusgeschehen Beteiligter

Im Bereich Branchenaktivitäten

  • Standortfaktoren: Potenziale des maritimen Tourismus noch deutlicher aufzeigen
    • zum Beispiel Krabbenfischerei als Teil des maritimen Tourismus
    • Häfen als Schaufenster zur Schifffahrt
    • Barrierefreiheit weiter ausbauen
    • Auch wenn Europa durch die feste Fehmarnbeltquerung zusammenwächst, sollten (gemeinsam) Konzepte entwickelt und diskutiert werden, um die Ostseefährlinien zu sichern – für den Tourismus (und die Gütertransporte)
    • Nachwuchsförderung: Es sind interessante Arbeitsplätze; wo möglich auch Technologien
    • fördern, um Arbeitsplätze attraktiver zu machen oder ggf. mittelfristig zu "ersetzen" – zum Beispiel mittels autonomer Fähren
    • Neue Angebote entwickeln, zum Beispiel Wellnessangebote, Indoor-Aktivitäten beziehungsweise "Schlechtwetterangebote"
    • Destinationsmarketing: Sichtbarkeit der Branche erhöhen
  • Durch erweiterte Hinweisschilder an den Autobahnen (zum Beispiel Nord-Ostsee-Kanal an der A 7, gemeinsam mit einem Aussichtspunkt am Parkplatz)
  • Durch das Zusammenbringen lokaler/regionaler Akteure für die Ideenentwicklung, gemeinsame Projekte und die gemeinsame Ansprache von Gästen
  • Durch das Bündeln der Kräfte in Schleswig-Holstein ein einheitliches Erscheinungsbild, zum Beispiel bei der Beschilderung, entwickeln
    • Aufmerksam machen: mit unseren Nachbarn in Dänemark, Südschweden, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zusammenarbeiten, zum Beispiel für die weitere Attraktivität des Segelreviers Ostsee
    • Aufmerksam machen: internationale Gäste willkommen heißen und englische Texte an den Tourismusorten einbinden, so zum Beispiel an der Schleusenplattform in Kiel-Holtenau
Kurz erklärt: Die feste Fehmarnbeltquerung: Ab Ende 2029 wird ein Tunnel im Fehmarnbelt für schnellere Verbindungen sorgen. Parallel soll der Fährbetrieb zwischen Puttgarden und Rødby fortgeführt werden.

Fachkräfte

  • Für die auch zukünftige Sicherung von Fachkräften ist die Ausbildung in der Region von großer Bedeutung.
  • Es gibt vielfältige Fachkräfte, die direkt oder indirekt für den maritimen Tourismus gebraucht werden, beispielsweise
    • Hafenmeister, Lotsen, Kapitäne, Bademeister, Einzelhandelskaufleute, Fachkräfte für Gastronomie und Hotellerie
    • Segelmacher, Bootsbauer, Spediteure, Schleusenwärter, Segellehrer
  • Die Ausbildung geschieht zum einen bei den Unternehmen in der Region. Aber auch die Seemannsschulen, die (Nautischen) Hochschulen und die Lotsen übernehmen eine wichtige Funktion bei der Sicherung der Fachkräfte. Nachwuchs zur Entwicklung neuer Materialien, Antriebe oder digitaler Angebote gehört ebenso zum maritimen Tourismus wie die Ausbildung im Handwerk, der Gastronomie oder auf den Schiffen.
  • Eine große Herausforderung ist das Thema Wohnen: Vor allem in den planungsrechtlich als "Schwerpunktraum Tourismus" ausgewiesenen Gebieten haben es Fachkräfte zunehmend schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Gemeinden steuern vermehrt dagegen, indem sie Wohngebiete ausweisen, die nur für das Wohnen und nicht für die touristische Nutzung zugelassen sind. Um für Fachkräfte weiterhin attraktiv zu bleiben und damit den maritimen Tourismus auch zukünftig zu sichern, ist eine integrierte Betrachtung des Themas Wohnen/touristische Unterbringung wichtig. Modellprojekte, die auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende und Mitarbeitende in Tourismuskommunen abzielen, sollten landesseitig flankiert und unterstützt werden.
  • Bei manchen Tätigkeiten ist der Berufszugang übermäßig erschwert. So gibt es immer weniger Fährschiffsführer, die die notwendige Fahrerlaubnis haben. Neben den nicht für alle interessanten Arbeitsbedingungen, Schichtarbeit, Wetter und Verantwortung, gibt es bei den öffentlichen Stellen oftmals eine geringere Bezahlung. Die eigene Ausbildung zum Binnen- oder Hafenschiffer, die üblicherweise
    drei Jahre dauert, wird nicht überall angeboten. Noch können die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK), die Lübecker Stadtwerke und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal die offenen Stellen besetzen. Wie lange dies noch geht, ist ungewiss. Der Blick nach Hamburg zeigt, dass die Ausbildung eigener Fachkräfte die Situation entspannen und somit zu einem verlässlichen Angebot beitragen kann. Der Mangel an Fahrpersonal führt beispielsweise in Kiel immer dazu, dass vor allem im Winter zu wenig Fahrten angeboten werden und der Takt – auch im Sommer – nicht an den Bedarfen orientiert ist.
  • Die europäischen Patentregelungen führen zum Beispiel in Lübeck zu einem existenzbedrohenden, bürokratischen Hindernis: Weil einzelne Fahrtreviere auch Bundeswasserstraßen streifen (hier die Kanal-Trave), muss die Ausflugs- und Personenschifffahrt unverhältnismäßig hoch qualifiziertes Fahrpersonal vorhalten, welches für 90 Prozent der restlichen Fahrstrecke völlig überqualifiziert ist. Diese Schiffsführer sind kaum zu bezahlen, und der Personalmangel wird deshalb langfristig zum Aussterben der Branche führen. Die Politik hat hier Ausnahmegenehmigungen stets versagt und nimmt die touristische Bedeutung des maritimen Angebotes nicht wahr.
Modellprojekt: In Grömitz entsteht ein genossenschaftliches Wohnprojekt, das Mitarbeitenden lokaler Betriebe bezahlbaren Wohnraum bietet. Die Unternehmen erhalten dabei Belegungsrechte für ihre Beschäftigten, wobei das Wohnrecht direkt an den Arbeitsvertrag gekoppelt ist.

Marinas

  • Die schleswig-holsteinische Ostseeküste bildet zusammen mit der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und der Dänischen "Südsee" ein gemeinsames Segelrevier. Die Angebote ergänzen sich sehr gut, die Kunden nutzen die guten Bedingungen in der Region, was sich auch in der großen Nachfrage nach Liegeplätzen in den Marinas widerspiegelt. Die vielen verschiedenen Ziele machen die Region interessant für Einheimische und Gäste.
  • An der Nordseeküste Schleswig-Holsteins zeichnet sich ein ähnliches Bild zusammen mit den Küsten Niedersachsens, Dänemarks und der Niederlande. Dieses Revier schließt die Unterelberegion bis Hamburg mit ein. Auch diese Region erfreut sich großer Beliebtheit. Die große Herausforderung ist die zunehmende Verschlickung der Zuflüsse und Marinas/Häfen. Das Land Schleswig-Holstein hat zum einen ein Förderprogramm aufgesetzt, das unter anderem helfen soll, das Problem der Verschlickung bei den Marinas zu minimieren . Zum anderen wird an der Stör ein Pilotprojekt erarbeitet, wie das Problem der Verschlickung an den Elbenebenflüssen bearbeitet werden kann. Ohne geeignete Maßnahmen werden die Marinas und Häfen an der Unterelbe und entlang der Nordseeküste ihre Funktionen, auch für den maritimen Tourismus, nicht aufrecht halten können.
  • Marinaübergreifend ist geplant, dass entlang der Ostseeküste von Flensburg bis Lübeck eine Marina-Management-Software eingeführt wird, die der besseren Vernetzung in der Region dient.
  • Zu den Herausforderungen der Marinas gehören:
    • Platzmangel: Es gibt eine Warteliste für die festen Liegeplätze; das Angebot liegt deutlich hinter der Nachfrage, eine Ausweitung ist jedoch selten möglich
    • Nachhaltigkeit: Zunehmend gibt es auch auf Segelbooten Photovoltaikanlagen, diese könnten bei Nichtnutzung über die Häfen ins Stromnetz einspeisen; bisher ist dies nur eine Idee, die aber umgesetzt werden sollte
    • Fäkalienentsorgung: Das Netz ist dafür nicht flächendeckend ausgelegt; hinzu kommt, dass das Angebot in den Häfen nicht verpflichtend ist und daher auch bei Vorhandensein nicht umfassend genutzt wird
    • Digitalisierung: Bei allen Fortschritten in den letzten Jahren gibt es noch verschiedene Bereiche, die in den nächsten Jahren ausgeweitet werden müssen, beispielsweise die Anmeldung im Hafen, die Nutzung der Sanitäranlagen und die Bezahlung
    • Landeswassergesetz: teilweise schwer umsetzbar, so ist der § 82a sehr praxisfremd formuliert (Verpflichtung Nutzer auf die Gefahr von Sturmfluten hinzuweisen)
    • Sporthafenverordnung (SpoBoHafVO) regelt viele Dinge, die aufgrund lückenhafter Kontrollen zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Regelmäßige Kontrollen wären deshalb im Sinne aller, auch im Sinne des Naturschutzes
  • Die Qualität der Marinas entscheidet auch über die Beliebtheit bei den Gästen:
    • Anzahl und Beschaffenheit der Liegeplätze, Preise, Länge der Warteliste
    • Digitale Angebote
    • Umweltaspekte wie Fäkalienentsorgung, Abfallmanagement
    • Die Hafenhinterlandanbindung – gute Erreichbarkeit vor allem über die Straße (Transport der Boote)
    • Nautische Erreichbarkeit mit Blick auf die Wassertiefe (Verschlickung)
    • Angebotene Services
    • Ausstattung für internationale Gäste, zum Beispiel Mehrsprachigkeit
    • Möglichkeiten zum Ein- und Aussetzen der Boote, Winterlager in der Nähe
Nach dem Gesetz über die Errichtung eines Sondervermögens zur nachhaltigen Finanzierung von Maßnahmen der grünblauen Infrastruktur vom 15. April 2024 können auch Häfen/Marinas an der Nordseeküste und Unterelbe Mittel beantragen.
Betreiberinnen und Betreiber von Campingplätzen in nicht ausreichend geschützten Küstengebieten und Betreiberinnen und Betreiber von Sportboothäfen, innerhalb derer ein sturmflutsicherer Verbleib von Booten im Wasser nicht gewährleistet werden kann, sind verpflichtet, die Nutzerinnen und Nutzer auf die Gefahr von Sturmfluten, insbesondere im Winterhalbjahr, hinzuweisen.
In der SpoBoHafVO sind zum Beispiel diese Themen geregelt: Entsorgungseinrichtungen für Öl und Bilgewasser und Fäkalienabsauganlagen.
Die Häfen müssen auch Abfallbewirtschaftungspläne aufstellen, Sanitäranlagen vorhalten oder die Trinkwasserverordnung einhalten.

Breitenwassersport

  • Wassersport hat ganzjährig eine Bedeutung an Nord- und Ostsee. Dazu zählen die eher leisen Sportarten wie Schwimmen, Paddeln/Rudern, Segeln, Surfen, Kiten, oder Tauchen. Aber auch lautere Sportarten wie Motorbootfahren können entlang der Küsten, in Teilen, ausgeübt werden.
  • Im Bereich der deutschen Nordsee wurde 2023 die "Verordnung über das Befahren der Bundeswasserstraßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee (Nordsee-Befahrensverordnung – NordSBefV)" verabschiedet. In ihr ist unter anderem geregelt, welche Wasserfahrzeuge sich bewegen dürfen, mit welcher Geschwindigkeit diese fahren dürfen und welche Ausnahmen gestattet sind. Die inhaltliche Gestaltung wurde damals unter anderem von Reedereien und Tourismusvertretern kommentiert. Aktuell steht in der Diskussion, ob es eine vergleichbare Befahrensverordnung auch für drei Naturschutzgebiete in der Ostsee geben sollte. In jedem Fall ist die Wirtschaft in diesen Prozess aktiv einzubinden und Erfahrungen in der Nordsee einzubeziehen.
Die Angebote im Wassersportbereich sind sehr groß:
  • Schwimmen
  • Segeln
  • Surfen/Windsurfen/Kitesurfen
  • Foiling/Wingfoiling/Kitefoiling
  • Kanu fahren/Rudern/Kanupolo
  • Stand-up-Paddling
  • Tauchen
  • Aquafitness/Aquayoga
  • Angeln/Sportfischen
  • Motorboot/Motoryacht fahren
  • Wasserski/Wakeboard fahren
  • Strandsegeln/Drachensteigen
  • Beachvolleyball/Disc Golf
  • Fernwandern/Fernradtouren
  • Eissport/Eishockey

Spitzenwassersport

  • Das größte Event im Spitzensport waren 1972 die olympischen Segelwettbewerbe. Neben der Infrastruktur, die in Kiel-Schilksee gebaut wurde und bis heute von Segelsportlern – nicht nur während der Kieler Woche – genutzt wird, wurden in Kiel und Schleswig-Holstein, auch Infrastrukturen gebaut, die der Anreise der Gäste dienten. So sind die A 7 und die Olympia-Brücke, die Kiel-Wik und Kiel-Holtenau
    über den Kanal verbindet, aus dieser Zeit. Die Olympia-Brücke ist die östliche der beiden Holtenauer Hochbrücken und wurde 1972 errichtet.
  • Die Bundesregierung hat 2024 eine Absichtserklärung unterschrieben, sich um die Olympischen Spiele und die Paralympischen Spiele zu bewerben. Dies wäre die Chance für Schleswig-Holstein bei den Olympischen Freiluft-Wasserwettbewerben wieder eine Rolle zu spielen. Neben den Kommunen/Regionen an Nord- und Ostsee ist hier auch die Landesregierung Schleswig-Holsteins gefragt, sich für die Austragungsorte entlang der Küsten einzusetzen.
  • Dringende Anpassung der See-Sportbootverordnung (SeeSpbootV) und der Schiffssicherheitsverordnung (SchSV), um weiterhin offene Boote im gewerblichen Bereich einsetzen zu können. Diese sind unter anderem als Regattabegleitfahrten bei den großen maritimen Events im Einsatz.
  • Auch bei anderen großen maritimen Sportereignissen ist Schleswig-Holstein Gastgeber gewesen oder wird es sein:
    • St. Peter-Ording und Sylt: große Cups im Windsurfen, Kitesurfen und Wingfoil
    • Ocean Race Fly-By in Kiel beziehungsweise Start des Ocean Race Europe in Kiel
    • Segelbundesliga
    • Olympiatrainingslager
Zu SeeSpbootV und SchSV: Es dürfen ab dem 1. Juni 2025 keine offenen Boote mehr gewerblich genutzt werden. Regattabegleitfahrten bei den großen und kleinen Events sind dann nur noch mit Booten möglich, die einen Bestandsschutz bis 2033 haben – wenn die BG Verkehr schon vor dem 1. Juni 2025 die Genehmigung erteilt hat. Die BG Verkehr war bis vor kurzem aber für Boote unter acht Metern Länge gar nicht zuständig.

Kreuzfahrttourismus

  • Der Kreuzfahrttourismus spielt aktuell fast ausschließlich eine Rolle in Kiel. Lübeck hatte in der Vergangenheit auch einige – aber stetig zurückgehende – Anläufe.
  • Der Kreuzfahrtmarkt ist in diverse Segmente aufgeteilt, zum Beispiel klassische Kreuzfahrten, Expeditionsreisen, Luxusreisen usw. In den letzten Jahren haben sich die Schiffsgrößen stark geändert. Die Schiffe sind nicht nur größer geworden, auch gibt es mehr Spezialisierungen und die Entwicklung von Nischenangeboten. Von 2004 bis 2023 haben sich die deutschen Passagierzahlen von knapp unter 1 Million
    auf über 3,5 Millionen Personen erhöht.
  • Die Wertschöpfung findet vor allem in diesen Bereichen statt: Werften, Hafengebühren, Kaigebühren, Abfertigung des Schiffes, organisierte Passagiertransfers und Landausflüge, Vor- und Nachprogramme, individuelle Passagierausgaben im Einzelhandel und in der Gastronomie sowie Ausgaben der Besatzung.
  • Angebote sollten ausgebaut werden, die die Kreuzfahrtgäste länger in Schleswig-Holstein halten: die Kreuzfahrt als Teil des Urlaubs im Land zwischen den Meeren.
  • Ein Blick in die Zukunft zeigt verschiedene Herausforderungen (zum Beispiel saubere Schifffahrt und andere Umweltthemen), aber auch Chancen (Flottenwachstum, Verlängerung der Saison, Erschließung weiterer Zielgruppen an Gästen, Einsatz neuer Technologien).
  • Zu den Wettbewerbsfaktoren für Kreuzfahrthäfen gehören ihre geografische Lage, die Anbindung auf See und an Land, die Abfertigungs- und Dienstleistungsqualität, das Preis-Leistungs-Verhältnis im Hafen, die Serviceorientierung von Behörden und
    Kapazitätsengpässe bei Transportunternehmen.
  • Angeregt wird, dass in Kiel überlegt wird, ob ähnlich wie in Hamburg Cruise Days durchgeführt werden könnten oder es spezielle Begleitfahrten zum Auslaufen der Kreuzfahrtschiffe geben könnte. Vor allem bei Mehrfachanläufen in Kiel könnte dies
    eine interessante Ausweitung des Angebotes sein.

Fähren/Minikreuzfahrten

  • Fähren der Region: Um auf die Inseln und Halligen zu kommen, bedarf es in den meisten Fällen einer Fähre, die das ganze Jahr über die Linien bedient – auch um die Bevölkerung zu versorgen; eine längere Fahrt gibt es nach Helgoland.
  • Internationale Fähren: Die kürzeste internationale Fährlinie ist Puttgarden–Rødby –längere Fahrten gibt es zwischen Kiel–Oslo, Kiel–Göteborg, Kiel–Klaipêda, Lübeck–Helsinki, Lübeck–Trelleborg, Lübeck–Liepãja, Lübeck–Malmø
  • Minikreuzfahrten: Dazu gehören nicht nur die internationalen Fähren und die Fähren zu den Inseln und Halligen, auch in Lübeck und Kiel kann man aufs Wasser: mit der Personen- und Ausflugsschifffahrt.
  • Vor allem in Kiel und Lübeck könnte die Wassernutzung – bei ausreichendem Personal – noch ausgebaut werden.
  • Zukunft: Projekte wie CAPTN arbeiten an der digitalen Zukunft, dem autonomen Fahren. Ein Blick in die Designstudien zeigt, dass dies zukünftig nicht nur das Erfordernis eines Kapitäns an Bord abmildern könnte, sondern auch eine touristische Attraktion auf dem Wasser ergibt, die technikinteressierte Menschen speziell anzieht.

Destinationen

  • Nordsee
    • Sylt
    • Föhr
    • Amrum
    • Pellworm
    • Helgoland
    • die Halligen Langeneß, Hooge, Nordstrand, Gröde
  • Ostsee
    • Liepãja
    • Klaipêda
    • Helsinki
    • Trelleborg
    • Malmø
    • Göteborg
    • Oslo
    • Rødby

Events

Zu den kleinen und großen Events entlang der Küsten laden die Kommunen fast ganzjährig ein. Dazu zählen auch die vielen Flohmärkte.
  • Kieler Woche
  • Travemünder Woche
  • Flensburger Förde Woche
  • Rumregatta Flensburg
  • Husumer Krabbentage/Fischtage
  • Friedrichstädter Festtage
  • Heringstage Kappeln
  • Glückstädter Matjeswochen
  • Eckernförder Green Screen Festival
  • Fehmarnbelt Innovation Days
Wichtig ist für alle Events, dass nachhaltige Mobilitätskonzepte für Eventverkehr entwickelt und umgesetzt werden und auch beim Thema Abfall auf nachhaltige Konzepte gesetzt wird, die keine weitere Verschmutzung der Nord- und Ostsee nach sich ziehen. Auch das Sicherheitsgefühl der Gäste muss zunehmend thematisiert und Lösungen weiterentwickelt werden.
Verschiedene maritime Erlebniszentren im Lande ermöglichen es, das Thema Meer in seinen verschiedenen Facetten kennenzulernen. Dazu gehören:
  • Multimar Wattforum in Tönning
  • Erlebniszentrum Naturgewalten auf Sylt
  • Meereszentrum Fehmarn
Auch in der Landeshauptstadt Kiel gibt es konkrete Überlegungen, ein Meeresvisualisierungszentrum zu errichten, für das im Anschluss an zwei aufeinander aufbauenden Machbarkeitsstudien zurzeit eine Umsetzungsstudie erstellt wird. Neben der Erlebbarkeit der Meereswelt soll hier auch über die Situation der Meere und ihre Bedeutung für den internationalen Klimaschutz informiert werden.
Neben der Funktion als Reiseziel an sich sowie als Ergänzung für Strand- und Städteurlaube sowie als Schlechtwetteralternativen bieten diese Einrichtungen auch Potenzial für eine Saisonverlängerung.

Weitere angrenzende Themen

  • Hotels, Gastronomie und Campingplätze
  • Bootsbau, Bootsumbau, Yachtbau, Yachtumbau, (Um-)Bau von Megayachten
  • Schiffsmakler und ihre angebotenen Services
  • Services vor Ort um die Häfen und Marinas (Gastronomie, Einzelhandel, Versorgung, Entsorgung, Erreichbarkeit)
  • Maintenance vor Ort (Angebote, Verfügbarkeit, Qualität)
  • Traditionssegler: Dafür müssen passende und zugewandte Bedingungen in den Häfen geschaffen werden
  • Logistik zur Ver- und Entsorgung in den Häfen und Marinas, Gütertransporte und Personenerreichbarkeit
  • Interdisziplinarität: Nutzen der Erkenntnisse aus dem maritimen Tourismus von/für andere Branchen und Zusammenarbeit
  • Hochschulforschung zu den Themen Materialien, Recycling, alternative Antriebe, Foiling, Antifouling, Akzeptanz
  • Sicherheit an den Küsten: Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei und der Küstenwache
  • Behördenschiffe in Marinas

Elbe und Nebenflüsse

Die Unterelbe ist geprägt vom Gezeitenwechsel, von großen Schiffen, die den Hamburger Hafen anlaufen, und vielfältigen Erlebnissen an den Nebenflüssen der Elbe. Auch den tiefsten Landpunkt Deutschlands in der Wilster Marsch kann man hier besichtigen. Das Wasser prägt die Region und den Tourismus.
  • Tourismusorte:
    • Wedel, Uetersen, Kollmar, Glückstadt, Wewelsfleth, Itzehoe, Brunsbüttel
  • Nördliche Nebenflüsse der Elbe:
    • Pinnau, Stör und Krückau
  • Aktivitäten:
    • Radfahren und Fernwandern in maritimer Umgebung
    • Große Containerschiffe auf der Elbe
    • Große und kleine Marinas entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse, zum Beispiel die größte Marina Schleswig-Holsteins in Wedel mit mehr als 2.000 Liegeplätzen

Nordseeküste

Die schleswig-holsteinische Nordseeküste ist von den Gezeiten geprägt. Das Wattenmeer ist seit 1985 ein Nationalpark von 4.380 Quadratmetern Fläche. 2009 wurde das deutsch-niederländische Wattenmeer in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen (2011 und 2014 erweitert). Jedes Jahr kommen viele Touristen an die Nordseeküste Schleswig-Holsteins, um weite Strände zu genießen, Krabbenbrötchen zu essen, Wassersport zu treiben und sich in den Nationalparkstationen zur ökologischen Bedeutung und biologischen Vielfalt zu informieren.
  • Tourismusorte:
    • Hochseeinsel Helgoland
    • Die vorgelagerten Inseln Amrum, Föhr, Sylt, Pellworm und Nordstrand
    • Die vorgelagerten Halligen Hooge, Langeneß, Oland, Gröde, Nordstrandischmoor, Hamburger Hallig, Habel, Norderoog, Süderoog, Südfall
    • An der Küste: St. Peter-Ording, Friedrichstadt, Husum, Büsum, Dagebüll, Niebüll,
      Nordstrand, Leck, Tönning
  • Aktivitäten:
    • Nationalpark Wattenmeer – Weltnaturerbe und beliebt zum Wattwandern
    • Krabbenkutter
    • Seehundstation Friedrichskoog
    • Radfahren an der Küste
    • Wassersport – Surfen, Segeln, Kiten, Schwimmen

Ostseeküste

Die Ostsee ist nicht nur eines der am meisten befahrenen Meere der Welt, sie ist auch beliebtes Urlaubsziel. Zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern, Dänemark und Südschweden ergibt sich nicht nur für Segelfans ein interessantes Revier, auch für Fernwanderer und Fernradfahrer, aber auch Camping- und klassische Strandurlauber bieten verschiedene Küstenabschnitte und Orte eine große Abwechslung. Schleswig-Holstein hat an 541 Kilometern Ostseeküstenlänge eine große Vielfalt: die Lübecker Bucht mit weiten Sandstränden, die Förden in Flensburg und Kiel, die Schlei als längsten Ostseefjord, die Insel Fehmarn für Wassersportbegeisterte und Steilküste zum Beispiel bei Stohl.
  • Tourismusorte:
    • Schlei – die längste Förde der Ostsee und interessantes Segelgebiet
    • Insel Fehmarn
    • 300 Kilometer Radwege
    • An der Küste: Flensburg, Glücksburg, Damp, Eckernförde, Strande, Kiel, Laboe, Schönberg, Hohwacht, Weissenhäuser Strand, Heiligenhafen, Fehmarn, Dahme, Kellenhusen, Grömitz, Neustadt i. H., Sierksdorf, Scharbeutz, Timmendorfer Strand, Travemünde, Lübeck
  • Aktivitäten:
    • Radfahren, Wandern an der Küste
    • Wassersport – Surfen, Segeln, Kiten, Schwimmen
    • Internationale Fährlinien
    • Kreuzfahrttourismus
    • Seebrücken

Kanäle: Nord-Ostsee-Kanal und Elbe-Lübeck-Kanal

Der Nord-Ostsee-Kanal ist die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Aber nicht nur für die Schifffahrt hat er eine große Bedeutung. Auch für den maritimen Tourismus ist der Kanal nicht wegzudenken, für Segler auf dem Kanal und Radfahrende, Spaziergänger und Campingurlauber entlang des Kanals, zum Schiffegucken. 2025 feiert der Kanal das 130-jährige Jubiläum. Weitere Informationen und Forderungen der IHK Schleswig-Holstein gibt es hier: www.ihk.de/sh/nok.
Auch der Elbe-Lübeck-Kanal feiert 2025 ein Jubiläum: Seit 125 Jahren kann man auf kurzem Weg von der Ostsee zur Elbe (und zurück) mit dem Binnenschiff fahren. Aber auch für Wassersportbegeisterte ist der Kanal ein interessanter Ort und – wie beim Nord-Ostsee-Kanal – für Radfahrende, Spaziergänger und Campingurlauber.
  • Tourismusorte:
    • Kiel, Rendsburg und Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal
    • Lübeck, Berkenthin, Mölln, Büchen und Lauenburg/Elbe am Elbe-Lübeck-Kanal
  • Aktivitäten:
    • Radfahren und Fernwandern in maritimer Umgebung
    • Binnenschiffe und Wassersportler auf dem Elbe-Lübeck-Kanal
    • Seeschiffe und Segelboote auf dem Nord-Ostsee-Kanal
  • Besondere Forderungen:
  • Erforderlich ist die Umsetzung der geforderten Maßnahmen an beiden Kanälen.
    • Zeitgemäße, leistungsfähige Infrastruktur für Binnenschifffahrt und Sportschifffahrt auf dem Elbe-Lübeck-Kanal schaffen, inklusive Ertüchtigung und Anpassung der Schleusen
    • Sanierung der Schleusen und Böschungen am Nord-Ostsee-Kanal sowie Verbreiterung der Oststrecke
    • Vorhaltung von ausreichend Personal an den Schleusenanlagen an beiden Kanälen
    • Durchgängige Befahrbarkeit mit dem Fahrrad entlang der beiden Kanäle weiterhin sicherstellen
DANKE.
Wir bedanken uns bei allen Unternehmerinnen und Unternehmern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Fachleuten, die an unserem Positions- und Forderungspapier mitgewirkt haben, für die Zusammenarbeit.
Ihr ehrenamtliches Engagement im Workshop, in den drei Arbeitskreisen Tourismus sowie dem Arbeitskreis Maritime Wirtschaft und darüber hinaus ist essenziell für die Entstehung dieses Papiers.