Konjunktur und Statistik

Konjunkturumfrage IHK Schleswig-Holstein

Vier Mal im Jahr befragen wir Firmen verschiedener Branchen in Schleswig-Holstein zur Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und stellen die Ergebnisse in unserem Konjunkturbericht vor. Die regelmäßige Befragung liefert wertvolle Erkenntnisse zum Stimmungsbild der Wirtschaft.
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Vier Mal im Jahr befragt die IHK Schleswig-Holstein ihre Mitgliedsunternehmen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage. Themen sind die derzeitige Geschäftssituation, Geschäftserwartungen, Investitionsneigung, Export- und Personalpläne und die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Nehmen auch Sie an der Umfrage teil!
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Aktueller IHK-Konjunkturbericht - 3. Quartal 2026

Konjunktur im Norden tritt auf der Stelle

Hier finden Sie den kompletten Konjunkturbericht (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1486 KB) zum Download.
Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein findet auch im dritten Quartal 2026 nicht zurück auf einen nachhaltigen Wachstumspfad. Der Konjunkturklimaindex der IHK Schleswig-Holstein verharrt auf niedrigem Niveau und sinkt gegenüber dem Vorquartal leicht von 90,6 auf 87,0 Punkte. Damit liegt er weiterhin deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von 106 Punkten. Die aktuelle Geschäftslage bleibt angespannt, zugleich haben sich die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate erneut eingetrübt.
"Die leichte Aufhellung des Vorquartals hat sich leider nicht verstetigt", sagt Thomas Buhck, Präsident der IHK Schleswig-Holstein. "Die Unternehmen leiden weiterhin unter einer schwachen Nachfrage, hohen Kosten und unzureichenden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Von einer nachhaltigen Erholung kann deshalb noch keine Rede sein."
Die Geschäftslage wird von den Unternehmen überwiegend als befriedigend bewertet. Allerdings rechnen nur noch 13 Prozent der Betriebe mit einer günstigeren Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten, während rund 35 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. Besonders deutlich haben sich die Exporterwartungen eingetrübt. Nur 16 Prozent der exportierenden Unternehmen erwarten steigende Ausfuhren, 32 Prozent gehen von einem Rückgang aus.
Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein kommt weiterhin nicht in Schwung. Während die Bauwirtschaft ihre aktuelle Lage noch als stabil beschreibt, sorgen rückläufige Auftragseingänge in anderen Schlüsselbranchen für Sorgen: Industrie, Handel und Logistik leiden unter schwacher Nachfrage, hohen Kosten und fehlenden Wachstumsimpulsen. Investitionen werden vielfach verschoben oder ganz zurückgestellt. Auch dort, wo die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage noch als solide einstufen, überwiegt der Pessimismus hinsichtlich der weiteren Entwicklung. "Eine in der Breite der Branchen getragene konjunkturelle Erholung ist aus Sicht der Wirtschaft derzeit leider nicht erkennbar", so Buhck.
Auch die Unternehmenspläne bleiben zurückhaltend. Zwar zeigen sich die Investitionsabsichten leicht verbessert, insgesamt dominieren jedoch weiterhin vorsichtige Entscheidungen. Die Mehrheit der Betriebe geht von sinkenden Beschäftigtenzahlen aus.
Die Risikowahrnehmung der Unternehmen bleibt auf einem sehr hohen Niveau. Am häufigsten werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (66 Prozent) und die Energie- und Rohstoffpreise (66 Prozent) als Geschäftsrisiken genannt. Mit 59 Prozent erreichen zudem die Arbeitskosten einen Höchststand der Zeitreihe. Auch das Finanzierungsrisiko fällt stärker ins Gewicht.
"Die Wirtschaft braucht jetzt spürbare Entlastungen bei Kosten und Bürokratie sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen", so Buhck. "Nur so können Wachstumskräfte gestärkt und die Wettbewerbsfähigkeit auch der Unternehmen Schleswig-Holsteins nachhaltig verbessert werden."
Für die Konjunkturumfrage im dritten Quartal 2026 haben die IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck rund 3.200 Unternehmen in ihren Bezirken angesprochen. 821 haben sich an der Umfrage beteiligt und ihre Einschätzungen geteilt. Das entspricht einer Rücklaufquote von 26 Prozent.