Logistik in Bewegung
Schienengüterverkehr
Wachstum ist eine Frage des Handelns, nicht der Konjunktur
Ein Report von Oliver Wyman und dem Verband der Bahnindustrie zeigt, dass der Schienengüterverkehr in Europa bis 2050 deutlich Marktanteile gewinnen kann – oder verliert. Welche Prognose eintritt, hängt an der Branche, an den politischen Rahmenbedingungen und daran, ob Betriebe den Einstieg in die Schiene überhaupt finden. Genau hier knüpft der Railcoach.SH als Angebot für schleswig-holsteinische Unternehmen an.
Der Report
Der Report „Igniting the hidden engine of growth" von Oliver Wyman und dem Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) rechnet zwei Pfade durch. Ausgangspunkt sind rund 389 Milliarden Tonnenkilometer im Jahr 2025. Gelingt der Umbau, sind bis 2050 über 540 Milliarden Tonnenkilometer erreichbar, und der Marktanteil der Schiene steigt von 16,9 auf 20,4 Prozent. Bleibt er aus, sinkt der Anteil auf 16,6 Prozent. Diese Spanne führen die Autoren kaum auf die Konjunktur zurück, sondern vor allem darauf, ob die Branche günstige Marktbedingungen in Marktanteile übersetzt.
Und günstig sind die Marktbedingungen: 2023 waren in Europa über 230.000 Lkw-Fahrerstellen unbesetzt, die Transportwege werden länger, und der Kostenvorteil verschiebt sich. War die Schiene 2022 ab etwa 800 Kilometern günstiger als der Lkw, sinkt diese Schwelle bis 2030 auf gut 600 Kilometer. Für Schleswig-Holstein relevant: Grenzüberschreitende Verkehre wachsen deutlich schneller als der Binnenverkehr, der skandinavisch-mediterrane Korridor könnte laut Report von 34 auf bis zu 55 Milliarden Tonnenkilometer anwachsen.
Was die Anbieterseite liefern muss
- Vom Kunden aus denken. Verlader erwarten ein verlässliches Haus-zu-Haus-Angebot, Echtzeitinformationen zur Ankunftszeit und gesicherte Kapazität; der Preis ist für sie die Eintrittskarte, nicht das entscheidende Argument. Dazu gehören einfache Zugänge, klare Ansprechpartner und standardisierte Produkte mit definierten Fahrplänen und Laufzeiten.
- Zuverlässigkeit und Transparenz. Auf dem Nord-Süd-Korridor erreichte vor der Pandemie nur etwa die Hälfte der Züge das Ziel innerhalb von 30 Minuten um die avisierte Ankunftszeit. Nötig sind durchgehendes Korridormanagement über Ländergrenzen hinweg, kürzere Standzeiten und digitale Schnittstellen, über die sich Sendungen in die Systeme der Verlader einbinden lassen.
- Fokus auf die wachsenden Segmente. Der Report empfiehlt einen Schwenk weg von kurzen Distanzen mit dünnen Margen, hin zu grenzüberschreitenden und intermodalen Verkehren. Der Einzelwagenverkehr soll bleiben, aber mit weniger Rangiervorgängen, mehr Automatisierung und leistungsgerechten Preisen.
Was die Politik dazu beitragen muss
- Stabile Finanzierung: Für 2026 standen zeitweise Trassenpreissteigerungen von bis zu 35 Prozent im Raum, genehmigt wurden im Dezember 2025 dann rund fünf bis sechs Prozent – wenige Tage vor dem Fahrplanwechsel; für 2027 warnen die Güterbahnen vor dem nächsten Sprung. Ebenso wenig planbar ist derzeit die Förderung des Einzelwagenverkehrs, deren Kürzung der Report ausdrücklich mit dem schwachen Szenario verknüpft. Wer Produktion und Logistik plant, kann mit jährlichen Zitterpartien nicht arbeiten.
- Kapazität dort, wo sie gebraucht wird: Die Hauptachsen müssen elektrifiziert und dort, wo es die Nachfrage erfordert, zweigleisig ausgebaut werden. Güterzüge mit 740 Metern Länge brauchen durchgängig befahrbare Strecken, die Häfen belastbare Hinterlandanbindungen und die Industrie funktionsfähige Gleisanschlüsse.
- Ein Baustellenmanagement, das die Verlader mitdenkt: Sanierung und Ausbau bleiben auf Jahre die Normalität im Netz. Nötig sind gebündelte Maßnahmen, mehrjährige Planungshorizonte und belastbare Umleitungskonzepte. Wer erst kurz vor Baubeginn erfährt, dass seine Relation für Monate nicht bedient wird, verlagert zurück auf die Straße und kommt nicht wieder.
Der Railcoach SH
Bleibt die Nachfrageseite. Der Report beschreibt eine Hürde, die sich auch in Schleswig-Holstein beobachten lässt: unklare Ansprechpartner, komplizierte Regularien, wenig Transparenz über bestehende Angebote. Wer noch nie auf der Schiene transportiert hat, weiß häufig nicht, wen er überhaupt fragen soll.
Dafür gibt es den Railcoach SH. Als neutrale Anlaufstelle klärt er mit Unternehmen, ob und wie sich Transporte auf die Schiene bringen lassen, kennt Anbieter und Terminals und begleitet die ersten Schritte. Getragen wird er von den Industrie- und Handelskammern Flensburg, Kiel und Lübeck, der Logistikinitiative Schleswig-Holstein und dem Land. Die erste Verlagerung von der Straße auf die Schiene ist bereits gelungen.
Beratung allein verlagert keine Tonne. Sie hilft aber dort, wo Unternehmen nicht weiterkommen oder gar nicht erst anfragen. Der Railcoach hilft, die Einstiegshürde, die der Report beschreibt, zu senken.
Sie prüfen, ob die Schiene für Ihre Transporte in Frage kommt? Der Railcoach SH ist Ihre neutrale Anlaufstelle.
Der vollständige Report ist bei Oliver Wyman abrufbar.