Küstenautobahn Nord
A20: Nach Jahren des Stillstands kommt Bewegung ins Projekt
Die vergangenen Monate haben für die A 20 wichtige Fortschritte gebracht. Am 28. Mai erfolgte bei Bad Segeberg der erste Spatenstich für den Weiterbau der Küstenautobahn in Schleswig-Holstein. Nur wenige Tage später, am 01. Juni, begann auch in Niedersachsen mit dem Bau des Abschnitts Westerstede–Jaderberg die Umsetzung eines weiteren Teilstücks. Gleichzeitig liegt für den Abschnitt zwischen Glückstadt und der A 23 inzwischen Baurecht vor. Damit rücken zentrale Bausteine der künftigen Ost-West-Verbindung im Norden näher.
1. Spatenstich bei Bad Segeberg (28. Mai 2026)
Der wichtigste Meilenstein für Schleswig-Holstein war der offizielle Baubeginn des Abschnitts Weede–Wittenborn (Abschnitt 3). Nachdem 2009 der bisher letzte Abschnitt der A 20 östlich von Bad Segeberg freigegeben wurde, begannen endlich die Arbeiten für die rund zehn Kilometer lange Umfahrung. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Ministerpräsident Daniel Günther und Landesverkehrsminister Claus Ruhe Madsen waren vor Ort. Der Bund investiert nach eigenen Angaben rund 550 Mio. Euro in diesen Abschnitt. Ziel ist insbesondere die Entlastung Bad Segebergs vom Durchgangsverkehr.
2. Zweiter Spatenstich in Niedersachsen (1. Juni 2026)
Nur wenige Tage später folgte der erste Spatenstich für die A 20 in Niedersachsen im Abschnitt Westerstede–Jaderberg. Damit wird erstmals auch westlich der Weser gebaut. Das gilt als wichtiges Signal, dass die Küstenautobahn nicht mehr nur geplant, sondern nun gleichzeitig in Schleswig-Holstein und Niedersachsen umgesetzt wird. Die A 20 wächst damit zukünftig von Ost und West. Zugleich wird eine zentrale IHK-Forderung umgesetzt: Was Baurecht hat, muss auch gebaut werden.
3. Abschnitt 7 in Schleswig-Holstein: Baurecht zwischen Glückstadt und der A 23
Bereits Anfang Februar erhielt der für die Westküste Schleswig-Holsteins besonders wichtige Abschnitt 7 (Glückstadt–A 23) den Planfeststellungsbeschluss. Die Auslegung der Unterlagen erfolgte anschließend im Frühjahr. Dieser Abschnitt ist entscheidend, weil er die Verbindung zwischen Elbtunnel und Westküste herstellt und damit eine große eigenständige Verkehrs- und Wirtschaftswirkung entfaltet. Der Abschnitt 7 gilt zudem als wichtige Voraussetzung für die verkehrliche Wirksamkeit des neuen Elbtunnels und die Durchbindung der A 20 nach Niedersachsen über das Kreuz Kehdingen. Aktuell sind beim Abschnitt 7 noch Klagen anhängig, eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts steht noch aus.
Diese Entwicklungen sind für die Wirtschaft wichtige Signale: Die A 20 stärkt die Erreichbarkeit der Regionen, entlastet bestehende Verkehrsachsen und verbessert die Anbindung von Häfen, Industrie- und Logistikstandorten. In den kommenden Monaten werden die Bauarbeiten bei Bad Segeberg sichtbar voranschreiten. Unser Fokus richtet sich nun auf die nächsten Genehmigungs- und Umsetzungsschritte entlang der gesamten Trasse. Mit dem Besuch von Bundesverkehrsministers Schnieder bei den beiden Spatenstichen und seiner Aussage, dass die A 20 einen Lückenschluss darstellt, steigen auch die Erwartungen an die weitere Umsetzung. Im September werden die IHKs diesen Schwung nutzen und bei einem Parlamentarischen Abend in Berlin für weitere Unterstützung werben.