Sportstudie

Der Wert des Sports in Schleswig-Holstein

Der Wert des Sports - Titelblatt
Sport und Wirtschaft sind zwei Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Sie erfassen nahezu die gesamte Bevölkerung, sie sind flächendeckend präsent - in den Ballungsgebieten wie in der Fläche. Gemeinsam sind sie starke Klammern, die das gesellschaftliche Leben in Schleswig-Holstein maßgeblich prägen.
Die in enger Zusammenarbeit mit den Sportökonomen am Institut für Sportwissenschaften an der CAU Kiel entstandene Studie "Der Wert des Sports in Schleswig-Holstein - wirtschaftliche und gesellschaftliche Effekte" (PDF-Datei · 1256 KB) liefert nun konkrete Zahlen, die die Bedeutung des Sports untermauern und greifbar machen.

Sportstudie - warum eigentlich?

Ursächlicher Auslöser einer engeren Zusammenarbeit des Landessportverbandes Schleswig-Holstein (LSV SH) und der IHK Schleswig-Holstein (IHK SH) war das enge Miteinander im Rahmen der gemeinsamen Bemühungen um eine Bewerbung Hamburgs und Kiels um die Olympischen Sommerspiele 2024. Die Vorbereitung und Bewerbung der zwingend vorgegebenen Bürgerentscheide, führte insbesondere in Kiel, schon während der Kampagne zu gemeinsamen Veranstaltungen und Presseterminen. Erklärtes Ziel war es, über die Zusammenstellung geeigneten Zahlen- und Informationsmaterials, zum Einen das wirtschaftliche Gewicht des Sports und die absehbaren Potenziale Olympischer Sommerspiele in Norddeutschland herauszustellen und so für ein positives Votum zu wirken. 
Zum Anderen ging es aber von Beginn auch an darum, die Chance einer Olympia-Bewerbung zu nutzen, um dem Sport und der Sportwirtschaft insgesamt mehr öffentliche und politische Wahrnehmung zu verschaffen. Dies als gesellschaftlicher Player, der in Vereinen und Verbänden sehr oft ehrenamtliches Engagement für Bildung & Weiterbildung, Gesundheit & Gesundheitsvorsorge, für Integration und die individuelle Persönlichkeitsbildung bereit stellt und so in einem Maße Leistungen für die Gemeinschaft erbringt, die hauptamtlich nicht zu bezahlen und damit schlicht nicht zu bekommen wären. Aber auch als ökonomisch relevante Branche, die für deutlich mehr Beschäftigung, Konsum und Steuereinnahmen sorgt als andere, stärker im Fokus stehende Branchen.
Mit dem gescheiterten Referendum in Hamburg blieb der erhoffte Rückenwind aus und es brauchte einen Plan B, um den Sport als gewichtige ökonomische und gesellschaftliche Größe im Land zu positionieren und damit die Grundlage für mehr politische Wahrnehmung und Würdigung auch seiner gesellschaftlichen Beiträge zu schaffen.
Die Studie "Der Wert des Sports in Schleswig-Holstein - wirtschaftliche und gesellschaftliche Effekte" (PDF-Datei · 1256 KB) ist der vorstehend genannte gemeinsame Plan B von LSV SH und IHK SH, um den Sport seiner Bedeutung angemessen neu zu positionieren. Erarbeitet wurde die Studie mit maßgeblicher wissenschaftlicher Unterstützung der Kieler Sportökonomen um Prof. Dr. Jens Flatau vom Institut für Sportwissenschaften an der CAU. 

Die Studie bietet aktuelle Zahlen zu Sport induzierten Umsätzen und steuerlichen Effekten, verteilt auf die einzelnen Branchen. Sie betrachtet den Sport als Querschnittsbranche der Wirtschaft. Zahlen hierzu sind schwierig zu ermitteln, da die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung als Grundlage der amtlichen Statistik keine Querschnittsthemen betrachtet. Die Studie bietet somit einen echten Mehrwert. Gleiches gilt auch für die quantitativ-monetäre Bewertung des ökonomischen Werts der im Sport geleisteten ehrenamtlichen Arbeit. Diese Zahlen alleine belegen, wie groß der Input des Sports für die Gesellschaft ist.
Die Studie ist nun einerseits Grundlage der politischen Arbeit des LSV SH, die auf eine Erhöhung und Verstetigung der öffentlichen Finanzierung seiner Arbeit zielt. Immerhin ist der Sport ausdrücklich als Staatsziel in der Landesverfassung als Staatsziel genannt. Für die IHK SH ist sie der Hebel, sich detaillierter mit der Querschnittsbranche Sport und den dort aktiven Unternehmen und Playern auseinander zu setzen. Gemeinsam werden LSV SH und IHK SH die Vernetzung zwischen Sportverbänden und - vereinen einerseits und Unternehmen der Querschnittsbranche zu intensivieren. Am Rande der Studie ergaben weiteren Befragungen bei Vereinen und Verbänden einerseits und Unternehmen aus dem IHK-Ehrenamt andererseits, dass gegenseitig hohe Wertschätzung und große Kooperationsbereitschaft vorhanden sind. Auch diese soll in den kommenden Jahren in positive Effekte für alle Beteiligten und die schleswig-holsteinische Gesellschaft als Ganzes umgemünzt werden.