Fachkräfteprojektion 2035

Fachkräftemangel im Handel

Der Wirtschaftsbereich Handel gehört zu den Wirtschaftsbereichen mit den größten Fachkräftelücken. Bezieht man die Bereiche Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit ein, summiert sich die Fachkräftelücke auf über 50.000 fehlende Arbeitskräfte.
Für Schleswig-Holstein insgesamt wird ein demografiebedingter Fachkräftemangel von 180.000 Menschen prognostiziert. Geht man zusätzlich von einem Wachstum der Wirtschaft aus, könnte sich der Fachkräftemangel im Land auf bis zu 300.00 Menschen ausdehnen.
Zu diesem Ergebnis kommt die Fachkräfteprojektion 2035 für Schleswig-Holstein. Mit dieser Studie hat die analytix GmbH die im Jahre 2013 erstellte Analyse ‘Fachkräfteprojektion 2030’ für Schleswig-Holstein fortgeschrieben. Denn nicht nur die verstärkte Zuwanderung im Rahmen des Flüchtlingszustroms im Jahr 2015, sondern auch die Veränderung von Berufsbildern und Anforderungen hat die Ausgangslage in den letzten Jahren stark verändert.
Der größter Anteil des Fachkräftemangels betrifft dabei Fachkräfte. Neben einer Fachkräftelücke bei Spezialisten und Experten kann – unter Annahme der heutigen Rahmenbedingungen – aber auch davon ausgegangen werden, dass bei Helfern ein Arbeitskräftemangel auftreten dürfte, der allerdings von der konjunkturellen Entwicklung abhängig ist.
Um die demografiebedingte Arbeitskräftelücke in einem relevanten Ausmaß zu verringern sind – unter den getroffenen Annahmen – einzelne Maßnahmen nicht ausreichend. Lediglich eine Kombination aus einer Ausweitung der Lebensarbeitszeit, einer Erhöhung der Frauenerwerbsbeteiligung, einer Erhöhung der Erwerbstätigenquote bei älteren Erwerbspersonen sowie einer gezielten Zuwanderung vermag die sich abzeichnende Fachkräftelücke in Gänze zu schließen vermag.
Auftraggeber der Fachkräfteprojektion 2035 für Schleswig-Holstein sind neben dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes SH auch die IHK zu Flensburg, IHK zu Kiel, IHK zu Lübeck, die Handwerkskammer Flensburg, die Handwerkskammer Lübeck sowie der UV Nord.
Veröffentlicht am 4. Februar 2020