Azubis und Studenten zeigen ihre Betriebe

380 Schüler schnuppern in Betriebe rein

Bei zwei Informationstouren haben sich rund 380 Schüler bei Unternehmen in der Region über Ausbildungsmöglichkeiten informiert. Die erste Lübecker Ausbildungsrallye der IHK zu Lübeck und die HanseBelt "Traumjob Tour" in ihrer zweiten Auflage waren aufgrund der hohen Beteiligung erfolgreich. Insgesamt haben sich die Jugendlichen in neunzehn Betrieben schlau gemacht über Berufe und duale Studiengänge.
Die Idee für die Lübecker Ausbildungsrallye hatte die IHK. Gemeinsam mit zahlreichen Betrieben, der Handwerkskammer Lübeck (HWK) sowie der Agentur für Arbeit Lübeck hat die IHK das Projekt in großem Maßstab verwirklicht: Insgesamt rund 250 Schüler nahmen teil. Von 9 bis 15 Uhr hieß das Motto "Hineinschnuppern und Ausprobieren". 39 Ausbildungsberufe und neun duale Studiengänge gab es zur Auswahl. Ausbilder und Auszubildende standen Rede und Antwort. An 15 Rallyestationen machten die Unternehmensmitarbeiter Berufe in den Betrieben anschaulich. IHK, HWK und Agentur für Arbeit informierten an einer gemeinsamen Station und "checkten" Bewerbungsmappen. Ein Busshuttle brachte die Schüler in die Betriebe.
Beim Cerealien- und Müslihersteller Brüggen gab es Einblick in vier Produktionsbereiche: Im Bereich Müsli erfuhren die jungen Leute, wer das Müsli herstellt. Im Bereich Technik wurde klar, dass ohne Mechatroniker gar nichts läuft. Organisationstalente hingegen sind gut im Bereich Logistik aufgehoben. Und auch im Bereich Mühle hat längst Technologie den Müller mit Zipfelmütze und Mehlsack abgelöst.
Für einen "gelungenen Tag mit Besichtigungen bei Brüggen, Euroimmun und Max Jenne" bedankte sich eine Lehrerin und lobte "kreative Problemlösungen" im Vorfeld der Tour. Positives Feedback gaben auch die Hauptpersonen des Tages: "Ich fand es gut, dass man sich über Berufe und Unternehmen intensiv informieren konnte", sagte ein Schüler und freute sich über die freundliche Beratung. Die Hoffnung der Lehrer, dass die Ausbildungsrallye Wiederholung findet, wird sich erfüllen. Nach der Tour ist vor der Tour: "Es wird eine zweite IHK-Ausbildungsrallye im kommenden Jahr in Lübeck geben", kündigte Frank Neef, Teamleiter Ausbildungsberatung der IHK, an.
Dann wird auch die "Traumjob-Tour im Hansebelt" wieder auf dem Stundenplan stehen - bereits zum dritten Mal. Auch in diesem Jahr präsentierten Auszubildende und Studenten "ihren" Betrieb. Dieses Mal gab es Einblicke in die Wahlstedter Unternehmen Grundfos Pumpenfabrik GmbH und W. Pelz GmbH & Co. KG, einem Hersteller für Lebensmittel- und Drogerieartikel, sowie in die Ahrensburger Betriebe edding AG, deren Marker wohl jeder schon einmal benutzt hat, und den Softwareentwickler SPI GmbH. 130 Schüler aus Bad Segeberg und Ahrensburg hatten an beiden Standorten einen spannenden Tag.
Weil Berufsorientierung keine einfache Sache sei, will die SPI GmbH den Schülern dabei helfen, begründete Geschäftsführerin Jeanette Rouvel ihre Teilnahme. Diesen Blick hinter die Kulissen eines Betriebes hätte sich Nathalie Rieth, Specialist Education bei Grundfos, in ihrer Schulzeit gewünscht. Das Unternehmen ermöglicht ihn nun zukünftigen Auszubildenden und gibt somit "Erleichterung bei der beruflichen Orientierung". Sobald die Entscheidung gefallen ist, verspricht Ulf Wagner, Personalmanager der edding AG, eine hochwertige Ausbildung. Zu Recht: Die IHK verlieh der edding AG bereits ihren Ausbildungsaward.
Mehr Informationen gibt es zur Ausbildungsrallye der IHK zu Lübeck unter www.ausbildungsrallye.de sowie zur "Traumjob-Tour im Hansebelt" auf der Seite www.hansebelt.de

Erfolgreiche Teilnahme an der IHK-Ausbildungsrallye: Jugendlicher gewinnt 1.000 Euro für seine Schule 

Große Freude an der Gemeinschaftsschule Tremser Teich: 1.000 Euro sind der Hauptpreis aus einer Verlosung zur ersten Ausbildungsrallye der IHK zu Lübeck. Gewonnen hat der Achtklässler Tobias Hirn. Für seine Schule hat er den Preis jetzt aus den Händen von IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning angenommen. Das Geld ist für Projekte zur Berufsorientierung von Schülern vorgesehen.
Tobias Hirn hätte allen Grund, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Er hatte drei Rallyestationen in Lübeck besucht, die Voraussetzung für die Teilnahme an der Verlosung: Bei der Firma Brüggen schaute er sich im Logistikbereich um und ging der Frage nach: Was macht eigentlich ein Lagerarbeiter? Weil er mit seinen Händen arbeiten wollte, baute Tobias Hirn bei der Otto Schatte GmbH Steckdosen ein, um schließlich bei Euroimmun Platinen zu bestücken. Sein Fazit: "Ich empfehle die Teilnahme an so einer Aktion allen Schülern. Und Spaß gemacht hat es auch." Eines weiß der 13-Jährige nun ganz sicher: Er will später mal im handwerklichen Bereich arbeiten. Und auch dazu, wie die Schule das Geld einsetzen soll, hat er eine Idee: "Für Ausflüge - bloß nicht für Bücher." Sein Schulleiter hat den Vorschlag wohlwollend aufgenommen und träumt bereits von einem Ausflug in die Autostadt Wolfsburg.
Die erste Ausbildungsrallye verbucht die IHK als Erfolg. 250 Jugendliche konnten sich in 18 Betrieben umschauen, sagte Hauptgeschäftsführer Schöning bei der Preisverleihung. Der 11. Oktober 2017 als zweiter Termin steht bereits fest, kündigte er an. Die IHK, die sich selbst an Messen wie der "nordjob Lübeck" beteiligt, wollte "den Spieß einfach mal umdrehen und Schüler in Betriebe einladen", sagte er zur Idee der Rallye. "Die Ausbildungsrallye ist ein exzellenter Beitrag, um Unternehmenstüren weit aufzumachen", sagte Schöning auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Und für die Betriebe eine Chance sich zu präsentieren. Die Schüler erfahren so etwa, dass hinter der Otto Schatte GmbH viel mehr steckt als Elektro, und auch hinter dem Namen Hünicke verbirgt sich viel mehr als das Einzelhandelsgeschäft in der Innenstadt.
Auch Betriebe und Schulen zeigten sich begeistert. So haben bereits jetzt weitere Unternehmen für die Ausbildungsrallye im kommenden Jahr ihre Beteiligung zugesagt. Schulleiter Jörg Haltermann betonte die Wichtigkeit des Projekts und freute sich, dass die Jugendlichen sich freiwillig in den Betrieben umgesehen hätten. Und weil alle Betriebe von der ganz normalen Ausbildung bis zum dualen Studium auf verschiedenen Niveaus ausbilden, "können wir als Gemeinschaftsschule allen unseren Schülern die Ausbildungsrallye anbieten".
Veröffentlicht am  22. Dezember 2016