Ehrenamt mit Wirkung: IHK würdigt Karl‑Wilhelm Faber

IHK für Rheinhessen zeichnet langjährigen Vizepräsidenten mit Verdienstmedaille in Gold aus – Vollversammlung mit Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl‑Rudolf Korte
5. Mai 2026 – Eine besondere Bühne für eine besondere Auszeichnung: Im Staatstheater Mainz hat die Industrie‑ und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen im Rahmen ihrer Vollversammlung Karl‑Wilhelm Faber mit der Kammerverdienstmedaille in Gold geehrt. Mit der höchsten Auszeichnung der IHK wird das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement des Alzeyer Bauunternehmers für die regionale Wirtschaft und die Selbstverwaltung der Unternehmen gewürdigt. „Diese Auszeichnung steht für weit mehr als eine lange Amtszeit“, machte IHK‑Präsident Dr. Marcus Walden deutlich. „Karl‑Wilhelm Faber hat unternehmerische Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und regionale Verbundenheit über viele Jahre in besonderer Weise in die IHK‑Arbeit eingebracht.“
Faber engagierte sich insgesamt 27 Jahre in der Vollversammlung der IHK für Rheinhessen, dem höchsten ehrenamtlichen Gremium der IHK, in dem Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region die Selbstverwaltung organisieren, über die grundsätzliche Ausrichtung der IHK-Arbeit entscheiden und die Vielfalt der regionalen Wirtschaft abbilden. Davon war er 17 Jahre im Präsidium und zwölf Jahre als Vizepräsident für die Region Bingen–Ingelheim–Alzey. Als Bauunternehmer habe Faber die infrastrukturelle Entwicklung Rheinhessens über Jahrzehnte hinweg mitgestaltet – im Hoch‑, Tief‑ und Straßenbau ebenso wie im Rohstoffbereich, betonte Walden. „Damit hat er konkrete Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum, Mobilität und Ansiedlungen geschaffen.“ Besonders hervorgehoben wurde Fabers praxisnaher Stil. Diskussionen habe er stets aus der Perspektive des Unternehmers geführt. „Geht nicht, gibt’s nicht‘ – dieser Satz beschreibt sehr gut seine Haltung und seinen lösungsorientierten Blick auf wirtschaftliche Herausforderungen“, so Walden.
IHK‑Hauptgeschäftsführerin Karina Szwede unterstrich die Bedeutung des Ehrenamts für die Arbeit der IHK. „Die IHK lebt von der Selbstverwaltung durch Unternehmerinnen und Unternehmer. Persönlichkeiten wie Karl‑Wilhelm Faber zeigen, wie wichtig dieses Engagement für eine glaubwürdige Interessenvertretung und für den Zusammenhalt der regionalen Wirtschaft ist.“ Die Ehrung stehe stellvertretend für einen Einsatz, der die IHK‑Arbeit über viele Jahre geprägt hat.
Neben der Ehrung setzte die Vollversammlung mit Prof. Dr. Karl‑Rudolf Korte einen Akzent in Richtung Landespolitik. Der renommierte Politikwissenschaftler ordnete vor dem Hintergrund des Ende April beschlossenen Koalitionsvertrags in Rheinland‑Pfalz die aktuelle politische Lage ein. Der Vertrag sei weniger auf grundlegende Transformation als vielmehr auf Stabilisierung angelegt und vermittele eine Art „organisierte Zuversicht“. Zugleich warnte Korte vor einer verzerrten öffentlichen Wahrnehmung: Politik und Gesellschaft neigten dazu, stärker auf das zu schauen, was nicht funktioniere, als auf das, was bereits gelinge. Dabei werde oft übersehen, dass große Mehrheiten weiterhin die politische Mitte wählten und eher auf Vertrautes setzten als auf radikale Brüche. Für Politik wie Wirtschaft komme es nun darauf an, mit diesem Vertrauen verantwortungsvoll umzugehen. Entscheidend seien staatliche Handlungsfähigkeit, klare Prioritäten und Tempo in der Umsetzung. Gleichzeitig brauche Demokratie – wie auch wirtschaftlicher Wandel – Kommunikation, Moderation und die Bereitschaft der Mitte, Veränderungen mitzutragen.