Bürokratie-Hürden sichtbar machen

IHK für Rheinhessen startet Bürokratiemelder für Unternehmen der Region – Konkrete Beispiele als Grundlage für Bürokratieabbau
14. Januar 2026 – Im IHK-Unternehmensbarometer 2025 sehen 95 Prozent der Betriebe den Bürokratieabbau als wichtigste Priorität für die Politik. Damit konkrete Hürden aus dem Unternehmensalltag nicht nur Ärger bleiben, sondern zu Änderungen führen, startet die IHK für Rheinhessen einen Bürokratiemelder: Unternehmen können dort ab sofort Bürokratiebelastungen online melden – zum Beispiel bei Genehmigungen, Berichtspflichten oder uneinheitlichen Zuständigkeiten. Der Bürokratiemelder ist ab sofort freigeschaltet. Jeder Fall hilft, Prioritäten zu setzen und Verbesserungen anzustoßen: www.ihk.de/rheinhessen/buerokratiemelder
Aus der Praxis kennt die IHK typische Fälle: lange und schwer planbare Genehmigungsverfahren sowie umfangreiche Berichtspflichten. Häufig genannt werden dabei unter anderem Anforderungen rund um das Lieferkettengesetz, den CO₂-Grenzausgleich (CBAM), die EU-Entwaldungsverordnung sowie Vorgaben aus dem Energieeffizienzgesetz. So kann sich eine Genehmigung für den Bau von vier Silos über sechs Jahre ziehen. Oder Betriebe hängen bei jährlichen Genehmigungen für Schwerlasttransporte fest, weil die Antragssoftware Werte aus Gutachten nicht akzeptiert und mit Fehlermeldungen stoppt.

„Bürokratieabbau gelingt nur, wenn klar ist, wo Verfahren in der Praxis klemmen. Und genau dort hakt es vielerorts: bei Genehmigungen, bei Berichtspflichten, bei uneinheitlichen Zuständigkeiten. Je konkreter die Beispiele, desto besser lassen sich Regeln vereinfachen und Abläufe beschleunigen“, sagt Dr. Marcus Walden, Präsident der IHK für Rheinhessen.
Die IHK dokumentiert die eingehenden Fälle und nutzt sie in der Interessenvertretung, unter anderem für Gespräche mit Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit sowie für Stellungnahmen in Gesetzgebungsverfahren. „Bürokratie zeigt sich im Alltag oft in kleinen Hürden, die sich schnell zu großen Belastungen addieren“, sagt Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen. „Mit dem Bürokratiemelder sammeln wir konkrete Beispiele, damit wir gezielt ansetzen können.“