IHK Magazin
Nr. 7195466
4 min
Susan und Philipp Schneider vor ihrer Metropol Fahrschule in Heidelberg
Titelthema – 07 | 2026

Die Schneiders: sicher dank IHK

Hacker kennen keine Betriebsgröße. Eine Erkenntnis, die auch das Team der Metropol Fahrschule Heidelberg machte musste und sich deshalb Unterstützung holte.
Unser Vertragspartner ist Opfer eines Cyberangriffs: Susan Schneider kann sich noch genau erinnern, als diese Nachricht im vergangenen November bei ihr eintrudelte.
“Bei solch einem Angriff, bei dem die Gefahr besteht, dass Daten gestohlen werden, fühlt man sich im ersten Moment allein auf weiter Flur. Aber man kann sich vorbereiten. Das hilft, mit solchen Situationen umzugehen.” Susan Schneider und ihr Ehemann Philipp von der Metropol Fahrschule in Heidelberg nahmen das Ereignis deshalb zum Anlass, sich intensiver mit dem Thema IT-Sicherheit auseinanderzusetzen.
“Fragen der Cyber- und Informationssicherheit sind für uns sehr wichtig, insbesondere seit wir unser Kerngeschäft vor über einem Jahr konsequent digitalisiert haben”, erklärt Susan Schneider.
Die Heidelberger arbeiten mit Cloud Computing mittlerweile weitgehend papierlos. Nicht nur der Anmeldeprozess der Fahrschüler und die Ausstellung des Ausbildungsnachweises erfolgen elektronisch, auch der eigentliche Unterricht wird digital unterstützt: Eine App stellt den Fahrschülern alle wichtigen Informationen bereit, die Simulatoren sind voll vernetzt und die Fahrlehrer haben über ein Tablet Zugriff auf alle Daten und können ihre Schützlinge optimal betreuen.
Susan und Philipp Schneider, Metropol Fahrschule Heidelberg
Auch zahlreiche Verwaltungsprozesse laufen heute digital und effizienter ab. Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen der Zentrale in der Heidelberger Weststadt und den weiteren Standorten in Kirchheim und Rohrbach erheblich.
Doch wie sollte sich das Unternehmen digital noch sicherer aufstellen? Für Susan Schneider ist die IHK in vielen Fragen erster Ansprechpartner. “Wir nutzen das Angebot der IHK sehr gerne und haben bereits einige Fortbildungen und Informationsveranstaltungen belegt, etwa zum Arbeitsrecht, zum Personalwesen oder zur Lohnbuchhaltung.”
Viele dieser Kurse seien kostenfrei oder kostengünstig. Das war auch bei der IT- und Informationssicherheit der Fall: Um die Fahrschule hier besser aufzustellen, besuchte das Team zunächst den Cybersicherheitstag, den die IHK zusammen mit der Technischen Hochschule Mannheim jährlich veranstaltet.
“Der dort gebotene Gesamtüberblick war Gold wert, denn trotz unseres Wissens waren viele der Themen für uns noch Neuland”, erinnert sich Susan Schneider. Anschließend absolvierte das Team die ISMS-Werkstatt, um ein Informationssicherheits-Managementsystem zu initiieren.
Susan Schneider:
Mir wurde erst bei einem IHK-Seminar klar, wie leicht Kriminelle Zugriff auf die Systeme erhalten können.
Großen Gewinn zog Susan Schneider auch aus einer IHK-Veranstaltung zum datenschutzkonformen Einsatz von Bürosoftware: “Mir wurde erst dort klar, wie leicht Kriminelle über herkömmliche Onlinelösungen Zugriff auf die Systeme erhalten können.”
Es sei normalen Nutzern nicht bewusst, in welchem Maße Daten abfließen können, da sie sich bei etablierten Lösungen großer Anbieter auf die Sicherheit der Plattformen verließen. “Wir finden es sehr gut, dass die IHK diese Schulungen anbietet und Unternehmen für diese Themen sensibilisiert.”
Wertvoll waren auch die Kontakte, die das Team zu Mitarbeitern anderer Unternehmen knüpfen konnte: “Die Gespräche haben uns weitere Anregungen für die Weiterentwicklung unserer IT-Sicherheit gegeben.” Der Newsletter der IHK trage ebenfalls dazu bei, den Austausch dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Im Anschluss an die IHK-Veranstaltungen überprüfte die Metropol Fahrschule ihre IT-Strukturen auf Schwachstellen, analysierte den Handlungsbedarf und identifizierte weitere Optimierungsmöglichkeiten. “Die Umsetzung der Theorie in die alltägliche Praxis ist nicht ganz einfach”, resümiert Susan Schneider, die im Backoffice, also sozusagen im digitalen Maschinenraum, tätig ist: “Die Prozesse im Unternehmen entwickeln sich kontinuierlich weiter.”
Darüber hinaus seien die Sicherheitsmaßnahmen nicht nur kostenintensiv, sondern auch zeitaufwendig, etwa die Suche nach IT-Sicherheitsdienstleistern, die das Unternehmen bei der cybersicheren Konfiguration der Standardprogramme unterstützen. Doch der Aufwand sei unvermeidlich.
Susan Schneider:
Cybersecurity geht alle Unternehmen an. Es ist besser, sich im Vorhinein damit auseinanderzusetzen und die eigenen IT-Systeme zu überprüfen als sich im Worst Case davon überraschen zu lassen, dass nichts mehr funktioniert.
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