IHK Magazin
Nr. 7124810
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Businesswoman and businessman at the airport
04 | 2026

Auslandsgeschäft – Unternehmer richten Blick neu aus

Kriege, politische Spannungen und das Zollchaos aus den USA erschweren grenzüberschreitende Aktivitäten. Viele Betriebe orientieren sich um und entdecken neue Märkte für sich.
Was verlässt eigentlich Deutschlands Werkstore in Richtung Weltmarkt? Im vergangenen Jahr waren es Güter im Wert von 241,4 Milliarden Euro – ein leichtes, aber entscheidendes Plus von 0,6 Prozent nach einer langen Durststrecke. Die Top-3-Güter aus Baden-Württemberg waren Kraftwagen und Kraftwagenteile (50 Milliarden Euro), gefolgt von Maschinen (46 Milliarden Euro) und Pharmazeutischen Erzeugnissen (27 Milliarden Euro). Wichtigster Abnehmer: die USA. Allerdings sinken die Ausfuhren über den Atlantik, und zwar zum dritten Mal in Folge.
Dass unterm Strich noch ein Plus erwirtschaftet wurde, liegt am positiven Saldo bei Geschäften in anderen Regionen der Welt. "Viele Unternehmen haben ihr Europa-Geschäft erfolgreich intensiviert und gleichzeitig auf Wachstumsmärkte wie Indien gesetzt", sagt Matthias Kruse, Geschäftsführer International bei der IHK Rhein-Neckar. Ein Land, das besonders heraussticht, ist die Schweiz. "Das Plus im Schweiz-Geschäft konnte fast das Minus im US-Geschäft kompensieren", erklärt Kruse. Auch die Exporte nach Polen seien kräftig auf fast zehn Milliarden Euro gestiegen (+7,3 Prozent), Deutschlands Nachbar zähle mittlerweile zu den zehn wichtigsten Zielmärkten hiesiger Unternehmen.
Allen globalen Verwerfungen zum Trotz bleibt also die deutsche Wirtschaft in einem hohen Maße exportorientiert. Das gilt gerade für Unternehmen aus der Region, die ihre Geschäfte im Ausland aus- oder aufbauen. So hat der Mannheimer Hersteller von Industriechemikalien, TIB Chemicals, in Pittsburgh, Pennsylvania, gerade einen US-amerikanischen Konkurrenten übernommen. Und zwar, um Produkte nicht mehr über ein Handelsbüro vertreiben zu müssen, sondern direkt vor Ort herstellen zu können. Auch das Start-up Replique, das industrielle Ersatzteile auf Abruf anbietet, hat sich nach einer erfolgreichen, von der IHK Rhein-Neckar organisierten Geschäftsanbahnungsreise für Mailand als erste Auslandsniederlassung entschieden. Die HDAO-Gruppe ist überall dort, wo ihre Kunden sind, um Industrieanlagen zu bauen und zu automatisieren – und das ist immer häufiger im Ausland. Um auch kulturell nah dran zu sein, verfügt der Mittelständler aus Osterburken überdies schon seit vielen Jahren über eine Repräsentanz im chinesischen Nanjing.

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