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Infrastruktur – was bewegt
Der Mannheimer Hafen ist mehr als ein Umschlagplatz: Er vernetzt die Unternehmen der Region mit der Welt.
Ein Logistikknoten, der Wasserstraße, Schiene und Straße verbindet: der Hafen Mannheim, einer der bedeutendsten Binnenhäfen in Europa und einer der größten in Deutschland. Im vergangenen Jahr 2025 wurden hier 6,1 Millionen Tonnen Güter wasserseitig umgeschlagen – gut fünf Prozent mehr als im Vorjahr.
Das stimmt Mannheims Hafendirektor Uwe Köhn zuversichtlich. In den vergangenen Jahren war der wasserseitige Umschlag aufgrund des Kohleausstiegs geschrumpft. Die Rolle der Binnenschifffahrt und der Binnenhäfen wird in großen Teilen der Politik mittlerweile anerkannt. Zum Beispiel bei der Energie- und der Verkehrswende. Ein modernes Binnenschiff ersetzt 150 Lkw – eine umweltfreundlichere Alternative zum Straßentransport. Auch die Schiene mit ihren ausgereizten Kapazitäten wird durch jeden auf dem Schiff transportierten Container entlastet. Ein Aspekt, der nicht nur das Land Baden-Württemberg interessiert, dem die Hafengesellschaft zu 100 Prozent gehört, sondern der auch in der Stadt Mannheim gewürdigt wird.
Das manifestiert sich im "Zukunftsdialog Hafen Mannheim", der zwischen Land, Hafen und Stadt vereinbart wurde und in den sich auch die IHK Rhein-Neckar einbringt. Dabei geht es um die zukunftssichere Aufstellung des Hafens. Wenn auf der einen Seite entfallende Volumina hafen- und schiffsaffiner Güter auf der anderen Seite durch neu hinzukommende ersetzt werden können. Stichworte: Wasserstoffindustrie oder Kreislaufwirtschaft. Auch die Verlagerung von Schwertransporten weg von der teils maroden Straßenverkehrsinfrastruktur auf den Wasserweg oder die Schiene rückt in den Fokus. Das Schwergutzentrum von Kübler im Rheinauhafen realisiert solche Transporte und expandiert kräftig.
Der Mannheimer Hafen ist nicht nur Logistikstandort, sondern auch für rund 400 Unternehmen eine Heimat mit Anbindung zu den großen europäischen Seehäfen und auch zum Eisenbahngüterverkehr. Die unterschiedlichsten Branchen sind hier vertreten: von Nahrungsmitteln, Energie, Logistik über Recycling zu Baumaterial bis Tanklagerung. Viele große Player der Metropolregion wie Roche, ABB, BASF, Essity, John Deere oder Heidelberger Druckmaschinen schlagen ihre Produkte zu einem erheblichen Teil über den Hafen um. Eines dieser Unternehmen ist Unimatec Chemicals Europe aus Weinheim. Die Kombination aus leistungsfähiger Infrastruktur, industriellem Umfeld und trimodaler Anbindung (die Nutzung von drei verschiedenen Verkehrsträgern für den Gütertransport – Wasserstraße, Schiene und Straße; Anm. d. Red.) macht den Hafen Mannheim zu einem Standort mit außergewöhnlichem Potenzial. Davon ist man beim Logistikunternehmen DP World überzeugt.
Im Hinblick auf die angespannte Straßeninfrastruktursituation in der Region kommt den Wasserwegen eine Schlüsselrolle zu. Gleichzeitig sind seine auch seine Nutzer und Kunden stark betroffen von der eingeschränkten Nutzbarkeit der Rheinbrücken. Bbei der immens aufwändigen Sanierung soll die neu gegründete Rheinbrückengesellschaft mehr Tempo und Effizienz bringen. Die IHK fordert zudem mehr Augenmerk und Mittel für den Öffentlichen Personennahverkehr, denn auch dieser darf beim Ausbau der Infrastruktur nicht zu kurz kommen.
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