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Mannheim – Die Stadt wächst
Eine Apothekerin findet auf Spinelli eine zweite Heimat. In den Quadraten eröffnen Gründer ihren Gästen neue Geschmackswelten.
Mannheim ist Industrie, Mannheim ist Handel, Mannheim ist Dienstleistung. Mannheim ist Natur, Mannheim ist Kultur, Mannheim ist Bildung. Mannheim ist Drehkreuz und Verkehrsknoten der Region – die 330.000-Einwohnermetropole hat viele Gesichter. Das macht ihre Attraktivität aus, bringt aber auch Herausforderungen mit sich: Beispielsweise wenn die Infrastruktur bröckelt, Stillstand auf den Brücken herrscht, die die Stadt mit der anderen Seite des Rheins verbinden, und so die Erreichbarkeit der Stadt leidet. Noch fließt jeder dritte Euro, der in der Region im Einzelhandel ausgegeben wird, nach Mannheim. Doch die Innenstadtwirtschaft, die auch auf Pfälzer Kundschaft angewiesen ist, leidet. Zentral für die IHK-Aktivitäten in Mannheim ist daher das Thema Erreichbarkeit, und zwar nicht nur mit Blick auf Kunden, die mit dem Auto kommen. Dabei gilt: Die Innenstadtwirtschaft ist nicht homogen. Mit besonderen Herausforderungen sehen sich beispielsweise Betriebe rund um den Marktplatz konfrontiert.
Bei allen Herausforderungen: Die Zahl der Existenzgründungen in Mannheim ist weiterhin höher als im Schnitt Baden-Württembergs. Allein im G7-Quadrat haben innerhalb des vergangenen Jahres unter anderem drei junge Männer ihre Restaurants eröffnet: David Azimi das Kaabuul², Ahmed Tuaimah das Falafina und zuletzt Muhammed Isa das IZ, ein uigurisches Restaurant. Azimi stellen wir in dieser Ausgabe vor. Damit Mannheim attraktiv für Gründer bleibt, wird einiges getan. Im Mafinex-Existenzgründungszentrum beispielsweise sollen sich ab Herbst junge GreenTech-Unternehmen ansiedeln.
Nicht nur in Mannheim, sondern in der gesamten Region sind Flächen ein entscheidender Standortfaktor für die Entwicklung. Unternehmen, die sich ansiedeln wollen, benötigen Flächen, ebenso wie ansässige, die erweitern wollen. Mannheim hat zwar einen vergleichsweise hohen Anteil an Industrie- und Gewerbeflächen. Ein erheblicher Anteil entfällt dabei auf den Hafen. Jedoch fällt im Vergleich auch auf: Mannheim hat kaum Umland; anders als Großstädte, die im Verlauf der Zeit sehr viele Kommunen eingemeindet haben. Daher ist die Einwohnerdichte mit 2.200 Einwohnern je Quadratkilometer in Mannheim sehr groß.
Die Konversionsflächen, die nach dem Abzug des US-amerikanischen Militärs frei wurden, bieten daher einzigartige Möglichkeiten der Stadtentwicklung – nicht nur für Bewohner, sondern auch für Gewerbe. Eine, die die Gelegenheit ergriffen hat, ist Eva Wolfmüller. Sie ist Apothekerin. Als sie davon las, dass auf Spinelli eine Apotheke entstehen soll, hat sie kurzerhand zugegriffen. Die junge Unternehmerin fühlt sich wohl in Mannheims neuem Stadtteil, aber auch etwas allein auf weiter Flur. Denn so richtig kommt das Leben nicht in Gang. Ein Faktor sind auch hier bürokratische Prozesse. Doch Oberbürgermeister Christian Specht verspricht, mal Fünfe gerade sein zu lassen. Er will "nicht überall Perfektion, sondern Konzentration auf das Notwendige".
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