IHK Magazin
Nr. 7150466
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06 |2026

Chefsache Brücken

Der 4. Juli war ein guter Tag für die Region: An diesem heißen Sommertag wurde der Neubau der Hochstraße Süd in Ludwigshafen für den Verkehr geöffnet.
Um das Projekt möglichst schnell zu realisieren, wurde 2021 der Mobilitätspakt Rhein-Neckar aus der Taufe gehoben; ein Zusammenschluss aus den Stadtspitzen, den drei Bundesländern, der BASF, der Metropolregion, dem Verkehrsverbund und den IHKs Rhein-Neckar und Pfalz.
Der 10. August war ein schlechter Tag für die Region: Seither ist die Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim komplett für den Autoverkehr gesperrt. Eine Teilsperrung war schon lange geplant, nicht aber die vollständige Sperrung.
Eine wirkliche Überraschung ist das nicht: Die Probleme und Risiken waren seit Jahrzehnten bekannt. Wir als IHKs haben, auch mithilfe des Mobilitätspakts, bisher erfolgreich daran mitgewirkt, dass das Worst-Case-Szenario, also der gleichzeitige Ausfall beider Rheinquerungen, ausblieb.
Die jetzige Vollsperrung führt zu massiven Störungen des Verkehrs zwischen Mannheim und Ludwigshafen und belastet die gesamte Region. Für Pendler, Unternehmen, Kunden und Lieferverkehre bedeutet das erhebliche Zeitverluste, zusätzliche Kosten und große Unsicherheit.
Die Vollsperrung der Kurt-Schumacher-Brücke belastet die gesamte Region.
Die Konsequenzen liegen auf der Hand:
  1. Die Sicherung der rheinquerenden Verkehrsverbindungen muss jetzt Chefsache sein: bei den Stadtspitzen, in der Metropolregion Rhein-Neckar, in den Landesregierungen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und im Bund. Zur besseren Zusammenarbeit muss der Mobilitätspakt reaktiviert werden!
  2. Das Verkehrsmanagement muss den höchsten Ansprüchen genügen. Dazu gehören unter anderem die intelligente Steuerung der Ausweichverkehre und eine Überprüfung der Baumaßnahmen auf den Alternativrouten.
  3. In der ungeplanten Sperrung liegt zugleich eine große Chance: Die ohnehin anstehende Sanierung der Kurt-Schumacher-Brücke ist vorzuziehen und mit den Abrissarbeiten und der Tieferlegung der Hochstraße Nord zu verzahnen um in Summe die Zeit der Verkehrsbeeinträchtigungen zu verkürzen. Eine marode Brücke an eine neue Stadtstraße anzuschließen darf keine Option sein.
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