Checkliste Unternehmensnachfolge

Diese Checkliste soll es Ihnen erleichtern, im Rahmen der Unternehmensnachfolge an die wesentlichen Punkte zu denken. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, können anhand der Merkpunkte der Verlauf und die Inhalte der gezielten Übergabe geplant werden.

Analyse der Ausgangssituation

Denken Sie an die Regelung Ihrer Nachfolge, wenn Sie noch voll im Geschehen stecken. Nur dann haben Sie die Möglichkeit, eine erfolgreiche und reibungslose Übergabe zu steuern.

Sofortmaßnahmen

  • Errichtung eines Testaments für die Zeit, in der noch kein geeignetes Nachfolgekonzept besteht. Wichtig dabei ist, auf Formerfordernisse zu achten.
  • Regelung der Unternehmensführung, wenn noch kein Nachfolger feststeht, zum Beispiel für den Fall eines Unfalls.
Weitere Schritte:
Bei Familienunternehmen: Familienkonferenz einberufen, um die Vorstellungen aller Beteiligten zu erfahren und zu diskutieren.
Es stellen sich insbesondere Fragen wie:
  • Soll das Unternehmen im Eigentum der Familie bleiben? Welches Familienmitglied wäre geeignet?
  • Müssen Sie Ausschau nach einem familienexternen Nachfolger halten?
  • Stellen Sie Informationen über das Unternehmen zusammen, die Sie gegebenenfalls auch an Dritte weiterreichen können.
  • Planen Sie Ihre persönliche Zukunft. Machen Sie sich Gedanken über Ihre Altersversorgung, soweit dies noch nicht geschehen ist. Planen Sie auch Ihre Position im Unternehmen nach dem Zeitpunkt der Übergabe ein. Bauen Sie für sich so früh wie möglich eine vom Unternehmen unabhängige Altersversorgung auf.

Bestandsaufnahme

Grundlage jeder Nachfolgeplanung ist eine umfassende und objektive Bestandsaufnahme. Stellen Sie alle erforderlichen Informationen dar:
  • Unternehmensziele
  • Firmenstatus inklusive Finanzstatus
  • Aussagefähige Kostenrechnung
  • Organigramm
  • Aufstellung der Marktchancen und -risiken
  • Stärken- und Schwächenanalyse
  • Spezifisches Unternehmens-Know-how
  • Anforderungsprofil des Nachfolgers

Auswahl und Suche des Nachfolgers

Klären Sie die Erwartungen, die Sie an Ihren Nachfolger haben: Entwerfen Sie ein klares Anforderungsprofil. Nehmen Sie sich genügend Zeit hierfür und führen Sie intensive Gespräche. Bedenken Sie auch, dass mit dem Wechsel der Geschäftsführung auch ein Wechsel des Führungsstils erfolgen kann. Prüfen Sie die Alternativen:
  • Familieninterne Nachfolge
  • Mitarbeiter im eigenen Unternehmen (Management-Buy-Out)
  • Management-Buy-In (Nachfolge von Extern)
  • Unternehmensnachfolge- und Existenzgründungsbörse der IHK Rhein-Neckar
  • Vermittlung durch Fachverbände
  • Anzeigen in Wirtschafts- und Fachzeitschriften

Entwicklung von Zielen

Klären Sie gemeinsam, welche Ziele bei der Übergabe im Vordergrund stehen. Formulieren Sie die Ziele am besten schriftlich in klarer und eindeutiger Form. Mögliche Ziele sind:
  • Bestandssicherung des Unternehmens
  • Übergabe der Geschäftsführung zu einem bestimmten Zeitpunkt
  • Versorgung des Unternehmers und seiner Familie
  • Geringe Liquiditätsbelastung des Nachfolgers
  • Strukturelle Änderungen des Unternehmens
  • Zukunftsstrategien für das Unternehmen

Planung

Ihr Plan zur Unternehmensübergabe sollte schriftlich fixiert sein und die folgenden Punkte beinhalten:
  • Übergabezeitpunkt (auch schrittweise möglich)
  • Finanzielle Übergabemodalitäten
  • Anpassungen von Strukturen
  • Rechtliches und steuerliches Konzept der Übergabe
  • Persönliche Zukunftsplanung des Unternehmers nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen

Durchführung

Mit den oben angeführten Punkten und der folgenden Checkliste sind die wichtigsten Faktoren einer erfolgreichen Nachfolge aufskizziert:
  • Problembewusstsein schaffen für eine notwendige Unternehmensnachfolge
  • Rechtzeitige und umfassende Planung
  • Zukunftsplanung des Unternehmers
  • Externe Berater einschalten
  • Unternehmen analysieren und ein Informationspaket zusammenstellen
  • Anforderungsprofil des Nachfolgers klären
  • Rechtliche Aspekte berücksichtigen
  • Steuerliche Aspekte berücksichtigen
  • Übergabeplan erarbeiten
  • Übergabe durchführen und eventuell Struktur des Unternehmens anpassen
  • Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kunden rechtzeitig informieren