13. Oktober 2026
Der Konjunkturbericht der IHK Pfalz beruht auf der regelmäßigen Befragung von rund 1.200 Unternehmen, überwiegend Handelsregister-Firmen aus den Wirtschaftssektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen sowie Gastgewerbe. Sie repräsentieren rund 65% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pfalz. Die Ergebnisse sind nach Beschäftigtengrößenklassen gewichtet. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 11.September bis 2. Oktober 2026 durchgeführt.
Konjunkturbericht Herbst 2026: Lebenszeichen in konjunktureller Misere
Ludwigshafen. Die Pfälzer Wirtschaft entwickelt sich besser als gedacht: Ein Fünftel der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage, 30 % von weiterhin von einer schwachen. Knapp 60 % rechnen in den nächsten Monaten mit einer gleichbleibenden Entwicklung und nur elf Prozent mit einer bessern – dagegen sprechen bedeutende Belastungsfaktoren wie die Energiepreise oder die Folgen des Hitzesommers. Das ergibt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz.
Albrecht Hornbach, Präsident der IHK Pfalz: „Diese Erholung steht aber auf keinem stabilen Grund. Nicht nur die geopolitischen Krisen schlagen bei den Pfälzer Unternehmen durch, sondern auch die immer noch nicht umgesetzten Reformen der Bundesregierung.“ Er appelliert: „Hier muss es endlich vorwärts gehen und die Strukturprobleme in Deutschland gelöst werden.“
Konjunkturklimaindex steigt
Der Konjunkturklimaindex hat sich seit der letzten Umfrage um sechs Punkte auf jetzt 85 Punkte erhöht. „Treiber dieser Entwicklung sind dabei die Industrie mit acht Punkten mehr sowie die Dienstleistungsbranche mit 10 Punkten“, sagt Ruth Scherer, Konjunkturexpertin bei der IHK Pfalz. Das Sorgenkind sei und bleibe weiterhin der Handel, in dieser Branche liegt der Index jetzt nur noch bei 61 Punkten. Weiterhin größter Risikofaktor bleiben die Energie- und Rohstoffpreise (76%) sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (63%, Mehrfachantworten). Scherer: „Direkt danach folgen die Arbeitskosten sowie der Inlandsabsatz.“
Industrie
Die Lage in der Industrie hat sich etwas verbessert. Derzeit nennen 22% ihre Lage „gut“ (Frühsommer: 17%) und 28% „schlecht“ (Frühsommer: 32%). Positiv gestimmt schauen 13% (Frühsommer: 12%) in die Zukunft, aber 60% rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung (Frühsommer: 53%). Zu dieser Einschätzung trägt auch das Auslandsgeschäft bei – so gehen 15% von mehr Exporten aus (Frühsommer: 7%). Heute rechnen noch 27% rechnen mit weniger Exporten, nach 40% im Frühsommer. Darüber hinaus bleibt die Investitionsbereitschaft niedrig, nur 19% der Befragten wollen die Budgets erhöhen, 35% dagegen kürzen (Frühsommer: 22% bzw. 38%). Den Personalstand halten wollen 69% der Unternehmen, 21% denken über einen Personalabbau nach (Frühsommer: 68% bzw. 25%).
Handel
Im Handel ist die Lage schlecht: 51% der Unternehmen schätzt das so ein (Frühsommer: 36%). Nur 9% sind derzeit zufrieden. Auch die Zukunft wird pessimistisch eingeschätzt: 43% rechnen mit schlechteren Geschäften, mit gleichbleibenden immerhin 50% (Frühsommer: 51% bzw. 44%). Von dieser Stimmung ist auch die Investitionsbereitschaft betroffen – 42% wollen weniger investieren, 30% hingegen mehr. Auch Arbeitsplätze wollen nur 11% der Unternehmen schaffen (Frühsommer: 3%), hingegen wollen 38% Arbeitsplätze reduzieren.
Dienstleistungen
Mehr als die Hälfte der Dienstleistungsunternehmen (genau: 54%, Frühsommer: 52%) nennt die Geschäftslage befriedigend. Bei den Geschäftserwartungen rechnen 64% mit konstanten Geschäften, auch rechnen noch 23% (Frühsommer: 33%) mit einer schlechteren Entwicklung. Die Bereitschaft, zu investieren verringert sich: Nur noch 21% wollen mehr Geld ausgeben (Frühsommer: 30%). Bei 52% bleiben die Budgets unverändert. Neue Stellen wollen noch 5% der befragten Unternehmen schaffen (Frühsommer: 16%), Personal abbauen wollen dagegen 23%.
Gastgewerbe
Zwar ist bei 63% der Gastronomie- und Hotelleriebetriebe die aktuelle Geschäftslage befriedigend (Frühsommer: 53%), und 17% sprechen von einer angespannten Lage (Frühsommer 25%). Kein einziges Unternehmen geht von besseren Geschäften in den nächsten zwölf Monaten aus (Frühsommer: 6%) und 37% rechnen mit schlechteren Geschäften (Frühsommer: 36%). Die Investitionsbereitschaft, steigt 21% der Unternehmen wollen mehr investieren, weniger dagegen 38% (Frühsommer: 8% bzw. 53%). Die Beschäftigtenzahl wollen 83% beibehalten, Neueinstellungen plant dagegen niemand.
Der Konjunkturbericht der IHK Pfalz beruht auf der regelmäßigen Befragung von rund 1.200 Unternehmen, überwiegend Handelsregister-Firmen aus den Wirtschaftssektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen sowie Gastgewerbe. Sie repräsentieren rund 65% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pfalz. Die Ergebnisse sind nach Beschäftigtengrößenklassen gewichtet. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 11.September bis 2. Oktober 2026 durchgeführt.
