IHK-Konjunkturberichte

Zur kurzfristigen Ermittlung von konjunkturellen Trends führt die IHK Pfalz dreimal jährlich eine Umfrage über Lage und Erwartungen der pfälzischen Wirtschaft durch. Neben einem eigenen Pfalz-Konjunkturbericht zum Jahresbeginn, im Frühsommer und im Herbst, gehen die Ergebnisse dieser Umfragen in den Konjunkturbericht der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern, in das Herbstgutachten des Sachverständigenrates und in die Konjunkturberichte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) ein. In die Umfrage werden regelmäßig rund 1.200 pfälzische Firmen aus den Bereichen Industrie, Einzel- und Großhandel, Gastgewerbe sowie aus dem Dienstleistungssektor einbezogen.
Hinweis: Der IHK-Konjunkturbericht wird mit Jahresbeginn 2026 nur noch auf dieser Seite und in dieser Form veröffentlicht.

Allgemeine Wirtschaftslage Jahresbeginn 2026

Vitalzeichen schwach: Hoffnung auf Besserung bleibt aus
Die Unternehmen in der Pfalz senden nur zaghafte Lebenszeichen und befinden sich weiterhin im Überlebensmodus. Zu Beginn des Jahres 2026 ist von einer Aufbruchstimmung keine Spur zu erkennen. Im Gegenteil, an vielen Stellen herrschen Frustration und vor allem Enttäuschung über die vollmundigen, aber bislang unerfüllten Versprechungen der Regierung.

Dieser Stillstand spiegelt sich auch im Verlauf des Konjunkturklimaindex wider, der als Indikator für die aktuelle wirtschaftliche Lage und Stimmung dient. Seit dem Frühsommer 2025 schwanken die Werte des Index zwischen 85 und 89 Punkten. Nur mit etwas Wohlwollen lässt sich eine minimale Aufwärtsbewegung erkennen. Bedeutender ist jedoch, dass der Index weiterhin merklich unter der Wachstumsmarke von 100 Punkten verharrt. Dieser Trend zeigt sich in allen Branchen: Der Index für die Industrie verzeichnet einen leichten Anstieg und endet, nach 88 Punkten im Frühsommer und 84 Punkten im Herbst, heute bei 93 Punkten. Im Handel stieg der Index in diesem Zeitraum von 63 Punkten zunächst auf ein kleines Zwischenhoch von 76 Punkten, fällt jedoch zu Jahresbeginn wieder auf 71 Punkte zurück. Auch im Dienstleistungssektor gelingt es den Unternehmen zum Jahreswechsel nicht, die 100-Punkte-Marke zu überschreiten – nach unverändert 98 Punkten im Frühsommer und Herbst sinkt der Index leicht und liegt derzeit bei 96 Punkten. Und der Index im Gastgewerbe pendelt sich nach 83 Punkten im Frühsommer 2025 nun bei mauen 86 Punkten ein.
*Im IHK-Konjunkturklimaindex spiegelt sich die Gesamteinschätzung der pfälzischen Wirtschaft wider. Er kann als geometrisches Mittel der Lage- und Erwartungssalden zwischen 0 und 200 schwanken. Beim rechnerischen Wert von 200 bewerten alle Unternehmen ihre geschäftliche Lage und ihre Geschäftsaussichten als „gut“, bei 100 als „befriedigend“ und bei 0 als „schlecht“.
Legende: JB = Jahresbeginn, FS = Frühsommer, H = Herbst
Ein Blick auf die einzelnen Ergebnisse zeigt, dass das aktuelle Geschäftsklima von jedem zweiten Unternehmen als befriedigend, von 30 Prozent als schlecht und lediglich von knapp 20 Prozent als gut eingestuft wird. Gleichzeitig gibt es kaum Hoffnung auf Besserung: Fast 60 Prozent der Betriebe über alle Branchen hinweg rechnen mit einer Fortsetzung des derzeitigen Konjunkturtrends, während rund ein Viertel sogar von einer weiteren Eintrübung ausgeht. Zu den größten Risiken für die eigene Geschäftstätigkeit zählen der Inlandsabsatz, die Arbeitskosten, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie die Energie- und Rohstoffpreise, die von jeweils rund 60 Prozent der Unternehmen als besonders bedeutsam eingestuft werden. Das Thema Fachkräftemangel bleibt weiterhin problematisch, verliert jedoch in jüngster Zeit etwas an Bedeutung. Die Exportnachfrage wird voraussichtlich auch in diesem Jahr nicht spürbar an Dynamik gewinnen: Sechs von zehn Exportbetrieben gehen von einer konstanten Auslandsnachfrage in den kommenden Monaten aus, und drei von zehn befürchten eine schwächere Entwicklung. In Bereichen, in denen das Vertrauen in die Zukunft gering ist, werden auch keine umfangreichen Investitionen getätigt: Nur ein Viertel der Unternehmen plant zusätzliche Investitionsmaßnahmen, während knapp ein Drittel im Gegenteil sein Budget kürzen will. Wenn investiert wird, geschieht dies überwiegend zur Ersatzbeschaffung und zur Rationalisierung. Der Arbeitsmarkt bleibt unter Druck: Knapp zwei Drittel der Unternehmen geben an, ihre derzeitige Beschäftigtenzahl beibehalten zu wollen, während fast ein Viertel davon spricht, Stellen abbauen zu müssen.
Die Unternehmen warten weiterhin. Sie hoffen auf wirtschaftspolitische Weichenstellungen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland modernisieren. Nachdem der „Herbst der Reformen“ ausgefallen ist, wird nun von der Politik ein klares Signal im Frühjahr erwartet. Denn die staatlichen Ausgabenprogramme im Rahmen des Konjunkturpakets können nur eine Stabilisierung der aktuellen Lage bewirken, nicht aber die dringend benötigten strukturellen Verbesserungen. Das Geld soll in die Infrastruktur und die Verteidigung fließen, außerdem sind Steuersenkungen und ein Abbau bürokratischer Hürden geplant. Doch viel Geld auszugeben, hilft wenig, wenn nicht gleichzeitig umfassende Reformen angepackt werden. Ohne diese wird sich die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Attraktivität des Standorts Deutschland nicht nachhaltig verbessern, und die Probleme der Wirtschaft werden nicht gelöst.
Legende: JB = Jahresbeginn, FS = Frühsommer, H = Herbst

Branchen

Industrie

Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle geschäftliche Situation etwas günstiger als noch im Herbst: Mehr Betriebe als bisher sprechen von einer befriedigenden Lage (von 45% auf 54%) und weniger klagen über ein schwaches Geschäftsklima (von 38% auf 28%). Für die nächsten zwölf Monate rechnet gut die Hälfte der Industriebetriebe mit einem konstanten Konjunkturtrend und ein Viertel mit dämpfenden Einflüssen. Vom Auslandsgeschäft sind auch in den nächsten 12 Monaten kaum Impulse zu erwarten: Unverändert 10% der Exportbetriebe gehen von einer positiven Exportentwicklung aus und 28% von einem schwächeren Verlauf. Die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig: 22% planen höhere Ausgaben – hauptsächlich zur Ersatzbeschaffung und zu Rationalisierungszwecken – und 31% dagegen eine Kürzung ihres Investitionsetats. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Zwar planen 14% der Industriebetriebe Neueinstellungen, aber zugleich teilen 22% mit, dass sie um einen Abbau von Personal nicht herumkommen.

Handel

Die Handelsunternehmen in der Pfalz stufen ihre wirtschaftliche Lage deutlich schlechter ein als noch im Herbst: Demnach bezeichnen nur knapp 10% der Händler ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut und 36% als schwach. Für die nächsten zwölf Monate erwarten die meisten Betriebe tendenziell eine Verschlechterung ihrer Situation: So rechnen 58% mit einem konstanten Konjunkturtrend und 37% mit einem weiteren konjunkturellen Dämpfer. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Investitionspläne: Nur knapp ein Viertel der Einzel- und Großhändler plant eine Erhöhung seiner Investitionsausgaben – hauptsächlich zur Ersatzbeschaffung oder zur Rationalisierung – und 44% hingegen Etatkürzungen. Ähnlich verhalten fallen die Beschäftigungsabsichten aus: Nur sehr wenige Betriebe (5%) denken derzeit über die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze nach und 39% über eine Reduzierung ihrer Mitarbeiterzahl,

Dienstleistungen

Das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor hebt sich weiterhin positiv von den übrigen Wirtschaftsbereichen ab: Gut die Hälfte der Betriebe bezeichnet seine aktuelle Geschäftslage als befriedigend und knapp ein Viertel sogar als gut. Die geschäftlichen Perspektiven werden überwiegend als gleichbleibend eingestuft. Demnach gehen heute 63% der Dienstleister von einer Fortsetzung der derzeitigen Entwicklung aus und 22% rechnen mit einer wirtschaftlichen Abschwächung in den nächsten zwölf Monaten. Die Investitionsneigung ist stärker ausgeprägt als in den übrigen Branchen: 30% planen höhere Ausgaben in den nächsten zwölf Monaten, 47% halten an ihrem Budget fest und 23% denken über eine Verringerung ihres Investitionsvolumen nach. Der Arbeitsmarkt bleibt insgesamt stabil: 73% der Betriebe melden, dass sie ihren Personalstand konstant halten wollen und 14% bzw. 13% denken über eine Ausweitung bzw. Reduzierung ihrer Belegschaft nach.

Gastgewerbe

Inzwischen klagen 44% der Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie über einen schwachen Geschäftsverlauf. Gleichzeitig sprechen nur 18% von einem erfreulichen Geschäftsklima und 38% von einem akzeptablen Niveau. Im Hinblick auf die nächsten zwölf Monate gehen fast sechs von zehn Betrieben von gleichbleibenden geschäftlichen Aussichten aus und 21% befürchten einen Einbruch. Die Investitionstätigkeit bleibt weiter gedrosselt: Jeweils 38% der Betriebe halten an ihren bisherigen Planungen fest bzw. wollen weniger als bisher investieren und 24% denken über eine Ausweitung ihres Investitionsvolumens nach. Die Zahl der Beschäftigten wird weiter sinken: Nur 3% der Betriebe planen in den kommenden Monaten Neueinstellungen und bei 24% stehen hingegen Entlassungen an.
Quelle: eigene Erhebung
Ältere Konjunkturberichte können Sie anfordern über thomas.schmitz@pfalz.ihk24.de.
Stand: Februar 2026