IHK Ostwürttemberg

Konjunkturbericht Jahresbeginn 2026

In Ostwürttemberg hat sich das konjunkturelle Stimmungsbild zum Jahresbeginn 2026 gegenüber den Vormonaten leicht verbessert. Zwar wurden die Bewertungen zur aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum Herbst geringfügig nach unten korrigiert, jedoch weist der Konjunkturklimaindikator aufgrund optimistischerer Zukunftserwartungen in eine leicht positive Richtung.

Geschäftslage leicht eingetrübt, Geschäftserwartungen optimistischer

30,8 Prozent der Unternehmen in Ostwürttemberg beschreiben ihre Geschäftslage weiterhin als „gut“, die Hälfte bewerten sie mit „befriedigend“ (48,7 %) und jedes fünfte mit „schlecht“. Der Geschäftslageindikator; der die Differenz zwischen positiven und negativen Einschätzungen abbildet, ist leicht um 1,7 Punkte auf einen Wert von 10,2 gefallen, verbleibt aber im positiven Bereich. Dagegen sind die Unternehmen wieder optimistischer: Der Geschäftserwartungsindikator liegt um 6,4 Punkte höher als im Herbst 2025 und weist wie im Frühsommer 2025 wieder einen positiven Wert (3,8) auf. Der IHK-Konjunkturklimaindex als Kennzahl für den konjunkturellen Gesamtzustand Ostwürttembergs weist daher in eine leicht positive Richtung: Er liegt nun bei 107 und damit 2,6 Punkte höher als in der letzten Umfrage.

Hauptrisiken bleiben Inlandsnachfrage und Arbeitskosten, geopolitische Spannungen bereiten weiter Sorgen

Hauptrisiko und größte Herausforderung für 62 Prozent der Unternehmen ist weiterhin die Inlandsnachfrage. Den höchsten Zuwachs mit 8,1 Prozentpunkten zeigen die an zweiter Stelle liegenden Arbeitskosten gefolgt von den Energiekosten. Geopolitische Spannungen nehmen um 4,7 Prozentpunkte zu und landen im Ranking auf Platz vier, während der Fachkräftemangel in seiner Bedeutung stark abnimmt (-10,4 Prozentpunkte) und auf Platz sechs abrutscht. Weiter abnehmende Bedeutung ist bei Rohstoffpreisen und der Wirtschaftspolitik festzustellen. 8,1 Prozent sehen in der Wechselkursentwicklung ein Risiko für ihre Geschäftstätigkeit; zum Jahresbeginn 2025 waren es noch 3,1 Prozent.

Arbeitsmarktrisiken bleiben, problematische Finanzierung

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate zeigt keine Stabilisierung: Weiterhin gehen zwar 13 Prozent der befragten Unternehmen von steigenden Beschäftigtenzahlen aus – jedoch plant nun jedes dritte Unternehmen mit Freistellungen (33,4 Prozent), im Herbst 2025 waren es noch 26,2 Prozent. 53,5 Prozent der Unternehmen wollen ihre Personalstärke stabil halten. Dieser Anteil ist um 7,1 Prozentpunkte gefallen.
Die Investitionsbereitschaft hat sich wieder leicht verbessert: Fast 60 Prozent der Unternehmen sprechen von zunehmender oder gleichbleibender Investitionsbereitschaft, insbesondere aus Gründen der Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (+4,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Herbst 2025), vier von zehn Unternehmen wollen Innovationen fördern bzw. jedes dritte rationalisieren. Jedes fünfte Unternehmen (19,6 Prozent) will seine Kapazitäten erweitern. 56 Prozent geben Ersatzinvestitionen an. 54,4 Prozent der Unternehmen sprechen von einer problematischen Finanzlage insbesondere aufgrund von Liquiditätsengpässen, Eigenkapitalrückgängen und Forderungsausfällen; im Herbst waren es noch 44,8 Prozent.

Leichte Verschlechterung bei Umsätzen und Ertragslage, steigende Auftragseingänge

Trotz leichter Verschlechterung bei Umsätzen und Ertragslage, verbessern sich die Umsatzerwartungen der Unternehmen und ihre Auftragseingänge: 28,8 Prozent sprechen von steigenden und 23,3 Prozent von sinkenden Umsatzerwartungen. 19,3 Prozent der Unternehmen gehen von steigenden Auftragseingängen aus (+2,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Herbst 2025) und 23,4 Prozent von sinkenden Eingängen (-11,6 Prozentpunkte).

Den Blick in die Branchen finden Sie hier.

IHK Ostwürttemberg
Hier finden Sie weiterführende Informationen zur aktuellen Konjunkturlage:
  • Den ausführlichen Konjunkturbericht mit Dashboards und Analysen einzelner Sektoren sowie einem Blick in die Landkreise können Sie mit dem unten stehenden Button herunterladen.
  • Unser interaktives Konjunkturboard bietet Ihnen die grafische Analyse der Ergebnisse der letzten Konjunkturumfragen der IHKs in Baden-Württemberg für Branchen und Regionen. Das Konjunkturboard finden Sie hier.
Aktuellen Konjunkturbericht herunterladen
Wir danken allen Unternehmen, die sich bereit erklärt haben, an der Konjunkturumfrage teilzunehmen. Wir verbinden diesen Dank mit der Bitte, uns auch weiterhin zu unterstützen. Ihre wirtschaftliche Lageeinschätzung ist für uns sehr wertvoll. Durch Ihre Teilnahme gewährleisten Sie die Repräsentativität der Konjunkturumfrage.