Klimafolgenanpassung im Tourismus
Das Clustermanagement Tourismus (TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH) hat in Partnerschaft mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg ein Gutachten zur Klimafolgenanpassung in Auftrag gegeben. In diesem Projekt sind die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus im Land Brandenburg untersucht und Handlungsempfehlungen entwickelt worden.
Auftrag: Gutachten
Die Auswirkungen der Klimakrise sind in kaum einem deutschen Bundesland so spür- und sichtbar wie in Brandenburg. Ein Blick auf die klimatischen und naturräumlichen Veränderungen sowie Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Starkregenereignisse oder Überschwemmungen, verdeutlicht, dass die Klimakrise in Brandenburg weitreichende Folgen hat und auch den Tourismus maßgeblich verändern wird. Denn wie kaum eine andere Branche ist der Tourismus von den klimatischen Entwicklungen abhängig: Die brandenburgische Natur und Landschaft ist die wichtigste Ressource für den Tourismus im Land Brandenburg und der Destinationsmarke. Neben einem entschlossenem Klimaschutz zur Eingrenzung der weiteren Erderhitzung gewinnen nun frühzeitiges Handeln und Maßnahmen zur Klimaanpassung an Bedeutung, um langfristig mit den unvermeidbaren Folgen des Klimawandels umgehen zu können.
In diesem Projekt ist anknüpfend an die Analysen der Klimaanpassungsstrategie des Landes und die Tourismusstrategie, ein Gutachten zur Klimafolgenanpassung mit praxisorientierten Handlungsleitfäden für Tourismusakteure erarbeitet worden. Dieses zeigt die vielseitigen Auswirkungen und Risiken des Klimawandels in Brandenburg (ökonomisch und ökologisch) auf und kommuniziert diese zielgruppengerecht sowie aktivierend an betroffene Akteursgruppen.
Mit der Erarbeitung des Gutachtens ist das Unternehmen BTE Tourismus- und Regionalberatung im Konsortium mit dem ZENAT (Zentrum für Nachhaltigen Tourismus) und Prof. Dr. Jürgen P. Kropp (PIK Potsdamer Institut für Klimaforschung) beauftragt worden.
Wissenspapier
Das rund 60 Seiten starke Wissenspapier fasst die Hintergründe und Schlüsselbegriffe zum Klimawandel zusammen. Es beschreibt und bewertet die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus in Brandenburg. Zum Wissenspapier gibt es eine Zusammenfassung auf fünf Seiten, die einen Einstieg in das Thema bietet
Leitfäden
Die acht Leitfäden führen die derzeitigen und zu erwartenden klimatischen Einflüsse pro Segment auf. Im Selbstcheck werden Fragen zur räumlichen Exposition, Betroffenheit, und Anpassungsfähigkeit des eigenen Betriebs gestellt. Für jedes Segment werden umfassende Anpassungsmaßnahmen sowie die Bewertung von Priorität, Aufwand, Wirksamkeit und Zeithorizont der Maßnahmen dargestellt.
Für Folgende Segmente stehen Leitfäden zur Verfügung:
- Wassertourismus
- Beherbergung - Gastronomie
- Camping
- Gesundheitstourismus
- Kultur- und Freizeittourismus
- Naturtourismus
- Outdoor-Veranstaltungen (Open Air Veranstaltungen)
- Tourismusverantwortliche (DMOs, Verwaltungen, Verbände, IHKn)
Lernreihe - Schritt für Schritt zur Klimaanpassung
Klimaanpassung hilft Unternehmen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Widerstandsfähigkeit des Betriebs zu stärken, denn Herausforderungen wie Hitze, Dürre, Starkregen und andere Extremwetterereignisse wirken sich zunehmend auf das Gästeerlebnis, die Infrastruktur und die Gestaltung touristischer Angebote aus.
Drei Live-Webinare in denen Praxispartner fachliche Impulse geben und einen Einblick ermöglichen, wie Unternehmen mit Klimarisiken umgehen.
Wöchentlich wird individualisiertes Material für das Selbststudium per E-Mail zur Verfügung gestellt, das genau auf den Schwerpunkt des jeweiligen Unternehmens ausgerichtet ist (Gastgewerbe, Wassertourismus, Camping, Naturtourismus, Kultur, Open-Air-Veranstaltungen, Gesundheitstourismus) . Darunter sind gut aufbereitete Texte/Infografiken, Videos und kleine Podcasts.
Unsere Lernreihe unterstützt Unternehmen dabei, Klimarisiken zu verstehen, ihre eigene Betroffenheit einzuschätzen und wirksame Maßnahmen abzuleiten. Von der Einführung über die individuelle Analyse bis hin zu Kooperation zeigen wir, wie Betriebe Schritt für Schritt klimaresilienter werden können. Verständlich, handlungsorientiert und praxisnah helfen wir Unternehmen dabei, das neue Wissen direkt in den betrieblichen Alltag zu übertragen.
Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit stehen auf den Seiten des Tourismusnetzwerk bereit.
POLSMA - Ein deutsch-polnisches Projekt für den Green Deal
Weiterführende Informationen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Tourismus
Klimaanpassungsgesetz – Vorsorge gegen Klimakrise wird verbindlich
m 1. Juli 2024 tritt das erste bundesweite Klimaanpassungsgesetz in Kraft. Damit erhält Deutschland erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen für die Klimaanpassung des Bundes, der Länder und der Kommunen. Das Gesetz schafft die Grundlagen dafür, dass alle Verwaltungsebenen strategisch Vorsorge gegen die Folgen der Klimakrise treffen und verankert erstmals die Anpassung an die Folgen der Klimakrise als staatliche Aufgabe im Bundesrecht.
Was regelt das Klimaanpassungsgesetz?
Mit dem Gesetz möchte die Bundesregierung der Klimaanpassung in Bund, Ländern und Gemeinden einen verbindlichen Rahmen geben.
- Die Bundesregierung verpflichtet sich damit, eine vorsorgende Klimaanpassungsstrategie mit messbaren Zielen vorzulegen, regelmäßig zu aktualisieren und fortlaufend umsetzen. Das Erreichen dieser Ziele wird mittels eines regelmäßigen Monitorings überprüft.
- Die Länder werden beauftragt, eigene Klimaanpassungsstrategien vorzulegen und umzusetzen.
- Die Länder sollen Sorge tragen, dass lokale Klimaanpassungskonzepte auf der Grundlage von Risikoanalysen aufgestellt werden. Sie berichten dem Bund, in welchem Umfang in den Gemeinden und Kreisen entsprechende Konzepte vorliegen. Um bei der Erstellung von Konzepten eine zielgerichtete Vorsorge mit Augenmaß zu ermöglichen, stehen den Ländern weitreichende Gestaltungsspielräume zu.
- Mit einem Berücksichtigungsgebot wird dafür Sorge getragen, dass Träger öffentlicher Aufgaben bei Planungen und Entscheidungen das Ziel der Klimaanpassung fachübergreifend und integriert berücksichtigen.
- Es ist vorgesehen, dass die Bundesregierung regelmäßig Daten zu Schadenssummen erhebt, die auf Schäden durch Wetterextreme zurückzuführen sind, sowie zu den Ausgaben des Bundes für die Klimaanpassung.
Quelle: BMUV
Uckermark – Handreichung “Klimaschutz im Tourismus”
Die Tourismus Marketing Uckermark GmbH hat eine Handreichung zum Klimaschutz im Tourismus veröffentlicht. Auf kompakten 24 Seiten finden touristische Betriebe eine Reihe an Tipps und Maßnahmen, die sich schnell und einfach umsetzen lassen, um klimafreundlicher zu wirtschaften.
Die digitale Broschüre zeigt zusätzlich gute Beispiele aus der Region. Darüber hinaus wird über mittel- und langfristige Möglichkeiten informiert, den eigenen Betrieb an den Klimawandel anzupassen und zum Klimaschutz beizutragen.
Insbesondere der Tourismus ist wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig auf eine intakte Natur angewiesen. Diese ist durch den Klimawandel und Umwelteinflüsse des Menschen immer mehr beeinträchtigt. Dabei trägt auch der Tourismus selbst zur Gefährdung seiner eigenen Geschäftsgrundlage bei. Daher steht der Tourismus vor der Aufgabe, selbst einen Beitrag zu Klimaschutz und -anpassung zu leisten. Eine umweltfreundliche Geschäftsstrategie kann zudem Kosten reduzieren, die dann an anderer Stelle für sinnvolle Investitionen zur Verfügung stehen. Egal, ob im Arbeitsalltag hauptsächlich Bürotätigkeiten anfallen, ob die Bewirtung von Gästen oder das Anbieten von Unterkünften im Vordergrund steht, überall finden sich Ansatzpunkte, auch mit einfachen Maßnahmen Natur und Umwelt zu schonen.
Die neue digitale Broschüre der tmu richtet sich vorwiegend an touristische Betriebe aus dem Gastgewerbe, die bei der Thematik Nachhaltigkeit und Klimaschutz noch am Anfang stehen und sich zukunftssicherer aufstellen möchten. Aber auch Tourismusbetriebe, die bereits eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen, werden sicherlich noch den ein oder anderen Tipp für sich mitnehmen können.
Die Themenfelder reichen vom Papierverbrauch, Internetnutzung und Stromversorgung über Wärmeversorgung und Hitzeschutz, Wasserversorgung und Abfallwirtschaft bis hin zu nachhaltiger Gastronomie sowie Mobilität im ländlichen Raum. Ein wichtiges Thema stellt auch die Nachhaltigkeitskommunikation nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ dar
Die Broschüre soll fortlaufend aktualisiert und ergänzt werden, weshalb sie auch nur in digitaler Form und nicht gedruckt erhältlich ist.
Nachhaltige Tourismusdestinationen in Deutschland – Bericht zum Bundeswettbewerb
Welche Destinationen stehen für einen nachhaltigen Tourismus? Der Report zum „Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen in Deutschland“ stellt herausragende Beispiele für einen verantwortungsvollen Tourismus vor. Die erfolgreichen Initiativen sollen zum Nachahmen anregen und Tourismusakteure darin bestärken, sich für eine nachhaltige Entwicklung zu engagieren.
Der Bundeswettbewerb wurde bereits zum dritten Mal vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, dem Bundesamt für Naturschutz und dem DTV durchgeführt. Destinationen aus ganz Deutschland konnten sich bewerben und ihre Konzepte für nachhaltiges Reisen präsentieren.
Der Bundeswettbewerb wurde bereits zum dritten Mal vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, dem Bundesamt für Naturschutz und dem DTV durchgeführt. Destinationen aus ganz Deutschland konnten sich bewerben und ihre Konzepte für nachhaltiges Reisen präsentieren.
Quelle: DTV
Neue Kennzahlen für nachhaltigen Tourismus auf Destinationsebene
Der Deutsche Tourismusverband geht ein einheitliches Kennzahlen-System für Nachhaltigkeit im Rahmen des frisch bewilligten Lift-Projekts an. Brandenburg ist eines der Partner-Bundesländer.
Mit dem Ziel, nachhaltigen Tourismus in Deutschland zu fördern, startete am 1. Juli 2024 das Projekt „Nachhaltigkeit im Tourismus messen, kommunizieren und wertschätzen: Kennzahlenset für den Deutschlandtourismus“. Das Vorhaben entwickelt ein System von Indikatoren und Messmethoden und leistet gleichzeitig einen Beitrag dazu, die Kompetenzen bei Akteuren in Bezug auf Messung, Monitoring und Evaluation der Nachhaltigkeit des Tourismus zu verbessern.
„Ein gemeinsamer Datenstandard bildet eine grundlegende Voraussetzung, um die Entwicklung im Tourismus im Hinblick auf Nachhaltigkeit und einer zukünftigen Ausrichtung beurteilen zu können, betont Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, "daher ist dieses Projekt so wichtig – anhand der verlässlichen Informationen können wir Fortschritte und Handlungsbedarfe einschätzen.“
Das Projekt wird – über die reine Konzeptionierung hinaus – konkret in die Umsetzung gehen, die Messansätze erproben und erste relevante Erkenntnisse liefern. In Workshops mit Tourismusdestinationen, statistischen Ämtern und Forschungsinstituten wird diskutiert, was genau erhoben werden muss, wie die Erhebung erfolgen kann, welche Anpassungen in bestehenden Erhebungsinstrumenten vorgenommen werden müssten und welche Kosten damit verbunden sind.
Bei den Erprobungen geht es nicht nur darum, Daten zu erheben, sondern vielmehr die Stolpersteine bei der Erfassung dieser Kernindikatoren zu identifizieren und konkrete Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Die Erkenntnisse werden dokumentiert und unterstützen Destinationen sowie Verantwortliche von Datenerhebungen bei der geplanten Überprüfung der Machbarkeit von Datenerhebungen.
Das Projekt „Nachhaltigkeit im Tourismus messen, kommunizieren und wertschätzen“ wird im Rahmen von LIFT Transformation durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Projektträger ist der Deutsche Tourismusverband, Projektpartner sind die Nachhaltigkeitsberatung und Kreativagentur reCET create.empower.transform., die gemeinnützige Beratungs- und Zertifizierungsorganisation TourCert mit der Excellenz Initiative Nachhaltige Reiseziele sowie die Hochschule München.
Quelle: DTV
